Hasarius adansoni

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Hasarius adansoni
Männchen

Systematik
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Unterordnung: Echte Webspinnen (Araneomorphae)
Überfamilie: Salticoidea
Familie: Springspinnen (Salticidae)
Gattung: Hasarius
Art: Hasarius adansoni
Wissenschaftlicher Name
Hasarius adansoni
(Audouin, 1826)

LSID-Kennung
LSID: [urn:lsid:amnh.org:spidersp:033705]

Die Spinnenart Hasarius adansoni gehört innerhalb der Familie der Springspinnen (Salticidae) zur Gattung Hasarius. Im Englischen wird die Art Adanson's House Jumper genannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Hasarius adansoni erreicht als Männchen eine Körperlänge von etwa 6 Millimeter und als Weibchen eine Körperlänge von etwa 8 Millimeter. Diese Art ist wie fast alle Arten aus der Familie der Springspinnen (Salticidae) durch die besonders leistungsfähigen Augen gut charakterisiert. Vorn an der Stirn liegen nebeneinander vier scheinwerferartig vergrößerte Augen, an jeder Seite des steil abfallenden Kopfteils hintereinander zwei weitere, deutlich kleinere Augen. Das auffallend vergrößerte, mittlere dunkle Frontalaugenpaar entspricht gewissermaßen zwei Teleobjektiven. Die beiden Netzhäute können vor- und zurückgeschoben werden und so ein scharfes Abbild des angepeilten Objekts entwerfen. Da die Netzhäute aber zusätzlich seitlich verschoben werden können, vermag die Spinne außerdem ihren Blickwinkel zu verändern, ohne sich selbst zu bewegen. Das Prosoma des Männchens weist eine breite rotbraune Bande auf, die sich vom Clypeus ausgehend lateral an der schwarzen Kopfplatte vorbei an der Kopf-Thorax-Grenze entlang um den gesamten Vorderkörper zieht und dicht enganliegend weiß behaart ist. Die Flanken und die Kopfplatte sind schwarz behaart. Die Behaarung der Kopfplatte ist lang abstehend schwarz beborstet. Der Clypeus und die Cheliceren weisen eine rotbraune Färbung auf und sind dünn schwarz beborstet. GAB orangebraun und weiß getönt. Die Maxillen und das Labium sind rotbraun und letztere ist distal weiß. Das Sternum ist sandfarben und ist mit einem dunklen Rand und einer schwarzen Behaarung besetzt. Die vordere Hälfte ist dunkel gefleckt. Das Opisthosoma ist dorsal dunkelbraun und schwarz-weiß behaart. Im vorderen Drittel zeigt sich eine weiße Äquatorialbande. Im hinteren Drittel sind zwei weiße Flecken erkennbar, die sich lateral an einer grauen Mittelbande befinden. Der Hinterleib ist ventral hellgrau und erscheint zu den grauen, schwarz behaarten Spinndüsen hin etwas dunkler. Die Beine weisen eine braune Färbung auf und sind mit hellen länglichen Flecken versehen. Das dritte und vierte Beinpaar zeigt eine schwache Ringerlung und Tibiae sind etwas heller getönt. Alle Beinpaare sind dicht mit schwarzen Härchen besetzt und das dritte und vierte Beinpaar sind mit beigefarbenen Härchen bedeckt. Die Pedipalpen sind sehr lang und dünn ausgeprägt. Die Femoren weisen eine braune Färbung auf und die Patellae sind hell getänt und mit einer langen dichten weißen Haarfahne versehen. Das Cymbium ist braun und schwarz behaart. Eine Bestachelung ist an den Femoren, Patellae, Tibiae sowie an den Metatarsi vorhanden. <2>

Hasarius adansoni
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Hasarius adansoni

Bei dem Weibchen weist das Prosoma eine hell orangebraune Bande auf, die transluzent hell behaart ist. Die abfallenden Seiten erscheinen etwas dunkler und sind schwarz behaart. Der Vorderkörperrand weist ebenfalls eine schwarze Tönung auf. Die Kopfplatte ist orangebraun und ebenso wie die schwarzen Augenumrandungen orangebraun behaart und abstehend schwarz beborstet. Der Clypeus und die Cheliceren sind dünn schwarzweiß beborstet, GAB weiß getönt und sektorenweise auch hellorange. Die Cheliceren sind rostbraun und die Maxillen sowie das Labium sind orangebraun und distal etwas aufgehellt. Das Sternum weist eine hellgelbe Färbung auf und ist mit einem dunkleren Rand versehen, der abstehend braun behaart ist. Das Opisthosoma ist dorsal braun mit einer hellen Median- und Äquatorialbande. Im hinteren Drittel zeigen sich vier braune längsovale Flecken, die überall enganliegend hellbraun behaart und braun beborstet sind, ventral zeigt sich eine beigefarbene Tönung mit einer hellbraunen Fleckenzeichnung. Die Epigyne (äußeres weibliches Geschlechtsorgan) ist sehr klein und zeigt umgekehrt V-förmige angeordnete Samentaschen. Die Spinndüsen weisen eine beigebraune Färbung auf. Die Beine sind hell sandfarben und das erste Beinpaar erscheint etwas dunkler und ist dicht abstehend behaart. Eine Bestachelung an den Femoren, Patellae, Tibiae sowie an den Metatarsi ist vorhanden. <2>

Lebensweise

Die Spinne ist sehr lebhaft und schnell, sie ist tagaktiv und sehr wärme- und sonneliebend. Zum Beutefang webt die Spinne kein Netz, sondern erkennt als ausgesprochenes Augentier das Opfer recht bald, verfolgt und beschleicht das Opfer, um es dann im geeigneten Moment anzuspringen und mit einem Biß zu lähmen. Vor dem Sprung befestigt die Spinne jedoch einen Sicherheitsfaden am Boden, zum einen, um nicht von einem größeren Beutetier mitgenommen zu werden, zum andern, um sich blitzschnell zurückziehen zu können. Zum Wohnen, Überwintern und als Schutz beim Häuten und bei der Eiablage webt sich die Spinne ein feines, sackartiges Wohngespinst.

Wohngespinst von Hasarius adansoni
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Wohngespinst von Hasarius adansoni

Verbreitung

Hasarius adansoni kommt in folgenden Verbreitungsgebieten vor: Ägypten, Algerien, Australien, Belgien, Kanarische Inseln, Kapverdische Inseln, Ceylon, China, Cook Inseln, Costa Rica, Tschechien, Ägypten, Frankreich, Galapagos Inseln, Deutschland, Großbritannien, Griechenland, Hawaii, Insel Hispaniola, Ungarn, Indien, Italien, Japan, Krakatau, Libyen, Malta, Marokko, Marquesas-Inseln, die Marshall-Inseln, Mexiko, Neuseeland, Niederlande, Panama, Peru, Polen, La Réunion, Seychellen, Singapur, Slowakei, Schweiz, Tunesien, Türkei, USA, Vietnam, Jemen und Simbabwe. Hasarius adansoni kommt beinahe weltweit in Gewächshäusern vor. Im Freiland hält sich die Spinne auch unter Steinen, die mit Canaren-Wolfsmilch (Euphorbia canariensis) umgeben sind, auf. Des Weiteren findet man die Spinne auch an Steinstränden. Wie fast alle Springspinnen so hält sich auch diese Art gerne auf sonnenbeschienenen Plätzen auf. <3>

Ernährung

Wie alle Arten aus der Familie der Springspinnen (Salticidae), so ernährt sich auch diese Spinnenart von Insekten (Insecta). Sie lauert an exponierten Stellen auf ihre Beute und springt sie meist aus dem Hinterhalt an. Dabei spielt der Sehsinn eine außerordentliche Rolle. Die Spinne kann die Beute von weitem schon anvisieren und springt gezielt mehrere Zentimeter weit, um sie zu fangen. Überwiegend werden dabei Fliegen (Brachycera) und Grillen (Gryllidae) sowie Langfühlerschrecken (Ensifera) und Kurzfühlerschrecken (Caelifera) erbeutet.

Fortpflanzung

Wie bei allen anderen Spinnen auch, werden die Männchen vor dem Weibchen geschlechtsreif und machen sich auf die Suche nach einer geeigneten Partnerin. Trifft ein Männchen auf ein vor der letzten Häutung stehendes Weibchen, so bleibt es bei ihm und paart sich mit ihm, sobald sich das Weibchen gehäutet hat. Vor der Paarung wird das Weibchen mit charakteristischen Tänzen umworben. Dieser Tanz geht folgendermaßen vor sich: Das Männchen richtet sich hoch auf, streckt seine Vorderbeine hoch, die bei dem geschlechtsreifen Männchen eine Signalfarbe tragen, und winkt mit diesem ersten Beinpaar, indem das Männchen sich vor dem Weibchen hin und her bewegt, bis beide Tiere sich Kopf an Kopf gegenüberstehen. Nimmt das Weibchen diese Werbung an, d. h., bleibt es still stehen, dann kommt es zur Paarung. Das Weibchen baut nach der Paarung eine übergroße Seidenzelle, in die es seine Eier legt und sie darin bewacht, bis die Jungspinnen schlüpfen, was meist bis zur zweiten Häutung dauert, da die Jungspinnen zuerst fast blind sind und erst nach der zweiten Häutung voll entwickelte Augen haben.

Synonyme und Chresonyme nach Norman I. Platnick

Update 31. Dezember 2008 <1>

Hasarius adansoni - Männchen
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Hasarius adansoni - Männchen
Hasarius adansoni - Weibchen
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Hasarius adansoni - Weibchen

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

'Persönliche Werkzeuge