Hosmer´s-Skink

aus Tierdoku, der freien Wissensdatenbank

(Weitergeleitet von Hosmer's Stachelschwanz-Skink)
Hosmer´s-Skink

Systematik
Klasse: Kriechtiere (Reptilia)
Ordnung: Schuppenkriechtiere (Squamata)
Unterordnung: Echsen (Lacertilia)
Überfamilie: Skinkartige (Scincomorpha)
Familie: Skinke (Scincidae)
Gattung: Stachelechsen (Egernia)
Art: Hosmer´s-Skink
Wissenschaftlicher Name
Egernia hosmeri
(Kinghorn, 1955)

Der Hosmer´s-Skink (Egernia hosmeri), auch unter der Bezeichnung Hosmer's Stachelschwanz-Skink bekannt, zählt innerhalb der Familie der Skinke (Scincidae) zur Gattung Egernia. Im Englischen wird der Hosmer´s-Skink hosmer's spiny-tailed skink genannt. Die Art ist monotypisch, demnach sind keine Unterarten bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Hosmer´s-Skink ist ein ziemlich kräftiger Skink und erreicht eine Körperlänge, einschließlich Schwanz, von etwa 23,0 bis 24,0 Zentimeter. Die Schuppen auf seinem Körper weisen drei bis vier scharfe Spitzen oder Kiele auf. Ferner zeigen sich auf dem Schwanz lange Dornen. Die Färbung ist hellgelb-braun bis braun und ist mit cremig- bis dunkelbraunen Flecken besetzt, die mehr um den Kopf prominent sind. Zu den markanten Merkmalen der Skinke gehören anatomische Merkmale, die sich insbesondere auf die Oberflächenstruktur der männlichen Begattungsorgane, die Muskulatur und die Anwesenheit von Osteodermen zeigen. Osteoderme sind flache Knochenplatten, die sich unterhalb der Hornschuppen befinden. Sie bestehen aus miteinander verwachsenen kleinen Knochenlamellen. Ein direkter Kontakt zu den Hornschuppen besteht nicht. Der Hosmer´s-Skink ist ausgesprochen kurzbeinig und der walzenförmige Rumpf ist deutlich gestreckt. Der Kopf ist in der Regel spitz zulaufend und weist eng anliegende geschwindelte Schuppen auf. Die Zunge ist mit schuppenartigen Papillen besetzt. Sie ist relativ kurz und vorne leicht gerundet oder gekerbt.
Hosmer´s-Skink
vergrößern
Hosmer´s-Skink
Die Zähne befinden sich an der Innenseite der Kieferleisten. Fällt ein Zahn aus, so wird dieser permanent ersetzt. Die Schlüsselbeine sind deutlich verbreitet. Man geht heute davon aus, dass sich die morphologischen Anpassungen an die Lebensweise innerhalb der einzelnen Gruppen der Skinke unabhängig voneinander entstanden sind. In Abhängigkeit von der Lebensweise wurde dabei ein unterschiedlicher Grad an Vollkommenheit erreicht.

Lebensweise

Hosmer´s-Skinke leben fast ausschließlich auf dem Boden und bewegen sich typischerweise ähnlich wie Schlangen (Serpentes) fort. Während der aktiven Phase halten sich Hosmer´s-Skinke auf Steinen oder Felsen auf. Zum Schutz oder in der Nacht ziehen sich die Tiere an geschützten Stellen zurück. Hosmer´s-Skinke leben üblicherweise einzelgängerisch und sind untereinander eher unverträglich. Die Geschlechter treffen nur zur Paarungszeit aufeinander.

Verbreitung

Der Hosmer´s-Skink ist im Norden von Queensland und im nördlichen Gebiet in der Nähe des Golf von Carpentaria verbreitet. Er hält sich in Felsvorsprüngen und Felsspalten auf und versteckt sich meist zwischen den Felsblöcken. Wenn sich der Hosmer´s-Skink bedroht fühlt, verkeilt er sich gegen den Felsen und bläht seinen Körper dabei auf, so dass er mit den Dornen am Felsen Halt findet und er sich schwer zu entfernen läßt. Zumeist trifft man den Hosmer´s-Skink entlang von Flüssen und Bächen an. Er ist zwar eng mit dem Wasser verbunden, hält sich aber außerhalb des Wassers jedoch in Felsspalten oder unter Steinen verborgen.

Ernährung

Hosmer´s-Skink
vergrößern
Hosmer´s-Skink

Hosmer´s-Skinke ernähren sich überwiegend von Insekten (Insecta) und deren Larven sowie von anderen Gliederfüßern (Arthropoda) wie Asseln (Isopoda), Spinnentiere (Arachnida) und Tausendfüßer (Myriapoda). Auch Schnecken (Gastropoda) und Regenwürmer (Lumbricidae) werden nicht verschmäht. Unter den Insekten stehen vor allem Käfer (Coleoptera), Geradflügler (Orthoptera) und Grillen (Gryllus) hoch im Kurs. Hier und da werden auch Blätter, Blüten, Beeren und Früchte verzehrt.

Fortpflanzung

Während der Paarungszeit kommt es unter den Männchen teils zu heftigen Rangkämpfen um das Paarungsrecht mit den Weibchen. Nur der Sieger aus einem Kampf, der auch blutig enden kann, hat ein Recht auf die Paarung. Beim Paarungsakt steigt das Männchen auf den Rücken des Weibchens und verbeisst sich in ihrem Nacken. Das Männchen schiebt den Schwanz des Weibchens beiseite und bringt seine Kloake an die des Weibchens. Dieser Paarungsakt kann mehrere Minuten dauern. Nach einer Trächtigkeit von rund vier Monaten bringt das Weibchen durchschnittlich vier Jungtiere zur Welt. Die Jungtiere weisen eine Geburtsgröße von drei bis vier Zentimeter auf. Sie reifen ohne Eihülle im Eileiter heran. Bei den eierlegenden Arten sind Gelegegrößen von 6 bis 20 Eier die Regel. Dies ist beispielsweise bei allen Arten der Gattung Eumeces der Fall. Bei lebendgebärenden Arten sind die Würfe deutlich kleiner.

Anhang

Siehe auch

  • Hauptartikel: die Familie der Skinke (Scincidae)

Literatur und Quellen

  • Kurt Deckert: Urania-Tierreich - Fische, Lurche, Kriechtiere. Urania-Verlag Leipzig - Jena - Berlin 1991. ISBN 3-332-00376-3
  • Manfred Rogner: Echsen, Bd.2, Warane, Skinke und andere Echsen sowie Brückenechsen und Krokodile. Ulmer (Eugen) (1994). ISBN 3800172534
'Persönliche Werkzeuge