Habronattus coecatus

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Habronattus coecatus
Männchen

Systematik
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Unterordnung: Echte Webspinnen (Araneomorphae)
Überfamilie: Salticoidea
Familie: Springspinnen (Salticidae)
Gattung: Habronattus
Art: Habronattus coecatus
Wissenschaftlicher Name
Habronattus coecatus
(Hentz, 1846)

LSID-Kennung
LSID: [urn:lsid:amnh.org:spidersp:033619]

Diese Spinnenart Habronattus coecatus gehört innerhalb der Familie der Springspinnen (Salticidae) zur Gattung Habronattus.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Habronattus coecatus erreicht als Männchen eine Körperlänge von etwa 5 Millimeter und als Weibchen eine Körperlänge von etwa 6 Millimeter. Diese Art ist wie fast alle Arten aus der Familie der Springspinnen (Salticidae) durch die untersetzte, kurzbeinige Körpergestalt und durch die besonders leistungsfähigen Augen gut charakterisiert. Vorn an der Stirn liegen nebeneinander vier scheinwerferartig vergrößerte Augen, an jeder Seite des steil abfallenden Kopfteils hintereinander zwei weitere, deutlich kleinere Augen. Das auffallend vergrößerte, mittlere Frontalaugenpaar entspricht gewissermaßen zwei Teleobjektiven. Die beiden Netzhäute können vor- und zurückgeschoben werden und so ein scharfes Abbild des angepeilten Objekts entwerfen. Da die Netzhäute aber zusätzlich seitlich verschoben werden können, vermag die Spinne außerdem ihren Blickwinkel zu verändern, ohne sich selbst zu bewegen. Das Weibchen unterscheidet sich in der Regel morphologisch von dem Männchen, abgesehen von dem primären sexuellen Unterschied. Das Weibchen ist im Gegensatz zum farbenprächtigen Männchen sehr unscheinbar gefärbt. Am häufigsten zeigen sich bei dem Weibchen verschiedene Schattierungen von Brauntönen mit einer dorsalen markierten Oberfläche des Prosoma und des Opisthosoma. Das adulte Männchen weist unter den riesigen zwei scheinwerferartigen Frontalaugen ein markantes breites rotes Band auf. Die Stirnplatte und die Seiten des Kopfes sind von einer schwarzen Färbung. Das Prosoma und das Opisthosoma des Männchens sind gelblich bis goldfarben getönt. Die riesigen Palpen (Taster) werden zum Teil von den dicht behaarten gelblich bis weißlich gefärbten Cheliceren verdeckt. Die dicht behaarten Beine weisen an einigen Stellen eine olivgrüne Tönung auf. Ferner sind die dritten Beine nicht länger als die ersten Beine. <2>

Lebensweise

Das Männchen führt bei der Balz vor dem Weibchen auffällige Tänze auf. Dabei winkt das Männchen mit den seitwärts abgespreizten Vorderbeinen und zusätzlich mit seinen Pedipalpen. Ähnlich wie bei der Balz sind die Signale für das Drohverhalten optisch und bestehen im wesentlichen in einem Auf- und Abbewegen der Beine. Das Drohverhalten ist stark ritualisiert, aber es kommt nur selten zu echten Kämpfen zwischen den Männchen. Es ist auch keineswegs stets das größere Männchen, das ein solches Kräftemessen gewinnt, sondern einfach das aggressivere. Auslöser für das Drohverhalten können bestimmte Kontrastmuster auf den Palpen oder dem Carapax sein, die nur bei den Männchen auftreten. Übrigens kann auch ein Weibchen gegen ein Männchen drohen. Falls das Weibchen paarungsunwillig ist, hebt und senkt das Weibchen die Vorderbeine, wobei das Weibchen seitswärts im Zickzack läuft.

Verbreitung

Habronattus coecatus ist in folgenden Gebieten verbreitet: Bermuda, Kuba, Jamaika, Baja-Halbinsel von Mexiko, Alabama, Florida, Georgia, Kansas, New York sowie Südkarolina. Die Spinne läßt sich im Fallaub, in der Kraut- und Strauchschicht, unter lockerer Rinde und auf Bäumen finden. Als Habitat bevorzugt die Art trockene und warme, sonnige Standorte und kann in Höhen von 1.300 Metern vorkommen. Auch unter oder auf Steinen sowie an trockenen Mauern hält sich die Springspinne gerne auf. <3>

Ernährung

Wie alle Springspinnen ernährt sich auch diese Spinnenart von Insekten (Insecta). Habronattus coecatus erjagt die Beute aktiv, also nicht mit einem Netz. Als Lauer- und Anschleichjägerin wartet sie, bis sich ein Beutetier in erreichbarer Nähe befindet. Dann springt sie das Beutetier mit einem gezielten Sprung aus dem Hinterhalt an und injiziert mit einem Biss ein hochwirksames Nervengift, was die Beute lähmt. Mit den Vorderbeinen wird das Tier festgehalten bis das Gift seine Wirkung entfaltet. Die Ortung der Beutetiere erfolgt dabei visuell. Dabei spielt der Sehsinn eine außerordentliche Rolle. Die Spinne kann die Beute von weitem schon anvisieren und springt gezielt mehrere Zentimeter weit, um sie zu fangen. Der Biss dieser Art kann beim Menschen zu lokalen Schmerzen und Entzündungen führen.

Fortpflanzung

Wie bei allen anderen Spinnen auch, werden die Männchen vor dem Weibchen geschlechtsreif und machen sich auf die Suche nach einer geeigneten Partnerin. Das Weibchen legt die Eier am Boden unter Steinen, unter loser Rinde oder Ästen in einem Gespinstkokon ab. Die Eier werden im Kokon geschützt eingewoben, welcher versteckt am Boden oder unter loser Rinde befestigt wird. Das Weibchen bewacht diesen Kokon bis die Jungspinnen schlüpfen, was meist bis zur zweiten Häutung dauert, da die Jungspinnen zuerst fast blind sind und erst nach der zweiten Häutung voll entwickelte Augen haben.

Synonyme und Chresonyme nach Norman I. Platnick

Update 31. Dezember 2008 <1>

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

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