Flügellose Sichelwanze

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Flügellose Sichelwanze
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Systematik
Klasse: Insekten (Insecta)
Unterklasse: Geflügelte Insekten (Pterygota)
Überordnung: Neuflügler (Neoptera)
Ordnung: Schnabelkerfe (Hemiptera)
Unterordnung: Wanzen (Heteroptera)
Familie: Sichelwanzen (Nabidae)
Unterfamilie: Nabinae
Gattung: Nabis
Art: Flügellose Sichelwanze
Wissenschaftlicher Name
Nabis apterus
Fabricius, 1798

Die Flügellose Sichelwanze (Nabis apterus) zählt innerhalb der Familie der Sichelwanzen (Nabidae) zur Gattung der Nabis.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Die Flügellose Sichelwanze erreicht eine Körperlänge von neun bis elf Millimeter. Der Körper ist überwiegend hellbraun bis bräunlich gefärbt. Der Abdomen weist vor allem beim Weibchen eine rundliche aber abgeflachte Form auf. Die Flügel sind stark verkürzt und dienen nicht mehr zum Fliegen. Allenfalls bei den Weibchen treten gelegentlich langflügelige Formen auf. Der Halsschild ist leicht gestreckt und endet in einem sehr langgestreckten Kopf, an dem die Augen im hinteren Kopfbereich seitlich liegen. Die Extremitäten und die körperlangen Fühler der tagaktiven Flügellosen Sichelwanze sind bräunlich gefärbt. Die Imagines kann man in Mitteleuropa von Juli bis in den Oktober hinein beobachten.

Verbreitung

Die Flügellose Sichelwanze ist in weiten Teilen Europas verbreitet. Das Verbreitungsgebiet reicht im Norden bis in den Süden Skandinaviens, im Osten bis in den Kaukasus, stellenweise auch bis ins westliche Sibirien. Die Wanzenart lebt bevorzugt im Grasland, Heidelandschaften, lichten Wäldern sowie an Wald- und Wegrändern. Man trifft sie häufig auf Blüten in der unteren Krautschicht an.

Nahrung

Die Flügellose Sichelwanze ernährt sich räuberisch von anderen Gliederfüßern wie Insekten und Spinnentiere in passender Größe. Die Flügellose Sichelwanze ist eine Lauerjägerin. Sie legt sich dabei in der unteren Krautschicht auf die Lauer. Wenn sich ein Beutetier der Wanze nähert, wird das Beutetier angesprungen und getötet. Gepackt wird ein Beutetier mit den Vorderbeinen und mit dem sichelartigen Stechrüssel ausgesaugt. Hin und wieder saugen sie auch an Pflanzen und entnehmen hier den Pflanzensaft.

Fortpflanzung

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Die Flügellose Sichelwanze legt ihre Eier im August und September ab. Das Weibchen sticht die Eier dabei in Pflanzenstengel ein. Die Überwinterung erfolgt im Eistadium. Während des Winters legen die Eier eine Diapause ein. Die Entwicklung wird im nächsten Frühjahr fortgesetzt. Aus den Eiern schlüpfen nach der Embryonalphase die Larven, die auch Nymphen genannt werden. Besonders erwähnenswert ist, daß die Larven sehr räuberisch leben und überdies sehr gefräßig sind. Über mehrere Häutungsstadien entwickeln sich die Larven allmählich zum Vollinsekt. Die letze Häutung stellt die Reifehäutung zum Imago dar. Die erwachsenen Wanzen findet man von Juli bis September.

Anhang

Literatur und Quellen

  • Dr. Helgard Reichholf-Riem: Steinbachs Naturführer. Insekten. Mit Anhang Spinnentiere. München: Mosaik Verlag GmbH, München 1984. ISBN 3-570-01187-9
  • Ake Sandhall, übersetzt von Dr. Wolfgang Dierl: BLV Bestimmungsbuch 15. Insekten und Weichtiere. Niedere Tiere und ihre Lebensräume-Gliedertiere, Würmer, Nesseltiere, Weichtiere, Einzeller. BLV Verlagsgesellschaft mbH, München Wien Zürich 1984. ISBN 3-405-11390-3
  • Michael Chinery: Pareys Buch der Insekten: Ein Feldführer der europäischen Insekten. Übersetzt und bearbeitet von Dr. Irmgard Jung und Dieter Jung. Verlag Paul Parey 1987. Hamburg und Berlin. ISBN 3-490-14118-0
  • Heiko Bellmann: Kosmos-Atlas Spinnentiere Europas. Und Süßwasserkrebse, Asseln, Tausendfüßer, 2006, Kosmos Verlag ISBN 3440107469
  • Kurt Günther, Hans-Joachim Hannemann, Fritz Hieke: Urania Tierreich, 6 Bde., Insekten . Deutsch Harri GmbH; Auflage: 5, 1990 ISBN 387144944X
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