Hentzia mitrata

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Hentzia mitrata
Männchen

Systematik
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Unterordnung: Echte Webspinnen (Araneomorphae)
Überfamilie: Salticoidea
Familie: Springspinnen (Salticidae)
Gattung: Hentzia
Art: Hentzia mitrata
Wissenschaftlicher Name
Hentzia mitrata
(Hentz, 1846)

LSID-Kennung
LSID: [urn:lsid:amnh.org:spidersp:033893]

Die Spinnenart Hentzia mitrata gehört innerhalb der Familie der Springspinnen (Salticidae) zur Gattung Hentzia.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Hentzia mitrata erreicht als Männchen eine Körperlänge von etwa 5 bis 6 Millimeter und als Weibchen eine Körperlänge von etwa 7 Millimeter. Diese Art ist wie fast alle Arten aus der Familie der Springspinnen (Salticidae) durch die untersetzte, kurzbeinige Körpergestalt und durch die besonders leistungsfähigen Augen gut charakterisiert. Vorn an der Stirn liegen nebeneinander vier scheinwerferartig vergrößerte Augen, an jeder Seite des steil abfallenden Kopfteils hintereinander zwei weitere, deutlich kleinere Augen. Das auffallend vergrößerte, mittlere Frontalaugenpaar entspricht gewissermaßen zwei Teleobjektiven. Die beiden Netzhäute können vor- und zurückgeschoben werden und so ein scharfes Abbild des angepeilten Objekts entwerfen. Da die Netzhäute aber zusätzlich seitlich verschoben werden können, vermag die Spinne außerdem ihren Blickwinkel zu verändern, ohne sich selbst zu bewegen. Beide Geschlechter weisen in Größe und Färbung einen deutlichen Dimorphismus auf. Das Männchen ist weitaus prächtiger gefärbt als das Weibchen. Im Bereich der Augenregion zeigt sich ein gelblicher Augenring und oberhalb der Augen ist ein schmales rotes Band zu sehen, sonst ist der Bereich oberhalb und unterhalb der Augen gelblich bis orangefarben getönt. Das Prosoma und das Opisthosoma des Männchens weisen eine orangefarbene Färbung auf und an den Seiten links und rechts von Prosoma und Opisthosoma zeigt sich deutlich je ein breiter weißer Längsstreifen. Die Palpen und die Cheliceren sind dicht mit weißen Härchen besetzt. Die vorderen Beinpaare sind extrem lang und sind ebenfalls dicht mit weißen Härchen bedeckt. Die übrigen Beinpaare sich leicht mit weißen Härchen besetzt und wirken etwas transparent. Der Körper des Weibchens ist insgesamt hellbraun bis grau gefärbt und auf der Oberfläche des Prosoma und des Opisthosoma zeigt sich eine etwas verwaschene dunkelbraune Blattzeichnung. <2>

Lebensweise

Hentzia mitrata ist sehr lebhaft und schnell, sie ist tagaktiv und sehr wärme- und sonneliebend. Zum Beutefang webt die Spinne kein Netz, sondern erkennt als ausgesprochenes Augentier das Opfer recht bald, verfolgt und beschleicht das Opfer, um es dann im geeigneten Moment anzuspringen und mit einem Biß zu lähmen. Vor dem Sprung befestigt die Spinne jedoch einen Sicherheitsfaden am Boden, zum einen, um nicht von einem größeren Beutetier mitgenommen zu werden, zum andern, um sich blitzschnell zurückziehen zu können. Zum Wohnen, Überwintern und als Schutz beim Häuten und bei der Eiablage webt sich die Spinne ein feines, sackartiges Wohngespinst.

Verbreitung

Zum Verbreitungsgebiet von Hentzia mitrata zählen unter anderem Bahamas, Kanada, Kuba, Florida, Georgia (USA), Kansas, Michigan, Minnesota, Nordkarolina, Ohio, Südkarolina und Texas. Sie hält sich überwiegend in gemischten Laubwäldern mit überwiegend Espenbewuchs auf und zeigt eine Vorliebe für Fallaub, wo sie sich in ihr angelegtes Wohngespinst zurückziehen kann. Gelegentlich sucht die Spinne auch Zuflucht unter den Steinen oder in den Büschen. Des Weiteren findet man die Spinne auch in Apfelgärten, wo sie unter Laub ihr Wohngespinst anlegen kann. <3>

Ernährung

Wie alle Arten aus der Familie der Springspinnen (Salticidae), so ernährt sich auch diese Spinnenart von Insekten (Insecta). Sie lauert an exponierten Stellen auf ihre Beute und springt sie meist aus dem Hinterhalt an. Dabei spielt der Sehsinn eine außerordentliche Rolle. Die Spinne kann die Beute von weitem schon anvisieren und springt gezielt mehrere Zentimeter weit, um sie zu fangen. Zum Nahrungsspektrum der Spinne zählen unter anderem Zweiflügler (Diptera) wie Schwebfliegen (Syrphidae), Fliegen (Muscidae), Zuckmücken (Chironomidae), Tanzfliegen (Empididae), Schmetterlinge (Lepidoptera) wie zum Beispiel Wickler (Tortricidae). Gelegentlich werden auch Grillen (Gryllidae) sowie Langfühlerschrecken (Ensifera) und Kurzfühlerschrecken (Caelifera) erbeutet. Gelegentlich verspeist die Spinne auch Springschwänze (Collembola).

Fortpflanzung

Wie bei allen anderen Spinnen auch, werden die Männchen vor dem Weibchen geschlechtsreif und machen sich auf die Suche nach einer geeigneten Partnerin. Trifft ein Männchen auf ein vor der letzten Häutung stehendes Weibchen, so bleibt es bei ihm und paart sich mit ihm, sobald sich das Weibchen gehäutet hat. Vor der Paarung wird das Weibchen mit charakteristischen Tänzen umworben. Dieser Tanz geht folgendermaßen vor sich: Das Männchen richtet sich hoch auf, streckt seine Vorderbeine hoch, die bei dem geschlechtsreifen Männchen eine Signalfarbe tragen, und winkt mit diesem ersten Beinpaar, indem das Männchen sich vor dem Weibchen hin und her bewegt, bis beide Tiere sich Kopf an Kopf gegenüberstehen. Nimmt das Weibchen diese Werbung an, d. h., bleibt es still stehen, dann kommt es zur Paarung. Das Weibchen baut nach der Paarung eine übergroße Seidenzelle in Bäumen, in die es seine 30 Eier legt (Juni und Juli) und sie darin bewacht, bis die Jungspinnen schlüpfen, was meist bis zur zweiten Häutung dauert, da die Jungspinnen zuerst fast blind sind und erst nach der zweiten Häutung voll entwickelte Augen haben. Die Spiderlinge ernähren sich dann hauptsächlich von Mücken (Nematocera).

Synonyme und Chresonyme nach Norman I. Platnick

Update 13. Juli 2008 <1>

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

'Persönliche Werkzeuge