Holothele sulfurensis

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Holothele sulfurensis

Systematik
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Unterordnung: Vogelspinnenartige (Mygalomorphae)
Familie: Vogelspinnen (Theraphosidae)
Unterfamilie: Ischnocolinae
Gattung: Holothele
Art: Holothele sulfurensis
Wissenschaftlicher Name
Holothele sulfurensis
Maréchal, 2005

LSID-Kennung
LSID: [urn:lsid:amnh.org:spidersp:039501]

Die Art Holothele sulfurensis zählt innerhalb der Familie der Vogelspinnen (Theraphosidae) zur Gattung Holothele.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die Unterscheidungsmerkmale der Art sind das Vorhandensein der Skopula (Haftpolster) auf dem Metatarsus IV und auf dem Tarsalgelenk I. Des Weiteren befindet sich nur eine Fovea auf der rechten Seite. Die Spermathek ist einfach, gerade, lang und geschnitten. <2>

Die Gesamtlänge ohne Cheliceren des Weibchens beträgt 18,7 Millimeter. Die Länge des Carapax beträgt 9,3 Millimeter und die Breite 7,5 Millimeter. Der Carapax weist eine dunkelbraune fast schwarze Färbung auf. Die Behaarung des Carapax schimmert kupferfarben, mit zunehmendem Alter verblaßt diese Färbung. Die Cheliceren des Weibchens erreichen basal eine Länge von 4,6 Millimeter und eine Breite von 1,5 Millimeter. Die Behaarung der Cheliceren ist sehr dicht und weist eine orangefarbene Tönung auf. Die Länge des Labium beträgt 1,06 Millimeter und die Breite 1,1 Millimeter. Das Labium weist eine quadratische Form auf und im apikalen Bereich befinden sich mehr als hundert Zähnchen und eine lange braune Behaarung. Das Sternum ist 4,3 Millimeter lang und 3,2 Millimeter breit. Das Sternum weist eine ovale Form auf, ist leicht gewölbt und mit einer dunkelgrauen Behaarung besetzt. Die Pedipalpen besitzen nur eine Klaus, die ziemlich versteckt liegt. Die Skopula ist durch eine Reihe medianer kleiner Borsten geteilt. Die Borsten erstrecken sich über die gesamte Länge des Tarsalgelenkes. Die Tibia ist ventral mit drei Dornen apikal und median sowie zwei weitere Dornen prolateral. Die Beine sind schwarz gefärbt und das Opisthosoma variiert zwischen weinrot und schwarz mit einer Zickzacklinie im dorsalen Bereich. Diese Musterung ist insbesondere nach der Häutung deutlich erkennbar. <2>

Die Gesamtlänge ohne Cheliceren des Männchens beträgt 16,4 Millimeter. Zwischen den Geschlechtern besteht im Aussehen ein deutlicher Dimorphismus. Der Carapax erreicht eine Länge von 8 Millimetern und eine Breite von 6,7 Millimeter. Die Mittelaugen beim Männchen sind im Gegensatz zum Weibchen größer. Der pigmentierte Bereich ist etwas dichter und größer als beim Weibchen. Die Cheliceren erreichen basal eine Länge von 3,9 Millimeter und eine Breite von 1,4 Millimeter. Die Behaarung ist wie beim Weibchen orange gefärbt und auf beiden Seiten völlig glatt. Auf der Tibia sind mehrere Dornen vorhanden: ein Dorn ventral, ein Dorn apikal, ein Dorn subapikal, ein mittlerer Dorn und ein basaler Dorn jeweils prolateral und ein mittlerer Dorn sowie vier Dorne subapikal auf der Oberseite. <2>

Lebensweise

Holothele sulfurensis eine bodenbewohnende Vogelspinne und lebt wie fast alle Vogelspinnen einzelgängerisch. Ferner ist sie eine nachtaktive Spinne, die sich nie weit von ihrem Wohngespinst entfernt. Holothele sulfurensis legt ein kleines Wohngespinst unter Holz, Steinen oder direkt in der Einstreu zwischen den Wurzeln oder in Torfmoosen an. Das Wohngespinst wird mit Seide und mit natürlichem Substrat ausgekleidet. Sie gräbt keine Wohnröhren. an, das mit Seide und mit natürlichem Substrat ausgekleidet wird. <2>

Verbreitung

Holothele sulfurensis kommt nur auf Guadeloupe und umfaßt das Gebiet der Französischen Antillen. Sie lebt in Höhen über 700 Meter. Das Habitat dieser Art reicht bis zum Gipfel des aktiven Vulkans Soufrière, der sich im 17.300 Hektar großen Nationalpark befindet. Dort herrschen subtropische Temperaturen, die durch Passatwinde und von moderater Feuchtigkeit gekennzeichnet sind. <2>

Ernährung

Holothele sulfurensis ernährt sich in ihrem natürlichen Lebensraum von Insekten (Insecta) und von anderen kleinen Tieren. Die Ernährung kann sehr vielfältig sein und besteht meist aus Grillen (Gryllidae), Heuschrecken wie Langfühlerschrecken (Ensifera) und Kurzfühlerschrecken (Caelifera).

Fortpflanzung

Bis zur Geschlechtsreife durchläuft Holothele sulfurensis mehrere Häutungen. Bereits zu diesem Zeitpunkt webt das Männchen ein sogenanntes Spermanetz, in das das Männchen sein Sperma füllt. Dieses Sperma wird in die Bulben aufgenommen, indem das Männchen mit seinen Pedipalpen die Spermaflüssigkeit in die Bulben pumpt. Nun geht es auf die Suche nach einem Weibchen. Das Männchen ermittelt die Anwesenheit eines Weibchens, indem es die chemischen Substanzen (Pheromone) des Weibchens wahrnimmt. Hat das Männchen ein Weibchen ausgemacht, umwirbt das Männchen das Weibchen mit seinen Tastern durch kräftiges Trommeln und spasmodischen Bewegungen des dritten Beinpaares, teilweise trommelt das Männchen auch noch mit dem ersten und zweiten Beinpaar und prüft zugleich die Paarungsbereitschaft des Weibchens. Vermutlich wird die seismische Kommunikation über den Boden durch Stridulation einiger Organe produziert. Die durch das Trommeln ausgelösten Vibrationen (seismische, akustische Signale) werden über die Hörhaare wahrgenommen.

Nach ungefähr drei bis sechs Wochen nach der Kopulation versiegelt das Weibchen die Zugänge des Nestes und webt mit Seide innerhalb des Nestes einen Kokon. Ungefähr drei Monate nach der Kopulation legt sie ihre Eier im natürlichen Lebensraum in den Kokon ab. Das Weibchen kann innerhalb von kurzer Zeit einen zweiten und einen dritten Kokon anlegen, jedoch geht die Anzahl der Jungspinnen zurück. Im Innern des Kokons durchlaufen die Nymphen mehrere Entwicklungsstadien, in denen sie sich zweimal häuten. Die Nymphen schlüpfen noch im Innern des Kokons. Dies geschieht bereits nach drei Wochen. Nach insgesamt rund zehn Wochen schlüpfen die jungen Spiderlinge, wie sie nach dem Schlupf genannt werden. Die Spiderlinge sind schon beim Schlupf mit einem Zentimeter Spannweite recht stattlich. Sie häuten sich in der Folge alle zwei bis drei Wochen und leben in der ersten Zeit von Kleinstinsekten. Wenige Tage nach dem Schlupf verlassen sie das Nest. Die Spiderlinge sind während dieser Zeit sehr verletzbar.

Synonyme und Chresonyme nach Norman I. Platnick

Update 4. November 2008 <1>

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

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