Madagaskar-Fauchschabe

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Madagaskar-Fauchschabe

Systematik
Klasse: Insekten (Insecta)
Unterklasse: Geflügelte Insekten (Pterygota)
Überordnung: Neuflügler (Neoptera)
Ordnung: Schabenverwandte (Dictyoptera)
Unterordnung: Schaben (Blattodea)
Überfamilie: Blaberoidea
Familie: Blaberidae
Gattung: Gromphadorrhina
Art: Madagaskar-Fauchschabe
Wissenschaftlicher Name
Gromphadorrhina portentosa
Schaum, 1853

Die Madagaskar-Fauchschabe (Gromphadorrhina portentosa) zählt innerhalb der Familie der Blaberidae zur Gattung Gromphadorrhina. Diese Schabenart lebte bereits vor 250 Millionen Jahren und hat sich seither kaum verändert.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die Madagaskar-Fauchschabe hat eine längliche, ovale Form und weist eine Länge von bis zu 6 cm auf. Sie ist somit eine der größten Schabenarten. Weibchen werden etwas größer als Männchen. Ihr Körper ist recht flach, die sechs Beine sind kräftig gebaut. Der Panzer weist eine rotbraune Grundfärbung auf. Obwohl sie der Unterklasse der Geflügelten Insekten zugeordnet wird, besitzt diese Art keine Flügel. Neben der Größe kann man ein Männchen an dem gut entwickelten Halsschild mit den zwei kleinen Höckern erkennen.

Lebensweise

Ihren Namen verdanken sie der Tatsache, daß sie mit ihren aufblähbaren Hinterleib fauchende Laute erzeugen können. Hierbei wird Luft, die über die normalen Atemwege eingesogen wird, über den Hinterleib (Abdomen) unter Druck abgegeben. Die Laute dienen zum einen als Drohlaute gegenüber Fressfeinden aber auch der Kommunikation untereinander. Die Madagaskar-Fauchschabe ist dämmerungs- und nachtaktiv. Adulte Männchen verhalten sich territorial und dulden keine männlichen Schaben in ihrem Revier.

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Verbreitung

Die Madagaskar-Fauchschabe ist an der Ostküste Madagaskars beheimatet. Sie lebt vorzugsweise auf Bäumen, in Astwerk oder auch im Unterholz. Tagsüber halen sie sich versteckt, in den Abendstunden und der Nacht gehen sie auf Nahrungssuche.

Ernährung

Als Allesfresser ernähren sie sich sowohl von Blattwerk, Rinde und anderen Pflanzenmaterialien als auch von Aas.

Fortpflanzung

Die Geschlechtsreife tritt mit etwa 5 Monaten ein. Anders als die meisten Insekten sind sie lebendgebährend. Nach der Befruchtung durch das Männchen verbleiben die Eipakete im Innern des Weibchens. Sie bewahrt diese Eipakete in einem Brutsack im Hinterleib auf.
Häutung
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Häutung
Nach etwa 60 bis 70 Tagen schlüpfen rund 30 bis 40 Jungschaben. Nach etwa acht bis 10 Monaten und sechs Häutungen sind die Jungschaben ausgewachsen. Die Tiere können ein Alter von bis zu 3 Jahren erreichen. Damit gehören sie zu den Insekten mit der höchsten Lebenserwartung.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Heiko Bellmann: Insekten (ohne Schmetterlinge). Erkennen und Bestimmen. 2002 by Mosaik Verlag in der Verlagsgruppe FALKEN/Mosaik, einem Unternehmen der Verlagsgruppe Random House GmbH, 81673 München / 5 4 3 2 1. ISBN 3-576-11476-9
  • Dr. Helgard Reichholf-Riem: Steinbachs Naturführer. Insekten. Mit Anhang Spinnentiere. München: Mosaik Verlag GmbH, München 1984. ISBN 3-570-01187-9
  • Ake Sandhall, übersetzt von Dr. Wolfgang Dierl: BLV Bestimmungsbuch 15. Insekten und Weichtiere. Niedere Tiere und ihre Lebensräume-Gliedertiere, Würmer, Nesseltiere, Weichtiere, Einzeller. BLV Verlagsgesellschaft mbH, München Wien Zürich 1984. ISBN 3-405-11390-3
  • Michael Chinery: Pareys Buch der Insekten: Ein Feldführer der europäischen Insekten. Übersetzt und bearbeitet von Dr. Irmgard Jung und Dieter Jung. Verlag Paul Parey 1987. Hamburg und Berlin. ISBN 3-490-14118-0
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