Haplopelma minax

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Haplopelma minax

Systematik
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Unterordnung: Vogelspinnenartige (Mygalomorphae)
Familie: Vogelspinnen (Theraphosidae)
Unterfamilie: Ornithoctoninae
Gattung: Haplopelma
Art: Haplopelma minax
Wissenschaftlicher Name
Haplopelma minax
(Thorell, 1897)

LSID-Kennung
LSID: [urn:lsid:amnh.org:spidersp:002050]

Die Art Haplopelma minax zählt innerhalb der Familie der Vogelspinnen (Theraphosidae) zur Gattung Haplopelma. Im Englischen wird die Art thailand black tarantula genannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Haplopelma minax ist eine verhältnismäßig große Spinnenart und erreicht eine Körperlänge von etwa 7 bis 8 Zentimeter. Die Art ist fast einheitlich schwarz oder einheitlich grau gefärbt. Je nach Standort zeichnet sich auf dem Opisthosoma ein Streifenmuster, ähnlich wie ein Tannenbaum-Muster, ab. Besonderes markantes Merkmal sind die gewaltigen Cheliceren, die mit einer samtig graugrünlichen Behaarung bedeckt sind. Der Carapax weist ein längliche und hoch gewölbte Form auf und ist mit einem weißen Rand umsäumt. Das Männchen weist eine ähnliche Färbung auf wie das Weibchen, jedoch ist der Körper etwas schlanker und das Männchen besitzt lange dünne Beine. Des Weiteren ist die Farbsättigung beim Männchen weniger ausgeprägt als beim Weibchen. Die Metatarsen der Beine weisen helle Streifen auf. An dem ersten Beinpaar des Männchens zeigen sich die sogenannten Tibialhaken für die Paarung. Das Männchen ist mit 1 bis 2 Jahren geschlechtsreif, während das Weibchen die Geschlechtsreife erst mit 2 bis 4 Jahren erreicht. Im ersten Lebensjahr findet die Häutung vier- bis sechsmal statt, danach nur noch einmal im Jahr. Das Weibchen dieser Art lebt etwa 18 Jahre, während das Männchen nicht länger als ein Jahr nach der letzten Häutung lebt.

Lebensweise

Haplopelma minax führt eine versteckte Lebensweise und hält sich die meiste Zeit in ihrer Wohnröhre auf. Sie zählt zu den Altwelttieren und verfügt als Altwelttier über keine abstreifbaren Reizhaare auf dem Opisthosoma. Die Spinne ist leicht reizbar und bissig. Einmal gestört und ohne Rückzugsmöglichkeit (Flucht) nimmt sie wie viele Altwelttiere auch eine typische Verteidigungsstellung ein, indem sie den Vorderkörper und die vorderen Extremitäten, auf Hinterleib und Hinterbeine gestützt, anhebt und dem Angreifer die geöffneten Cheliceren zeigt. Durch ein dreimal bis viermal kräftiges Schlagen mit den Vorderbeinen verschafft sie sich noch zusätzlich Respekt.

Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet von Haplopelma minax befindet sich in Myanmar und Nord-Thailand und umschließt folgende Gebiete: Chiang Mai, Chiang Rai, Taling Sun. Sie ist eine unterirdisch lebende Spinnenart, die kompakt, stark ausgesponnene Erdröhren bis zu 15 Zentimeter tief anlegt. Sie bewohnt tropische waldreichende Gegenden mit entsprechend großer Feuchtigkeit im Erdreich. Gelegentlich trifft man die Spinne auch an künstlich angelegten Dämmen der Reisfelder an.

Haplopelma minax
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Haplopelma minax

Ernährung

Haplopelma minax ernährt sich in ihrem natürlichen Lebensraum von Insekten (Insecta) und von anderen kleinen Tieren. In Gefangenschaft kann die Ernährung vielfältig sein und besteht meist aus Grillen (Gryllidae), Heuschrecken wie Langfühlerschrecken (Ensifera) und Kurzfühlerschrecken (Caelifera) und aus Larven vom Mehlkäfer (Tenebrio molitor).

Fortpflanzung

Bis zur Geschlechtsreife durchläuft Haplopelma minax mehrere Häutungen. Bereits zu diesem Zeitpunkt webt das Männchen ein sogenanntes Spermanetz, in das es sein Sperma füllt. Dieses Sperma wird in die Bulben aufgenommen, indem das Männchen mit seinen Pedipalpen die Spermaflüssigkeit in die Bulben pumpt. Nun geht es auf die Suche nach einem Weibchen. Das Männchen ermittelt die Anwesenheit eines Weibchens, indem es die chemischen Substanzen (Pheromone) des Weibchens wahrnimmt. Hat das Männchen ein Weibchen ausgemacht, umwirbt das Männchen das Weibchen mit seinen Tastern durch kräftiges Trommeln und spasmodischen Bewegungen des dritten Beinpaares, teilweise trommelt das Männchen auch noch mit dem ersten und zweiten Beinpaar und prüft zugleich die Paarungsbereitschaft des Weibchens. Vermutlich wird die seismische Kommunikation über den Boden durch Stridulation einiger Organe produziert. Die durch das Trommeln ausgelösten Vibrationen (seismische, akustische Signale) werden über die Hörhaare wahrgenommen.

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Haplopelma minax

Nach ungefähr drei bis sechs Wochen nach der Kopulation versiegelt das Weibchen die Zugänge des Nestes und webt mit Seide innerhalb des Nestes einen Kokon. Ungefähr drei Monate nach der Kopulation legt sie in der Regel 40 bis 200 Eier im natürlichen Lebensraum in den Kokon ab. Im Innern des Kokons durchlaufen die Nymphen mehrere Entwicklungsstadien, in denen sie sich zweimal häuten. Die Nymphen schlüpfen noch im Innern des Kokons. Dies geschieht bereits nach drei Wochen. Nach insgesamt rund zehn Wochen schlüpfen die jungen Spiderlinge, wie sie nach dem Schlupf genannt werden. Die Spiderlinge sind schon beim Schlupf mit einem Zentimeter Spannweite recht stattlich. Sie häuten sich in der Folge alle zwei bis drei Wochen und leben in der ersten Zeit von Kleinstinsekten. Wenige Tage nach dem Schlupf verlassen sie das Nest. Die Spiderlinge sind während dieser Zeit sehr verletzbar.

Synonyme und Chresonyme nach Norman I. Platnick

Update 4. November 2008 <1>

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

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