Hasen

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Hasen
Wildkaninchen (Oryctolagus cuniculus)

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Lebendgebärende Säugetiere (Theria)
Teilklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Hasenartige (Lagomorpha)
Familie: Hasen
Wissenschaftlicher Name
Leporidae
von Waldheim, 1817

Hasen (Leporidae) zählen in der Klasse der Säugetiere (Mammalia) zur Ordnung der Hasenartigen (Lagomorpha). Man geht heute von etwa 58 Arten in 11 Gattungen und 2 Unterfamilien aus. 7 Gattungen gelten als monotypisch. Die zweite Familie innerhalb der Hasenartigen bilden die Pfeifhasen (Ochotonidae).

Grob unterscheiden kann man zwischen Hasen der Gattung Lepus und den Kaninchen im Allgemeinen. Sie unterscheiden sich voneinander hinsichtlich der Strategie gegenüber Fleischfressern und in der Fortpflanzung. Jedoch ist nicht wirklich jeder Hase auch ein Hase. So zählt man beispielsweise den Buschmannhasen (Bunolagus monticularis) zu den Kaninchen.

Inhaltsverzeichnis

Evolution, Entwicklung

Die nächsten Verwandten der Hasen und Kaninchen, die Pfeifhasen (Ochotonidae), haben sich vor rund 38 bis 35 Millionen Jahren im mittleren Eozän von den Hasen abgespalten. Man geht heute davon aus, dass die meisten Kaninchen- und Hasengattungen aus einer einzigen Diversifikation hervorgingen, die vor rund 16 bis 12 Millionen Jahren im mittleren Miozän stattfand. Kaninchen breiteten sich im Pliozän vor 5 bis 4 Millionen Jahren über weite Teile der Erde aus.

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die einzelnen Arten der Hasen und Kaninchen unterscheiden sich zum Teil erheblich in Größe und Gewicht. Je nach Art wird eine Körperlänge von 25 bis 75 Zentimeter, eine Schwanzlänge von 1,5 bis 12 Zentimeter, eine Ohrlänge von bis zu 17 Zentimeter sowie ein Gewicht von 400 bis 6.000 Gramm erreicht. Zu den kleinsten Arten gehört das Zwergkaninchen (Brachylagus idahoensis), zu den größten Arten der Feldhase (Lepus europaeus).
Feldhase (Lepus europaeus)
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Feldhase (Lepus europaeus)
Männchen bleiben meist kleiner und leichter als Weibchen, in der Fellfärbung weisen die Geschlechter jedoch keinen Dimorphismus auf. Bei allen Hasen sind die hinteren Beine deutlich länger als die vorderen. Bei Kaninchen fällt der Unterschied nicht wesentlich geringer aus. Das Fell ist in der Regel dicht und recht weich. Nur bei wenigen Arten zeigt sich ein grobes und borstiges Fell. Letzteres ist beispielsweise beim Borstenkaninchen (Caprolagus hispidus) der Fall. Die Fellfärbung variiert je nach Art, Verbreitungsgebiet und Jahreszeit zum Teil stark. Es treten zahlreiche Farbschläge wie braun und graubraun bis rötlichbraun, grau bis gelblichgrau oder gelblichbraun bis hin zu weiß. Ventral ist das Fell grundsätzlich heller, oftmals sogar cremefarben oder weißlich gefärbt. Bei einigen Arten wie dem Schneeschuhhasen (Lepus americanus), dem Schneehasen (Lepus timidus) oder dem Japanischen Hasen (Lepus brachyurus) stellt sich ein weißes Winterfell ein. Bei den beiden Arten der Streifenkaninchen (Nesolagus) ist das Fell gestreift. Bei einigen Arten kann sich dorsal mitunter ein dunkler Aalstrich zeigen. In kalten und gemäßigten Regionen verfügt das Winterfell über eine dichte Unterwolle und hält die Tiere so warm.

Über die längsten Ohren innerhalb der Familie verfügt der Antilopenhase (Lepus alleni). Die Ohren sind meist nur kurz und spärlich behaart. Sie dienen keineswegs primär dem gut entwickelten Gehör. Die Ohren dienen bei vielen Arten in erster Linie der Wärmeregulierung. Sie geben über die erweiterten Blutgefäße in den Ohren Wärme ab. So schützen sie sich im Sommer vor einer Überhitzung. Der eher kurze Schwanz weist eine dichte, zuweilen auch eine buschige Behaarung auf. Im Bereich der Schnauze befinden sich lange Tasthaare, die sogenannten Vibrissen, die der Orientierung dienen. Alle Hasen und Kaninchen verfügen über relativ große Augen. Dieses ist ein Indiz für die überwiegend dämmerungs- oder nachtaktive Lebensweise. Die Augen sitzen seitlich am Kopf und geben den Tieren so ein weites Sichtfeld. Die Anzahl der Zähne beträgt 28, die zahnmedizinische Formel lautet I2/1, C0/0, P3/2, M3/3. Die langen Zähne der Hasentiere wachsen unaufhörlich nach. Zwischen den Schneidezähnen und den Prämolaren befindet sich ein breites Diastema.

Lebensweise

Die meisten Arten legen typischerweise keine Erdbauten an. Zu den wenigen Ausnahmen gehört unter anderem das Wildkaninchen (Oryctolagus cuniculus), das Zwergkaninchen (Brachylagus idahoensis) und zwei weitere Arten. Sie graben ihre Baue zumeist selbst.
Florida-Waldkaninchen (Sylvilagus floridanus)
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Florida-Waldkaninchen (Sylvilagus floridanus)
Andere Arten wie opportunistisch lebende Kaninchen übernehmen Baue von anderen Tieren. Hier ist beispielsweise das Florida-Waldkaninchen (Sylvilagus floridanus) oder das Audubon-Baumwollschwanzkaninchen (Sylvilagus audubonii) zu nennen. Aber auch unter den Hasen gibt es Beispiele, wo gegraben wird. So gräbt der Kaphase (Lepus capensis) oder auch der Eselhase (Lepus californicus), um extremer Hitze zu entgehen. Schneeschuhhasen (Lepus americanus) legen sich unter dem Schnee Tunnel an, in denen sie Schutz suchen. Die meisten Hasenarten geben sich jedoch mit einfachen Sassen zufrieden. Eine Sasse ist eine Mulde im Substrat.

Die Baue der Wildkaninchen stellen komplexe Gebilde dar und bilden den Mittelpunkt stabiler Fortpflanzungsgemeinschaften. Ein solches Sozialsystem ist den Hasen unbekannt. Territorial sind nur wenige Arten, meist wird nur ein Streifrevier bewohnt, dass bei einigen Arten durchaus eine Größe von 300 oder mehr Hektar aufweisen kann. Innerhalb eines Streifreviers kann es bei ausreichendem Nahrungsangebot aber durchaus zu größeren Ansammlungen kommen. Man kann diese Ansammlungen durchaus als Fressgemeinschaften bezeichnen. Beim Feldhasen sind diese Fressgemeinschaften strukturiert, wobei dominante Hasen einen bevorzugten Zugang zur Nahrung erhalten. Beim Schneeschuhhasen kann es im Winter zu größeren Ansammlungen kommen. Man geht davon aus, dass sich die Tiere in Gruppen zusammenschließen, um so besser vor Fleischfressern geschützt zu sein.

Die Kommunikation untereinander erfolgt überwiegend über den olfaktorischen Sinn. Nur die Vulkankaninchen (Romerolagus diazi) kommunizieren zusätzlich auch über Lautäußerungen. Bei Gefahr kann es dennoch bei allen Arten zu hochfrequenten Angstschreien kommen. Unter einigen gesellig lebenden Arten sind zusätzlich Warnrufe bekannt. Einige Arten wie das Audubon-Baumwollschwanzkaninchen oder das Wildkaninchen trommeln bei Gefahr mit den Hinterläufen. Durch dieses Trommeln werden vor allem unterirdisch verborgene Tiere oder Jungtiere gewarnt. Hasen und Kaninchen verfügen im Kinnbereich über Duftdrüsen, deren Sekret der Kommunikation untereinander dient. Vor allem beim Wildkaninchen steht der Aktivitätsgrad der Duftdrüsen in Korrelation mit der Größe der Testikel (Hoden) sowie der Konzentration männlicher Hormone. Daher ist es nicht verwunderlich, dass männliche Wildkaninchen im Allgemeinen stärker riechen und häufiger im Revier markieren. Markiert wird neben dem Drüsensekret auch mit gezielten Spritzern des streng riechenden Urins.

Verbreitung

Hasen kommen fast weltweit vor. Selbst da, wo Hasen ursprünglich nicht vorkommen, wurden sie eingeführt. Dies ist beispielsweise in Neuseeland und Australien der Fall. Die Lebensräume sind so vielfältig wie das Verbreitungsgebiet groß ist. Hasen besiedeln sowohl Grasland und landwirtschaftliche Flächen als auch Wüsten, Halbwüsten, Steppen und Savannen, tropische Regenwälder, Sumpfgebiete und die arktische Tundra. Offene Landschaften werden von den meisten Arten bevorzugt, nur wenige leben auch in dichten Wäldern. Offene Landschaften bieten den Hasen im Bodenprofil und in Pflanzen ausreichend Versteckmöglichkeiten. Kaninchen hingegen sind meist nur dort anzutreffen, wo dichter Pflanzenwuchs vorhanden ist.

Prädatoren

Hasen und Kaninchen dienen vielen räuberisch lebenden Säugetieren (Mammalia) als Primärnährung. Zu den bekanntesten Fleischfressern gehören je nach Verbreitungsgebiet Katzen (Felidae) wie Pumas (Puma concolor), Kanadische Luchse (Lynx canadensis), Europäische Luchse (Lynx lynx), und Rotluchse (Lynx rufus) sowie hundeartige Räuber (Canidae) wie der Rotfuchs (Vulpes vulpes), der Wolf (Canis lupus), der Graufuchs (Urocyon cinereoargenteus) und der Kojote (Canis latrans). Zu den eher kleineren Raubtieren (Carnivora) gehören Silberdachse (Taxidea taxus), Marder und Wiesel wie Fischermarder (Martes pennanti), Fichtenmarder (Martes americana), Langschwanzwiesel (Mustela frenata) und der Amerikanische Nerz (Mustela vison). Aber auch verwilderte Haushunde und verwilderte Hauskatzen (Felis catus) stellen den Hasen und Kaninchen regelmäßig nach. Eher selten fallen die Tiere auch einem Amerikanischen Schwarzbären (Ursus americanus) oder auch einem Braunbären (Ursus arctos) zum Opfer.

Zahlreiche Räuber sind auch unter Eulen (Strigiformes) und Greifvögeln (Falconiformes) zu finden. Hier sind insbesondere Virginia-Uhus (Bubo virginianus), Streifenkäuze (Strix varia), Kaninchen-Eulen (Athene cunicularia), Fleckenkäuze (Strix occidentalis), Rotschwanzbussarde (Buteo jamaicensis) und andere Bussarde (Buteo), Weißkopfseeadler (Haliaeetus leucocephalus), Präriebussarde (Buteo swainsoni), Königsbussarde (Buteo regalis), Habichte (Accipiter gentilis), Steinadler (Aquila chrysaetos) sowie Raben und Krähen (Corvus) zu nennen. Zahlreiche Schlangen (Serpentes) haben es ebenfalls auf Hasen und Kaninchen abgesehen.

Jungtiere werden nicht selten auch von Gemeinen Rothörnchen (Tamiasciurus hudsonicus), Arktischen Erdhörnchen (Spermophilus parryii) oder anderen Hörnchen (Sciuridae) erbeutet. Hasen und Kaninchen haben Fleischfressern kaum etwas entgegenzusetzen. Die langbeinigeren Hasen versuchen einem Fleischfresser davonzulaufen und erreichen dabei Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 72 km/h. Kaninchen suchen vor Fleischfressern für gewöhnlich in dichter Vegetation oder in Erdbauten Schutz.

Ernährung

Hasen und Kaninchen ernähren sich als Pflanzenfresser hauptsächlich von Blättern, Gräsern und Kräutern. Aber auch junge Triebe und Rinde werden in Mangelzeiten durchaus häufig gefressen. Kakteen, Beeren und Früchte, Pilze, Wurzeln und Knollen werden ebenfalls nicht verschmäht. Im Frühjahr und Sommer werden überwiegend frische Gräser und Kräuter gefressen, im Winter machen sich die Tiere auch über Sträucher und ähnliches her. Mit ihren scharfen Schneidezähnen schneiden sie ihre Nahrung, mit den Backenzähnen wird sie zermahlen. Flüssigkeit nehmen sie selten zu sich, sie decken ihren Flüssigkeitshaushalt überwiegend über ihre Nahrung. Das Verdauungssystem der Hasen und Kaninchen basiert nicht auf Säure. In Magen und Darm sorgen Bakterien für die Zersetzung der Nahrung. Hasen und Kaninchen fressen auch einen Teil ihres eigenen Kotes. Diesen Vorgang bezeichnet man als Koprophagie. Ziel ist es dabei, die pflanzliche Nahrung besser auszunutzen.

Fortpflanzung

Hasen und Kaninchen erreichen die Gesclechtsreife mit 5 bis 8 Monaten und leben in einer polygamen Beziehung. Die Väter haben üblicherweise mit der Aufzucht des Nachwuchses nichts zu tun. Aber auch Mütter sind nicht wirklich sehr fürsorglich. Die mütterliche Fürsorge beschränkt sich im Wesentlichen auf das Säugen. Sowohl bei Hasen als auch bei Kaninchen ist ein Zusammenhang zwischen Klima und Fortpflanzung erkennbar.
Kaphase (Lepus capensis)
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Kaphase (Lepus capensis)
Nicht selten besteht eine direkte Korrelation zwischen Breitengrad und Wurfgröße. In nördlichen Breitengraden lebende Arten produzieren während der kürzesten Fortpflanzungsperiode die größten Würfe. Zu den fruchtbarsten Vertreter der Hasen und Kaninchen gehört das Florida-Waldkaninchen (Sylvilagus floridanus): es bringt in einer Saison in mehreren Würfen bis zu 35 Junge zur Welt. Bei den Hasen liegt die durchschnittliche Wurfgrößte zwischen 6 und 8 Junge. Der Durchschnittswert pro Jahr und Weibchen liegt bei etwa 10 Jungtieren.

Bei Hasen, die keine Baue bewohnen erstreckt sich die Tragezeit über 37 bis 50 Tage und der Nachwuchs ist bei der Geburt deutlich weiter entwickelt als bei Kaninchen. Die Tragezeit bei Kaninchen liegt zwischen 27 und 30 Tagen. Die Jungen sind nur wenig entwickelt und sind entweder nackt oder nur spärlich behaart. Ihre Augen öffnen sich nach rund 10 bis 14 Tagen. Hasen bringen den Nachwuchs in einfachen Sassen zur Welt, Kaninchen in unterirdischen Bauen oder in dichter Vegetation wie beispielsweise unter dichten Sträuchern. Junghasen werden meist nur einmal in 24 Stunden für wenige Minuten gesäugt und bleiben ansonsten alleine in der Sasse. Die Milch der Hasen ist ausgesprochen nahrhaft und weist eine hohen Anteil an Fett und Eiweiß auf. Die Säugezeit bei Hasen liegt zwischen 17 und 23 Tagen. Bei den Kaninchen beträgt die Säugezeit selten mehr als 28 Tage. Bei vielen Arten, die ihren Nachwuchs in Erdbauen zur Welt bringen, ist zu beobachten, dass Mütter den Eingang zum Bau beim Verlassen sorgsam verschließen. Bei Hasen verteilt sich der Nachwuchs nach etwa 3 bis 4 Tagen rund um die Geburtssasse. Die Jungen kommen nur zum Säugen zurück.

Hasen und Kaninchen leben aufgrund der zahlreichen Fleischfresser in Freiheit selten länger als 1 Jahr. Unter sehr günstigen Umständen und in Gefangenschaft kann die Lebenserartung durchschnittlich 6 bis 7 Jahre betragen.

Ökologie, Gefährdung und Schutz

Viele Kaninchenarten gehören heute zu den gefährdeten Arten. Das Wildkaninchen ist jedoch eine überaus erfolgreiche Art. Es wurde in vielen Regionen der Erde eingeführt und gilt bei massenhafter Vermehrung durchaus als Schädling. Dies vor allem in den Regionen, in denen es nicht heimisch ist. Allen voran Australien, wo Wildkaninchen im frühen 19. Jahrhundert eingeführt wurden. Die zum Teil explosionsartige Vermehrung der Wildkaninchen ging zu Lasten von Acker- und Weideflächen. Zeitweise konnte die Vermehrung durch die gezielte Verbreitung von Kaninchenkrankheiten wie der Kaninchenpest (Myxomatose), die durch den Pockenvirus Leporipoxvirus myxomatosis ausgelöst wird. Aufgrund der besonderen Biologie des Wildkaninchens gelang es der Art stets, auch solche Krankheiten zu überstehen.
Präriehase (Lepus townsendii)
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Präriehase (Lepus townsendii)
Auch die Anspruchslosigkeit bei der Auswahl der Nahrung trägt zum Erfolg der Wildkaninchen bei. Wildkaninchen leben in großen Gemeinschaften und geht oftmals mit einer hohen Populationsdichte einher. Der Haupterfolg liegt jedoch in der hohen Reproduktionsfähigkeit. Ein Weibchen kann ab dem Zeitpunkt der Geschlechtsreife mit 5 bis 6 Monaten fünfmal im Jahr bis zu jeweils 6 Junge werfen. Dies können in einer Saison also bis zu 30 Jungtiere sein.

Hasen und Kaninchen bilden in ihrem Ökosystem eine sehr wichtige Rolle. Sie bilden für zahlreiche Fleischfresser die Nahrungsgrundlage und tragen durch das Abweiden von Pflanzen zum gesunden Wachstum bei. Erfolgreich sind nicht alle Arten. Viele Hasen- und Kaninchenarten gelten heute als gefährdet oder stark gefährdet. Die Hauptursache ist in der Regel in der Vernichtung der natürlichen Lebensräume zu suchen. Dies ist umso dramatischer zu sehen, da sich viele Arten in fein abgesteckten Nischen behaupten müssen. Hier sind insbesondere das Vulkankaninchen (Romerolagus diazi) oder das Borstenkaninchen (Caprolagus hispidus) zu nennen. Das Vulkankaninchen lebt heute nur noch in kleinen Populationen an wenigen Vulkanhängen in der Nähe von Mexico-City. Das Borstenkaninchen ist heute nur noch in isolierten Grasregionen im nördlichen Indien anzutreffen.

Zu den gefährdeten (VU, vulnerable) Arten zählen heute Lepus castroviejoi und der Hainan-Hase (Lepus hainanus). Stark gefährdet (EN, endangered) sind das Borstenkaninchen (Caprolagus hispidus), der Tehuantepec-Hase (Lepus flavigularis), das Sumatra-Kaninchen (Nesolagus netscheri), das Ryukyu-Kaninchen (Pentalagus furnessi), das Dice-Baumwollschwanzkaninchen (Sylvilagus dicei) und das Tres-Marias-Baumwollschwanzkaninchen (Sylvilagus graysoni), sowie das Omilteme-Baumwollschwanzkaninchen (Sylvilagus insonus). Fast nicht mehr zu retten und kurz vor der Ausrottung steht der Buschmannhase (Bunolagus monticularis). Letzterer wird in der Roten Liste der IUCN als kritisch gefährdet (CR, critically endangered) geführt.

Systematik der Hasen

Schneehase (Lepus timidus)
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Schneehase (Lepus timidus)
Polarhase (Lepus arcticus)
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Polarhase (Lepus arcticus)
Marschkaninchen (Sylvilagus palustris)
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Marschkaninchen (Sylvilagus palustris)
Audubon-Baumwollschwanzkaninchen (Sylvilagus audubonii)
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Audubon-Baumwollschwanzkaninchen (Sylvilagus audubonii)
Sumpfkaninchen (Sylvilagus aquaticus)
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Sumpfkaninchen (Sylvilagus aquaticus)
Schneeschuhhase (Lepus americanus)
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Schneeschuhhase (Lepus americanus)

Familie: Hasen (Leporidae)

Unterfamilie: Palaeolaginae
Gattung: Pentalagus
Art: Ryukyu-Kaninchen (Pentalagus furnessi)
Gattung: Bunolagus
Art: Buschmannhase (Bunolagus monticularis)
Gattung: Rotkaninchen (Pronolagus)
Art: Natal-Wollschwanzhase (Pronolagus crassicaudatus)
Art: Rand-Wollschwanzhase (Pronolagus randensis)
Art: Rotkaninchen (Pronolagus rupestris)
Unterfamilie: Leporinae
Gattung: Echte Hasen (Lepus)
Art: Feldhase (Lepus europaeus)
Art: Schneehase (Lepus timidus)
Art: Korsika-Hase (Lepus corsicanus)
Art: Iberischer Hase (Lepus granatensis)
Art: Lepus castroviejoi
Art: Alaskahase (Lepus othus)
Art: Polarhase (Lepus arcticus)
Art: Schneeschuhhase (Lepus americanus)
Art: Präriehase (Lepus townsendii)
Art: Eselhase (Lepus californicus)
Art: Antilopenhase (Lepus alleni)
Art: Espiritu-Santo-Hase (Lepus insularis)
Art: Weißflankenhase (Lepus callotis)
Art: Tehuantepec-Hase (Lepus flavigularis)
Art: Kaphase (Lepus capensis)
Art: Mosambik-Hase (Lepus victoriae)
Art: Buschhase (Lepus saxatilis)
Art: Äthiopischer Hase (Lepus fagani)
Art: Äthiopischer Hochlandhase (Lepus starcki)
Art: Tolai-Hase (Lepus tolai)
Art: Burmesischer Hase (Lepus peguensis)
Art: Hainan-Hase (Lepus hainanus)
Art: Schwarznackenhase (Lepus nigricollis)
Art: Tibetanischer Wollhase (Lepus oiostolus)
Art: Yunnan-Hase (Lepus comus)
Art: Chinesische Hase (Lepus sinensis)
Art: Yarkand-Hase (Lepus yarkandensis)
Art: Korea-Hase (Lepus coreanus)
Art: Mandschurischer Hase (Lepus mandshuricus)
Art: Japanischer Hase (Lepus brachyurus)
Gattung: Streifenkaninchen (Nesolagus)
Art: Annamitisches Streifenkaninchen (Nesolagus timminsi)
Art: Sumatra-Kaninchen (Nesolagus netscheri)
Gattung: Romerolagus
Art: Vulkankaninchen (Romerolagus diazi)
Gattung: Brachylagus
Art: Zwergkaninchen (Brachylagus idahoensis)
Gattung: Baumwollschwanzkaninchen (Sylvilagus)
Art: Sumpfkaninchen (Sylvilagus aquaticus)
Art: Marschkaninchen (Sylvilagus palustris)
Art: Brasilien-Waldkaninchen (Sylvilagus brasiliensis)
Art: Dice-Baumwollschwanzkaninchen (Sylvilagus dicei)
Art: Omilteme-Baumwollschwanzkaninchen (Sylvilagus insonus)
Art: Strauchkaninchen (Sylvilagus bachmanni)
Art: San-José-Strauchkaninchen (Sylvilagus mansuetus)
Art: Florida-Waldkaninchen (Sylvilagus floridanus)
Art: Neuengland-Baumwollschwanzkaninchen (Sylvilagus transitionalis)
Art: Mexikanisches Baumwollschwanzkaninchen (Sylvilagus cunicularius)
Art: Tres-Marias-Baumwollschwanzkaninchen (Sylvilagus graysoni)
Art: Audubon-Baumwollschwanzkaninchen (Sylvilagus audubonii)
Art: Berg-Baumwollschwanzkaninchen (Sylvilagus nuttallii)
Gattung: Oryctolagus
Art: Wildkaninchen (Oryctolagus cuniculus)
Gattung: Poelagus
Art: Buschkaninchen (Poelagus marjorita)
Gattung: Caprolagus
Art: Borstenkaninchen (Caprolagus hispidus)

Anhang

Literatur und Quellen

  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X
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