Homöopathie

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Samuel Hahnemann, 1841
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Samuel Hahnemann, 1841

Die Homöopathie ist ein medizinischer Fachbereich, sie wurde im Jahre 1800 von dem deutschen Arzt, Schriftsteller und Übersetzer Samuel Hahnemann (*10. April 1755 in Meißen; † 2. Juli 1843 in Paris) gegründet. Als junger Arzt hatte er an sich einen Selbstversuch unternommen, bei dem er ein gegen Malaria eingesetztes Medikament aus der Rinde des Chinarindenbaums (Cinchona pubescens) sich selbst injizierte. Dabei bekam er, verursacht durch eine zu hohe Dosis, etwa dasselbe heftige Fieber, wie es auch die Malaria mit sich bringt. Als gesunder Mensch bekam er also Symptome, welche durch das eingenommene Mittel hervorgerufen wurden, welches wiederum gegen eine Krankheit mit den gleichen Symptomen eingesetzt wird. Dies brachte Hahnemann auf den Gedanken Ähnliches mit Ähnlichem zu behandeln, was sich zum Grundsatz der Homöopathie entwickelt hat. Auch das griechische Wort "homoion", von welchem die Bezeichnung "Homöopathie" stammt, bedeutet so viel wie "ähnlich". Allerdings kann man bei Vergiftungen in der Regel nicht einfach zusätzlich noch ein beliebiges anderes Gift (Toxin) zur Behandlung verabreichen, weshalb die Dosierungen so gering gestellt und stark verdünnt werden, dass weitere schädliche Wirkungen und Reaktionen so gut wie ausgeschlossen sind. Im Glauben der homöopathischen Mediziner werden die Wirkstoffe durch Verreiben und Schütteln "dynamisiert" und bekommen jene Kraft zurück, die beim Verdünnen verloren gegangen ist. Im Regelfall stellen Homöopathen die Medikamente für jeden Patienten gesondert zusammen, wobei aber auch viele homöopathische Fertigpräparate existieren. Die Zusammenstellung und Verordnung erfordert eine Menge an Wissen und Beschäftigung mit dem Patienten, welcher bereits durch erhöhte Aufmerksamkeit des homöopathischen Arztes oftmals Zuwendung und Hilfe verspürt. Aufgrund der Tatsache, dass in vielen Fällen die homöopathische Wirksamkeit schwer nachweisbar ist und die Grundsätze der Homöopathie kaum mit moderner, rationaler Wissenschaft vereinbar sind, ist die Homöopathie sehr umstritten und wird von vielen Ärzten abgelehnt. Allerdings sind Homöopathika, die homöopathischen Mittel, zumeist günstiger im Preis als herkömmliche Medikamente, und sie bergen in der Regel kaum Nebenwirkungen. Auch nicht außer Acht zu lassen ist, dass bei etlichen Mitteln die Wirksamkeit nahezu unumstritten ist, wenngleich die Ursachen der Wirkung sich oft auch nicht ohne Weiteres klären lassen. Dem Vorwurf des Placebo-Effektes kann die Homöopathie ausweichen, wenn sie auf bestätigte Heilerfolge bei Haustieren oder Kleinkindern verweist, die sich der Wirkung von Medizin nicht bewusst sind, was jedoch eine Voraussetzung für eine Placebowirkung ist.

Anhang

Literatur und Quellen

  • M.Bergau, P.Habbe und B. Schäfer: Umwelt:Biologie, Ernst Klett Verlag, ISBN 3-12-029200-1
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