Haplopelma albostriatum

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Haplopelma albostriatum

Systematik
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Unterordnung: Vogelspinnenartige (Mygalomorphae)
Familie: Vogelspinnen (Theraphosidae)
Unterfamilie: Ornithoctoninae
Gattung: Haplopelma
Art: Haplopelma albostriatum
Wissenschaftlicher Name
Haplopelma albostriatum
(Simon, 1886)

LSID-Kennung
LSID: [urn:lsid:amnh.org:spidersp:002046]

Die Art Haplopelma albostriatum zählt innerhalb der Familie der Vogelspinnen (Theraphosidae) zur Gattung Haplopelma. Im Englischen wird die Art thai zebra tarantula genannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Haplopelma albostriatum zählt zu den kleineren Spinnenarten aus der Gattung Haplopelma und erreicht eine Körperlänge von etwa 5 bis 6 Zentimeter. Das Prosoma und das Opisthosoma weisen eine dunkelgraue oder schwarze Färbung auf. Der Carapax ist mit einem hellen Rand umsäumt. Darüber hinaus weist die Oberseite von Patella und Tibia in der gesamten Länge zwei weiße Streifen auf, die für diese Art auch im Englischen thai zebra tarantula namensgebend waren. Allerdings gibt es je nach Standort zwischen den Exemplaren rechts erhebliche Farbunterschiede. So können einige Exemplare ganz dunkel und einige Exemplare wiederum ziemlich hell in der Färbung erscheinen. Beide Geschlechter ähneln sich in der Färbung, jedoch ist das Männchen schlanker und kleiner als das Weibchen. Die Lebenserwartung des Weibchens beträgt etwa 15 bis 16 Jahre, während das Männchen nicht mehr als ein Jahr nach der letzten Häutung lebt.

Lebensweise

Haplopelma albostriatum führt eine versteckte Lebensweise und hält sich die meiste Zeit in ihrer Wohnröhre auf. Sie zählt zu den Altwelttieren und verfügt als Altwelttier über keine abstreifbaren Reizhaare auf dem Opisthosoma. Die Spinne ist leicht reizbar und bissig. Einmal gestört und ohne Rückzugsmöglichkeit (Flucht) nimmt sie wie viele Altwelttiere auch eine typische Verteidigungsstellung ein, indem sie den Vorderkörper und die vorderen Extremitäten, auf Hinterleib und Hinterbeine gestützt, anhebt und dem Angreifer die geöffneten Cheliceren zeigt. Durch kräftiges Schlagen mit den Vorderbeinen verschafft sie sich noch zusätzlich Respekt.

Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet von Haplopelma albostriatum befindet sich in Thailand (in der Nähe vom Khao Yai Nationalpark), Myanmar, Kambodscha. Sie ist eine unterirdisch lebende Spinnenart, die kompakt, stark ausgesponnene Erdröhren bis zu 15 Zentimeter tief anlegt. Sie bewohnt tropische waldreichende Gegenden mit entsprechend großer Feuchtigkeit im Erdreich.

Ernährung

Haplopelma albostriatum ernährt sich in ihrem natürlichen Lebensraum von Insekten (Insecta) und von anderen kleinen Tieren. In Gefangenschaft kann die Ernährung vielfältig sein und besteht meist aus Grillen (Gryllidae), Heuschrecken wie Langfühlerschrecken (Ensifera) und Kurzfühlerschrecken (Caelifera) und aus Larven vom Mehlkäfer (Tenebrio molitor).

Fortpflanzung

Bis zur Geschlechtsreife durchläuft Haplopelma albostriatum mehrere Häutungen. Bereits zu diesem Zeitpunkt webt das Männchen ein sogenanntes Spermanetz, in das es sein Sperma füllt. Dieses Sperma wird in die Bulben aufgenommen, indem das Männchen mit seinen Pedipalpen die Spermaflüssigkeit in die Bulben pumpt. Nun geht es auf die Suche nach einem Weibchen. Das Männchen ermittelt die Anwesenheit eines Weibchens, indem es die chemischen Substanzen (Pheromone) des Weibchens wahrnimmt. Hat das Männchen ein Weibchen ausgemacht, umwirbt das Männchen das Weibchen mit seinen Tastern durch kräftiges Trommeln und spasmodischen Bewegungen des dritten Beinpaares, teilweise trommelt das Männchen auch noch mit dem ersten und zweiten Beinpaar und prüft zugleich die Paarungsbereitschaft des Weibchens. Vermutlich wird die seismische Kommunikation über den Boden durch Stridulation einiger Organe produziert. Die durch das Trommeln ausgelösten Vibrationen (seismische, akustische Signale) werden über die Hörhaare wahrgenommen.

Nach ungefähr drei bis sechs Wochen nach der Kopulation versiegelt das Weibchen die Zugänge des Nestes und webt mit Seide innerhalb des Nestes einen Kokon. Ungefähr drei Monate nach der Kopulation legt sie in der Regel 113 bis 200 Eier im natürlichen Lebensraum in den Kokon ab. Im Innern des Kokons durchlaufen die Nymphen mehrere Entwicklungsstadien, in denen sie sich zweimal häuten. Die Nymphen schlüpfen noch im Innern des Kokons. Dies geschieht bereits nach drei Wochen. Nach insgesamt rund zehn Wochen schlüpfen die jungen Spiderlinge, wie sie nach dem Schlupf genannt werden. Die Spiderlinge sind schon beim Schlupf mit einem Zentimeter Spannweite recht stattlich. Sie häuten sich in der Folge alle zwei bis drei Wochen und leben in der ersten Zeit von Kleinstinsekten. Wenige Tage nach dem Schlupf verlassen sie das Nest. Die Spiderlinge sind während dieser Zeit sehr verletzbar.

Synonyme und Chresonyme nach Norman I. Platnick

Update 4. November 2008 <1>

  • Haplopelma albostriatum - (Simon, 1886)
  • Selenocosmia albostriata - Simon, 1886a
  • Melopoeus albostriatus - Pocock, 1895a
  • Melopoeus albostriatus - Simon, 1903a
  • Melopoeus albostriatus - Simon, 1904b
  • Melopoeus albostriatus - Schmidt, 1986
  • Melopoeus albostriatus - Smith, 1987c
  • Haplopelma albostriatum - Smith, 1996
  • Haplopelma albostriatum - Peters, 2000b

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

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