Hauskatze

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Hauskatze

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
Familie: Katzen (Felidae)
Unterfamilie: Kleinkatzen (Felinae)
Gattung: Felis
Art: Hauskatze
Wissenschaftlicher Name
Felis catus
Linnaeus, 1758

Die Hauskatze (Felis catus) zählt innerhalb der Familie der Katzen (Felidae) zur Gattung Felis. Unsere Hauskatze stammt nicht von der Wildkatze ab. Allerdings ist die Abstammung der Hauskatze bis heute noch nicht ganz geklärt. Man nimmt an, dass die Stammform der Hauskatze die afrikanische Falbkatze (Felis silvestris lybica) ist, die zunächst in Ägypten domestiziert wurde und durch die Römer in die Eifel kam. Die Hauskatze ist ein seit etwa 3.500 Jahre v. Chr. vom Menschen gehaltenes Haustier.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Allgemeines

Es ist nicht ganz einfach eine Hauskatze von einer Wildkatze und umgekehrt zu unterscheiden. Typische Merkmale einer Wildkatze sind der buschige und stark behaarte Schwanz, der mehrere geschlossene schwarze Ringe an der Schwanzspitze aufweist sowie der etwas robust gebaute Körper. Des Weiteren ist die Wildkatze etwas größer als die Hauskatze. Ein wesentliches Merkmal einer Hauskatze dagegen ist ihre hohe soziale Toleranz gegenüber Menschen. Dagegen verhält sich die Wildkatze gegenüber Fremdeinwirkungen sehr aggressiv.

Aussehen, Maße

Die Hauskatze wirkt gegenüber der Wildkatze etwas kleiner und schlanker. Die Kopf-Rumpf-Länge einer ausgewachsenen Hauskatze beträgt etwa bis zu 40 Zentimeter. Hinzu kommt der Schwanz, der eine Länge von 25 Zentimetern mißt. Der Schwanz besitzt eine wichtige Funktion, in dem er beim Springen und Fallen aus großer Höhe sowie beim Laufen auf Gartenzäunen, Mauersimsen oder schmalen Laufstegen die Balance hält. Die Schulterhöhe beträgt 30 bis 35 Zentimeter. Die Hauskatze kann ein Körpergewicht bis zu acht Kilogramm erreichen. Das Männchen wird im allgemeinen größer als das Weibchen. Das Fell ist weich und weist bei der Hauskatze eine Vielfalt von Farben und Zeichnungen auf. Das Fell kann lang oder kurz sein. Im Winter bekommt die Katze ein dichteres Fell. Das Gesicht ist kurz und der Schädel ist relativ klein geformt. Die raue Zunge der Hauskatze ist mit zahlreichen Papillen bedeckt und fühlt sich wie Sandpapier an. Die raue Zunge ist bestens für die Fellpflege geeignet und fungiert beim Aufnehmen von Wasser wie eine Schöpfkelle und beim Abnagen der Knochen von Fleischresten wie eine Raspel. Die Ohren stehen aufrecht, sind spitz zulaufend und können in verschiedenen Richtungen gedreht werden. Die Augen sind wie bei allen Raubtieren zum räumlichen Sehen nach vorne gerichtet. Der Körper der Hauskatze ist enorm wendig. Das Skelett besteht aus über 230 Knochen. Becken und Schulter sind weniger starr mit dem Rückgrat verbunden. Aufgrund ihrer kräftigen Muskulatur kann die Hauskatze wie die Wildkatze sehr gut springen und laufen.
Hauskatze fühlt sich wohl
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Hauskatze fühlt sich wohl
Fühlt sich die Hauskatze bedrängt oder bedroht, so nimmt sie eine Abwehrhaltung ein, in dem sie ihren Rücken nach oben krümmt (Buckel) einhergehend mit einem lauten Fauchen und gesträubten Haaren. Durch diese Abwehrhaltung wirkt sie gegenüber Feinden größer. Ist der Feind immer noch nicht eingeschüchtert, so kann es auch mit ausgefahrenen Krallen zu einigen Tatzenhieben kommen.

Extremitäten

Die Hauskatze gehört zu den Zehen- sowie Kreuzgängern. Die Krallen der Vorder- und Hinterpfote unterscheiden sich in ihrer Form deutlich voneinander. An der Vorderpfote befinden sich fünf Krallen, an der Hinterpfote nur vier Krallen. Die Vorderkrallen sind kurz, stark und kräftig gekrümmt. An den Hinterpfoten sind die Krallen lang, spitz und weniger stark gebogen. Des weiteren weisen die Vorderkrallen eine dolchartige Spitze auf, die als Fangkralle für Beutetiere, zum Klettern und zur Gegenwehr sehr gut geeigent ist. Während die Hinterkralle eine reine Kletterkralle ist, die beim Beuteschlagen nicht zum Einsatz kommt. Die Krallen der vorderen Pfote können in Hautfalten zwischen den weichen Ballen eingezogen und ausgefahren werden. Zum Schärfen der Krallen wetzt sie instinktiv ihre Krallen an Bäumen oder an anderen Gegenständen, so daß eine krummdolchartige Spitze der Krallen an der Vorderpfote entsteht. Deshalb benötigen Hauskatzen, die sich nur in der Wohnung aufhalten, einen geeigneten Kratzbaum, damit sie in regelmäßigen Abständen ihre Krallen nachschärfen können.

Gebiss

Die Hauskatze besitzt wie alle Raubtiere ein raubtierartiges Gebiss. Das bleibende Gebiss besteht aus 30 Zähnen. Es hat in jeder Kieferhälfte drei Schneidezähne und einen langen dolchartigen Eckzahn. Letztere dienen im Wesentlichen dazu, die Beute festzuhalten und zu töten. Im Oberkiefer sind drei, im Unterkiefer nur zwei vordere Backenzähne ausgebildet. In jeder Kieferhälfte ist nur ein hinterer Backenzahn vorhanden. Das Milchgebiss enthält 26 Zähne. Ansonsten sind die Zähne eher zum Zubeissen als zum Kauen geeignet.

Sinnesleistungen

Die Sinnesleistungen der Sinnesorgane wie Sehsinn, Gehörsinn, Geruchssinn, Geschmackssinn, Gleichgewichtssinn und Tastsinn sind bei der Hauskatze wie bei allen Katzen außerordentlich gut entwickelt.

Sehsinn

Die Augen der Hauskatze sind im Verhältnis zum Schädel relativ groß und können nur gering nach links oder rechts bewegt werden. Damit sie in eine andere Richtung sehen kann, muss sie ihren Kopf drehen. Die Pupillen der Hauskatze sind je nach Lichteinfall in ihrer Öffnungsgröße stark veränderbar. Bei hellem Licht bilden die Pupillen einen schmalen senkrechten Schlitz. In der Dunkelheit werden die schlitzförmigen Pupillen kreisrund und weit, so dass sie sich den jeweiligen Lichtverhältnissen anpassen können. Die Pupillenerweiterung wird durch das Nebennierenhormon Adrenalin gesteuert. Das Sichtfeld einer Katze nach vorne beträgt etwa 120 °. Auf den Seiten kommen jeweils 80 ° hinzu, was ein Gesamtbild von 280 ° ergibt- ein beachtlicher Wert. An der Grösse der Pupillen läßt sich auch die Stimmung der Hauskatze ablesen. Große weit geöffnete Pupillen bedeuten, dass sie in Abwehrhaltung ist. Sind die Pupillen stark verkleinert, so ist sie in aggressiver Stimmung.

Galerie

Ein weiteres Phänomen der Hauskatze ist - je nach Lichteinfall - das leuchtende Grün der Augen in der Dunkelheit. Die Hauskatze verfügt über eine reflektierende Schicht hinter der Netzhaut im Auge. Die Lichtanteile, die die Netzhaut durchdringen, werden zurückgespiegelt, so dass die Lichtanteile ein zweites Mal auf die Netzhaut treffen. Die Hauskatze sieht in der Dunkelheit um 50% besser als der Mensch. Ist es aber stockdunkel, so sieht die Hauskatze genauso schlecht wie der Mensch. Das Sehen der Hauskatze ist auf Bewegung ausgerichtet, unbewegliche Gegenstände sieht sie nur undeutlich. Die Hauskatze sieht kleine Details nicht genau und kann Farben weniger gut unterscheiden. Das Auge der Katze kann nur zwei Farben sehen, und zwar Gelb und Blau. Rot kann das Auge überhaupt nicht wahrnehmen und wird vermutlich als Gelb gesehen. Das Auge ist für den Blaubereich am empfindlichsten.

Gehörsinn

Die tütenförmigen Ohren sind unabhängig voneinander beweglich. Das Gehör der Hauskatze ist besonders gut ausgebildet. Das Gehör ist empfindlicher als das Gehör des Hundes und viermal leistungsfähiger als das Gehör des Menschen. Die Hauskatze kann anhand der unterschiedlichen Tonlagen hoch/tief Frauen oder Männer erkennen. Sie hört auch Töne im Ultraschallbereich und kann somit das leiseste Geräusch einer Maus oder Fledermaus orten. So kann das Gehör der Hauskatze Töne bis zu 60 Kilohertz wahrnehmen. Die Katze ist nicht nur fähig im Ultraschallbereich zu hören, sondern sie kann auch selber Töne im Ultraschallbereich hervorbringen. Aussergewöhnlich ist auch, das die Höchstfrequenzen in Nervenzellen in der Großhirnrinde verarbeitet werden, die eigentlich für das Sehen zuständig sind. Diese Doppelnutzung ist einzigartig im Tierreich. Zum Lokalisieren einer Schallquelle verharrt die Hauskatze unbeweglich und richtet die großen, nach vorn aufgerichteten und beweglichen Ohren in die Richtung, aus der das Geräusch wahrgenommen wird. Das Gehör ist so ausgebildet, dass sogar blinde Katzen sich gut orientieren können und manchmal eine Maus fangen. Ältere Katzen neigen oftmals zu Taubheit.

Geruchs- und Geschmackssinn

Der Geruchssinn spielt bei der Hauskatze eine große Rolle im sozialen Leben, dennoch ist der Geruchssinn nicht so gut ausgeprägt wie Sehsinn und Gehörsinn. Im Vergleich zum Menschen ist der Geruchssinn deutlich besser. Eine Katze hat 200 Millionen Riechzellen, gegenüber 5 Millionen beim Menschen.
Hauskatze beim Anschleichen
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Hauskatze beim Anschleichen
Die Schweißdrüsen befinden sich an den Fußballen, im Umkreis des Maules, am Kinn, um die Brustwarzen und um den After. Die Talgdrüsen befinden sich am Oberkiefer, an der Schwanzwurzel und beim Männchen unter der Vorhaut. Die Schweiß- und Talgdrüsen dienen zur Kommunikation über den Geruch. Durch Reiben an Gegenständen, Artgenossen und Personen (Kopf-an-Kopf-Streichen) oder durch Verspritzen von Urin als Duftmarken wird die Information weitergegeben. Ebenfalls ist der Geschmackssinn der Hauskatze - 25 Prozent weniger als beim Menschen - nicht so gut ausgeprägt. Sie kann salzige, sauere und bittere Nahrung unterscheiden. Anders sieht es bei einer süßen Nahrung aus. Der Wissenschaftler Joseph Brand vom Monell Chemical Senses Center in Philadelphia fand heraus, dass die Hauskatze Zucker nicht schmecken kann. Wie das Wissenschaftsmagazin "Nature" berichtet, fehlen ihr die dafür notwendigen Basenpaare auf der DNA. Die Untersuchung der Katzen-DNA hat ergeben, dass dem Gen für T1R3 insgesamt 247 Basenpaare fehlen. Dadurch kann die Hauskatze diese Proteine nicht herstellen. Katzen haben also ein Pseudogen, eine DNA-Sequenz, die nicht funktioniert. Das ist eine Folge der Evolution. Denn als beutetierfressendes Raubtier ist für die Katze Süßes nicht relevant. Interessiert sich die Hauskatze dennoch für Süßes, dann nur wegen des Fettgehaltes.

Gleichgewichtssinn

Der Gleichgewichtssinn ist bei der Hauskatze exzellent ausgeprägt. Wie kein anderes Tier kann die Katze balancieren, ohne das Gleichgewicht zu verlieren. Dazu dient der Schwanz als Balancierstange. Durch die Fähigkeit des Gleichgewichthaltens kann die Katze ohne Problem aus mehreren Metern Höhe fallen und landet dennoch auf allen vier Pfoten. Sie dreht sich beim Fallen in der Luft in die Bauchlage und landet schließlich mit nach unten ausgestreckten Pfoten auf den Boden. Dabei dient ihr der Schwanz als Ruder. Dies ist nur möglich, weil die Katze eine harmonisch ausgebildete Muskulatur und einen perfekten elastischen Knochenbau besitzt. Des weiteren werden die Bewegungen des Kopfes, der Augen und des Bewegungsapparaes zum größten Teil von Reflexen gesteuert, die durch Reize aus dem Gleichgewichtsorgan, das sich im Innenohr befindet, generiert werden. Dagegen werden komplexere Bewegungen ausschließlich vom Gehirn gesteuert.

Tastsinn

Zu den absoluten Favoriten unter den Sinnen zählt der Tastsinn der Hauskatze. Der Tastsinn ist so gut ausgeprägt, dass die Hauskatze sogar mit den langen Tasthaaren respektive den Schnurrhaaren (Vibrissae), die sich speziell an der Schnauze sowie über den Augen und am Unterarm befinden, "sehen" kann. Die Tasthaare werden durch Luftbewegung in Vibrationen versetzt, die über Sinneszellen an den Tasthaarwurzeln in ein räumliches Bild der Umgebung umgesetzt werden. Dadurch kann die Hauskatze mit Hilfe der langen Tasthaare rechtzeitig eine drohende Gefahr erkennen oder Hindernisse untersuchen, die sich im Weg befinden und Veränderungen ihrer Umgebung bemerken sowie zum Abmessen von Durchgängen einsetzen. In der Dunkelheit kann sie sich mit ihren Schnurrhaaren den Weg ertasten oder Gegenstände und Tiere erkennen. Eine große Rolle spielen auch die Tastrezeptoren an den Vorderpfoten bei der Nahrungsaufnahme.

Verhalten

Immer wieder wird die Hauskatze als Einzelgängerin beschrieben. Gerade die Hauskatze verhält sich gegenüber anderen Katzen und dem Menschen ausgesprochen gesellig. Denn nicht umsonst ist die Hauskatze wegen ihrer hohen sozialen Toleranz bei dem Menschen so beliebt. Natürlich gibt es auch unter Hauskatzen Ausnahmen. Es entscheidet sich meistens in der frühen Jugendentwicklung, ob eine Hauskatze das gesellige oder das einzelgängerische Leben vorzieht. Aber in den meisten Fällen verhält sich die Hauskatze gesellig.

Hauskatze beim Entspannen
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Hauskatze beim Entspannen

Jede Hauskatze ist ein Individuum für sich, das so einmalig ist wie ein genetischer Fingerabdruck. Es gibt überdurchschnittlich kluge Katzen und weniger kluge Katzen. Auch in ihren Wesenszügen unterscheiden sich die Katzen. Man kann zwischen dem ersten und zweiten Lebensmonat schon erkennen, ob eine Katze zu der scheuen oder forschen Kategorie gehört. Die Katze behält ihre frühen Charaktereigenschaften meist das ganze Leben lang bei. Das Leben der Katzen untereinander wird durch feste Regeln und Verhaltensweisen bestimmt. Die Verständigung der Katze geschieht auf vielfältige Weise, unter anderem durch Aussenden von Düften, über eine Vielzahl von Körpersignalen, die Vermittlung von Stimmungen oder Katzensprache. Auch dem Menschen gegenüber teilt sich so die Hauskatze mit den genannten Verhaltensweisen mit. Es soll hier kurz erläutert werden wie der Stimmungswandel einer Hauskatze sich bemerkbar macht.

Eine ausgeglichene Hauskatze hat die Ohren aufgerichtet und die Barthaare entspannt. Die Augen sind den Lichtverhältnissen angepasst. Eine zufriedene Hauskatze hat die Ohren entspannt, die Augen halb geschlossen und man hört ein leises Schnurren. Eine verschreckte Hauskatze legt die Ohren und Barthaare an. Eine angriffslustige Hauskatze zeigt die Zähne und zieht die Pupillen zu Schlitzen zusammen. Bei einer freundlichen Stimmung ist der Körper gestreckt, der Kopf erhoben, die Haare glatt, der Schwanz hoch erhoben, die Ohren nach vorn und leicht auswärts gedreht, die Tasthaare seitwärts und die Pupillen der Augen ruhig. Bei einer aufmerksamen Stimmung ist der Körper gespannt, die Haare glatt, die Schwanzspitze zuckend, die Ohren nach vorn gespitzt, die Tasthaare nach vorn und leicht auswärts gerichtet, die Pupillen der Augen sind groß und rund. Bei einer aggressiven Stimmung ist der Körper gespannt und hoch aufgerichtet, die Haare sind gesträubt aufgerichtet, der Schwanz ist ebenfalls gesträubt und peitscht hin und her, die Ohren sind nach hinten gestellt, die Tasthaare sind breit gefächert und die Pupillen der Augen sind verengt. Bei einer ängstlichen Stimmung ist der Körper zu einem Buckel gekrümmt, die Haare gesträubt und der Schwanz peitscht nervös hin und her, die Ohren sind seitwärts gerichtet, die Tasthaare schmal nach hinten und die Augen zeigen erweiterte Pupillen.

Einige dieser Verhaltensmuster sind angeboren und können auch nicht durch den Menschen verändert werden; sie müssen einfach akzeptiert werden. Das gilt auch für den Schlaf. Da unsere Hauskatze ein nachtaktives Tier ist, verbringt sie den größten Teil des Tages mit Schlafen und Dösen. Auch die intensive Fellpflege nimmt viel Zeit in Anspruch. Des weiteren kann die Hauskatze durch Lautäußerungen ihr Stimmungsverhalten wie Wohlbefinden oder Unbehagen zum Ausdruck bringen. Dazu stehen ihr fünfzig verschiedene Lautäußerungen zur Verfügung. Außer Miauen kann die Hauskatze gurren wie eine Taube, fauchen, knurren, kreischen, grollen, jammern und schreien wie ein Baby. Nicht zu vergessen das bekannte Schnurren, das nicht nur Wohlbehagen, sondern auch Schmerzen oder Krankheit ausdrücken kann.

Krankheiten

Gerade eine Hauskatze ist extrem auf die Pflege und Versorgung durch den Menschen angewiesen und braucht deshalb besondere Aufmerksamkeit. Denn eine Hauskatze ist für eine Vielzahl von Viruserkrankungen und bakteriellen Infektionen viel anfälliger als andere Katzen. Die Hauskatze kann auch von äußeren Parasiten wie Flöhen, Milben oder Zecken und inneren Parasiten wie Band- und Spulwürmern befallen werden. Erkrankungen der oberen Atemwege können besonders bei jungen Katzen tödlich verlaufen, da der Katzenschnupfen meistens eine Lungenentzündung nach sich zieht. Ebenso sind die Katzenstaupe, die das zentrale Nervensystem und das Immunsystem angreift, sowie die Katzenleukämie, die durch direkten Kontakt übertragen wird, tödliche Viruskrankheiten. Des weiteren ist die Katzenperitonitis (Entzündung des Bauchfells) eine ansteckende Krankheit. Es muss aber nicht heißen, dass jede Katze angesteckt wird, denn einige Katzen scheinen eine natürliche Immunität dagegen zu haben.

Eine Rassekatze
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Eine Rassekatze

Verbreitung

Man vermutet, daß Händler und Eroberer zum Schutz vor der Pest Katzen als Mäuse- und Rattenfänger mit an Bord nahmen und somit wurde die Hauskatze auf dem Seeweg über die ganze Welt verbreitet. Nach und nach diente die Katze dem Menschen nicht mehr nur als Rattenfänger respektive als Nutztier, sondern sie wurde auch allein wegen ihrer angenehmen Gesellschaft geschätzt und als niedliches Mitbringsel von Händlern auf ihren Reisen in die damalige bekannte Welt verkauft. Erst seit Mitte des 19. Jahrhunderts wird die Hauskatze auch nach Rassen gezüchtet. Mittlerweile ist die Hauskatze heute weltweit verbreitet, das heißt, sie ist auf allen Kontinenten anzutreffen.

Ernährung

Weil im Zusammenhang mit der Katze häufig der Begriff Fleischfresser fällt, könnten leicht Missverständnisse aufkommen. Tatsache ist aber, dass die Katze im strengen Sinne kein Fleischfresser, sondern ein sogenannter Beutetierfresser ist. Sie schlingt in der freien Natur das ganze Beutetier in sich hinein, also mit Haut und Haaren. Kleine Nagetiere werde von ihr ohne geringste Schwierigkeiten mit dem Kopf abwärts verspeist. Auch wenn unsere Hauskatze überwiegend ihre Nahrung vom Menschen erhält, so gehört sie doch zu den sogenannten beutetierfressenden Raubtieren. Und wenn sich die Gelegenheit bietet so jagt die Hauskatze, vor allem wenn sie auf einem Bauernhof lebt, Mäuse und Ratten. Des weiteren werden auch Vögel und Fische nicht verschmäht. Obwohl sie als sogenannter Beutetierfresser bezeichnet wird, braucht die Hauskatze auch pflanzliche Nahrung.

In der Wildnis wird der Darminhalt der Beutetiere verzehrt und zusätzlich auch Gräser. Da beim Pflegen des Fells totes Haar in den Magen gelangt, wirken die Gräser wie ein Brechmittel für die Katze und sie würgt die verfestigten Haarballen aus dem Magen hervor. Aus diesem Grund benötigen Hauskatzen, die nicht aus der Wohnung dürfen, auch Katzengras. Zur festen Nahrung gehört auch flüssige Nahrung in Form von Wasser und manchmal Milch. Man sollte der Hauskatze aber nur wenig Milch geben, da sie sonst Durchfall bekommt.

Fortpflanzung

Streunende Hauskatze mit Welpe in Spanien
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Streunende Hauskatze mit Welpe in Spanien

Die Geschlechtsreife bei der Hauskatze tritt im Alter zwischen sechs und zehn Monaten ein. Das Weibchen kann mehrmals im Jahr brünstig (rollig) sein, und zwar in den Monaten von Februar bis April und von Mai bis Juni. Während dieser Zeit ist die Hauskatze fünf bis sechs Tage lang empfängnisbereit. Die Hauskatze läuft unruhig hin und her, reibt sich mit dem Kopf oder Körper und erhobenem Schwanz an Gegenständen, streicht ständig um die Beine, ist sehr liebebedürftig, verschmust und anschmiegsam, miaut laut, legt sich auf den Rücken und rollt dann abwechselnd auf die rechte und linke Seite, daher die Bezeichnung rollig. Legt sich des öfteren flach auf den Bauch und streckt einladend das Hinterteil nach oben. Des weiteren beleckt die Hauskatze ihren Genitalbereich. Für den Kater (Männchen) ist die Hauskatze in dieser Zeit empfänglich und anziehend. Wird die Hauskatze vom Kater in der empfängnisbereiten Zeit nicht gedeckt, ist sie wieder nach drei Wochen rollig. Dagegen ist der Kater das ganze Jahr über paarungsbereit. Hat ein Kater eine paarungsbereite Hauskatze ausgemacht, ist er nicht mehr zu halten. Der Kater erkennt dies an Düften und Sexuallockstoffen, die von der Hauskatze ausgehen. Der Kater nimmt Risiken auf sich und unternimmt kilometerweite Wanderungen, um zur rolligen Katze zu gelangen. Meistens finden sich aber mehrere Kater ein, um das rollige Weibchen zu decken. Dann kommt es zwischen den Männchen zu Kämpfen, die mit Kratzen und Beissen sowie lautem Geschrei einhergehen.

Zum eigentlichen Paarungsakt kommt es erst dann, wenn die Katze ihre Paarungsbereitschaft signalisiert, in dem sie am Boden eine kauernde Haltung mit gestrecktem Hinterteil und zur Seite gebogenen Schwanz einnimmt. Der Paarungsakt dauert nur wenige Sekunden und endet abrupt, in dem das Weibchen das Männchen oftmals gewaltsam abschüttelt. Denn der Geschlechtsakt ist für das Weibchen schmerzhaft, da sich am Penis des Katers Widerhaken befinden. Der Paarungsakt wird an mehreren Tagen mehrmals wiederholt. Das rollige Weibchen kann sich allerdings mit mehreren Männchen paaren. Ist die Paarungszeit beendet und war der Paarungsakt erfolgreich, beginnt für die Hauskatze eine Tragezeit von 63 bis 65 Tagen. Während dieser Zeit werden ihre Zitzen rund und rosig. Kurz vor dem Wurf wird die Hauskatze unruhig und sucht einen geeigneten und sicheren Platz, um ihre Jungen (Welpen) - die jungen Katzen werden auch wie beim Hund als Welpen bezeichnet - zu gebären. Eine Katze kann bis zu sieben Welpen zur Welt bringen. An der Aufzucht der Welpen beteiligt sich der Kater nicht. Nur das Weibchen kümnmert sich um die Aufzucht der Welpen. Sie werden aufopferungsvoll von dem Weibchen umsorgt. Sie schützt die Welpen vor Gefahren bzw. vor Fremdeinwirkungen.

Die Welpen sind unmittelbar nach der Geburt noch blind und taub. Sie können bis zu 100 Gramm wiegen. Nach zehn Tagen öffnen die Welpen ihre Augen und richten ihre Ohren auf. Sie wiegen dann bereits schon 200 Gramm. Ab der dritten Woche erkunden die Welpen ihre Umgebung. Bis zum Alter von drei Wochen verbringen die Welpen jedoch 90 Prozent ihrer Zeit mit Schlafen. Mit einem Monat beträgt das Gewicht der Welpen 300 Gramm und beginnen sich schon selbst zu putzen und mit Gegenständen zu spielen. Sie sind auch in der Lage feste Nahrung zu sich zu nehmen. Mit zwei Monaten beginnt das erwachsene Alter und sie folgen der Mutter überall hin. Nach drei Monaten saugen die Welpen keine Muttermilch mehr und nehmen nur noch feste Nahrung zu sich. Im fünften Monat verlieren die Welpen ihre Milchzähne und beginnen ihr Revier zu markieren. Mit sechs Monaten sind die Welpen vollkommen selbständig. Männchen und Weibchen erreichen die Geschlechtsreife im sechsten bis zehnten Monat. Die körperliche Entwicklung ist allerdings erst einige Monate später abgeschlossen. Bei guter Pflege und Versorgung kann die Hauskatze ein Alter von etwa fünfzehn Jahren erreichen.

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Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World: v. 1 & 2. B&T, Auflage 6, 1999, (engl.) ISBN 0801857899
  • Don E. Wilson & DeeAnn M. Reeder: Mammal Species of the World, a Taxonomic & Geographic Reference. J. Hopkins Uni. Press, 3rd ed., 2005 ISBN 0801882214
  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 38v3110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 332004999
  • Michael Pollard: Katzen- Rassen,Pflege,Geschichte . Parragon ( 2003) ISBN 1-40541-441-3
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