Helpis minitabunda

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Helpis minitabunda
Weibchen

Systematik
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Unterordnung: Echte Webspinnen (Araneomorphae)
Überfamilie: Salticoidea
Familie: Springspinnen (Salticidae)
Gattung: Helpis
Art: Helpis minitabunda
Wissenschaftlicher Name
Helpis minitabunda
(L. Koch, 1880)

LSID-Kennung
LSID: [urn:lsid:amnh.org:spidersp:033874]

Die Spinnenart Helpis minitabunda gehört innerhalb der Familie der Springspinnen (Salticidae) zur Gattung Helpis. Im Englischen wird die Art Aussie Bronze Jumper genannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Helpis minitabunda erreicht als Männchen eine Körperlänge von etwa 9 bis 10 Millimeter und als Weibchen eine Körperlänge von etwa 7 bis 8 Millimeter. Das Männchen ist also demnach größer als das Weibchen. Dies ist ein Ausnahmefall in der Welt der Spinnen, da sonst die Männchen immer kleiner sind als die Weibchen. Ein weiteres Merkmal bei dieser Spinne ist der sehr schlanke, langbeinige Körperbau, der für Spinnen aus der Familie der Springspinnen (Salticidae) unüblich ist. Des Weiteren zeichnet sich die Spinne durch besonders leistungsfähige Augen aus. Vorn an der Stirn liegen nebeneinander vier scheinwerferartig vergrößerte Augen, an jeder Seite des steil abfallenden Kopfteils hintereinander zwei weitere, deutlich kleinere Augen. Das auffallend vergrößerte, mittlere Frontalaugenpaar entspricht gewissermaßen zwei Teleobjektiven. Die beiden Netzhäute können vor- und zurückgeschoben werden und so ein scharfes Abbild des angepeilten Objekts entwerfen. Da die Netzhäute aber zusätzlich seitlich verschoben werden können, vermag die Spinne außerdem ihren Blickwinkel zu verändern, ohne sich selbst zu bewegen. Der Körper der Spinne ist sehr schlank und weist eine hellbraune Grundfärbung auf. Das erste und zweite Beinpaar sind mit weißen Ringeln besetzt. Die vorderen Beinpaare des Männchens sind länger als die übrigen Beinpaare. Das Weibchen ist gegenüber dem Männchen etwas heller gefärbt und weist eine leichte Musterung auf. <2>

Lebensweise

Die Spinne ist sehr lebhaft und schnell, sie ist tagaktiv und sehr wärme- und sonneliebend. Zum Beutefang webt die Spinne kein Netz, sondern erkennt als ausgesprochenes Augentier das Opfer recht bald, verfolgt und beschleicht das Opfer, um es dann im geeigneten Moment anzuspringen und mit einem Biß zu lähmen. Vor dem Sprung befestigt die Spinne jedoch einen Sicherheitsfaden am Boden, zum einen, um nicht von einem größeren Beutetier mitgenommen zu werden, zum andern, um sich blitzschnell zurückziehen zu können. Zum Wohnen, Überwintern und als Schutz beim Häuten und bei der Eiablage webt sich die Spinne ein feines, sackartiges Wohngespinst. Die Spinne zeichnet sich noch durch eine Besonderheit aus. Denn das Männchen bewacht das Wohngespinst, während sich das Weibchen im Innern des Wohngespinstes aufhält. Bei drohender Gefahr flüchtet das Männchen nicht, sondern stellt sich der Gefahr.

Verbreitung

Helpis minitabunda kommt in folgenden Verbreitungsgebieten vor: Australien, Neuguinea und Neuseeland. Diese Art hält sich häufig in Gärten im dichten Gestrüpp auf oder in Wohnsiedlungen an Hauswänden sowie auf Metallzäunen. Gelegentlich findet man die Spinne auch an Zitronenbäumen (Citrus × limon) sowie unter loser Rinde von Eukalyptusbäumen und Pinienbäumen. Wie fast alle Springspinnen so hält sich auch diese Art gerne auf sonnenbeschienenen Plätzen auf. Das Wohngespinst wird in einem gerollten grünen Blatt angelegt. <3>

Helpis minitabunda - Weibchen
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Helpis minitabunda - Weibchen

Ernährung

Wie alle Arten aus der Familie der Springspinnen (Salticidae), so ernährt sich auch diese Spinnenart von Insekten (Insecta). Sie lauert an exponierten Stellen auf ihre Beute und springt sie meist aus dem Hinterhalt an. Dabei spielt der Sehsinn eine außerordentliche Rolle. Die Spinne kann die Beute von weitem schon anvisieren und springt gezielt mehrere Zentimeter weit, um sie zu fangen. Überwiegend werden dabei Fliegen (Brachycera) und Grillen (Gryllidae) sowie Langfühlerschrecken (Ensifera) und Kurzfühlerschrecken (Caelifera) erbeutet. Die Insekten (Insecta) werden von der Spinne im schattigen Bereich aktiv am Tage im Gras, im Laub oder auf grünen Blättern erbeutet.

Fortpflanzung

Wie bei allen anderen Spinnen auch, werden die Männchen vor dem Weibchen geschlechtsreif und machen sich auf die Suche nach einer geeigneten Partnerin. Trifft ein Männchen auf ein vor der letzten Häutung stehendes Weibchen, so bleibt es bei ihm und paart sich mit ihm, sobald sich das Weibchen gehäutet hat. Vor der Paarung wird das Weibchen mit charakteristischen Tänzen umworben. Dieser Tanz geht folgendermaßen vor sich: Das Männchen richtet sich hoch auf, streckt seine Vorderbeine hoch, die bei dem geschlechtsreifen Männchen eine Signalfarbe tragen, und winkt mit diesem ersten Beinpaar, indem das Männchen sich vor dem Weibchen hin und her bewegt, bis beide Tiere sich Kopf an Kopf gegenüberstehen. Nimmt das Weibchen diese Werbung an, d. h., bleibt es still stehen, dann kommt es zur Paarung. Das Weibchen baut nach der Paarung eine übergroße Seidenzelle, in die es seine Eier legt und sie darin bewacht, bis die Jungspinnen schlüpfen, was meist bis zur zweiten Häutung dauert, da die Jungspinnen zuerst fast blind sind und erst nach der zweiten Häutung voll entwickelte Augen haben.

Synonyme und Chresonyme nach Norman I. Platnick

Update 31. Dezember 2008 <1>

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

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