Hutschins Zwergkanadagans

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Hutschins Zwergkanadagans
Branta hutchinsii leucopareia

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse: Neukiefervögel (Neognathae)
Ordnung: Gänsevögel (Anseriformes)
Familie: Entenvögel (Anatidae)
Gattung: Meergänse (Branta)
Art: Hutschins Zwergkanadagans
Wissenschaftlicher Name
Branta hutchinsii
Richardson, 1832

IUCN-Status
Least Concern (LC) - IUCN

Die Hutschins Zwergkanadagans (Branta hutchinsii), die auch Dunkle Kanadagans genannt wird, zählt innerhalb der Familie der Entenvögel (Anatidae) zur Gattung der Meergänse (Branta). Im Englischen wird diese Meergans Cackling Goose, Tundra Goose oder Hutchins's Goose genannt.

Ursprünglich war die Hutschins Zwergkanadagans eine Unterart der Kanadagans (Branta canadensis). Die Kanadagans wurde im Jahre 2005 im Rahmen einer Revision gesplittet (Sibley and Monroe, 1990, 1993). Die Unterart Bering-Zwergkanadagans (Branta hutchinsii asiatica) gilt seit 1929 als ausgestorben.

Die Hutschins Zwergkanadagans kann leicht mit der Weißwangengans (Branta leucopsis), der Kanadagans (Branta canadensis), und der Ringelgans (Branta bernicla) verwechselt werden. Alle drei Arten sind jedoch deutlich größer als Hutschins Zwergkanadagans. Die Weißwangengans läßt sich zusätzlich durch die schwarze Brut unterscheiden.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die Hutschins Zwergkanadagans erreicht eine Körperlänge von 60 bis 64 Zentimeter, eine Flügelspannweite von 105 bis 115 Zentimeter sowie ein Gewicht von gut 1.200 Gramm. Der Hals und der Kopf sind schwarz gefärbt. Die Kopfseiten weisen bis zum Kinn ein breites weißes Band auf. Am Halsansatz zeigt sich ebenfalls eine breites weißes Band. Der Rücken, die Flügel sowie die Brust und die vordere Bauchseite sind bräunlich gefärbt. In diesen Bereichen zeigen sich schmale weißliche Querbänder. Der untere Teil des Bauches ist rein weiß gefärbt. Die Zeichnung kann je nach Unterart leicht abweichend sein. Der kurze Schnabel und die Augen zeigen sich in einer schwarzen Färbung. Die Extremitäten weisen eine dunkelgraue Färbung auf. Jungvögel sind insgesamt gedeckter gefärbt. Im Flug werden der Hals und die Extremitäten gestreckt gehalten.

Hutschins Zwergkanadagänse leben außerhalb der Paarungszeit in zum Teil sehr großen Gruppen bzw. Kolonien. Sie sind also ausgesprochen gesellig. Dieses Verhalten ändert sich jedoch während der Paarungszeit, zu der sie sich in kleinen und lockeren Kolonien zurückziehen. Jedes Nest gilt dabei als ein kleines Revier. Hutschins Zwergkanadagänse gehören zu den Zugvögeln, die den Winter über in gemäßigten Regionen verbringen.

Unterarten

Trivialname Wissenschaftlicher Name Erstbeschreiber IUCN-Status Vorkommen
Hutschins Zwergkanadagans Branta hutchinsii hutchinsii Richardson, 1832 LC Kanada, Hawaii, Texas, Mexiko
Dunkle Zwergkanadagans Branta hutchinsii minima Ridgway, 1885 LC Alaska, Kanada, westliche USA
und Mexiko
Aleuten Zwergkanadagans Branta hutchinsii leucopareia Brandt, 1836 LC Alaska, westliche USA, Mexiko
Sibirien und Rußland
Taverners Kanadagans Branta hutchinsii taverneri Delacour, 1951 LC Alaska, Texas, Mexiko
Bering-Zwergkanadagans Branta hutchinsii asiatica Aldrich, 1946 EX Sibirien, Rußland, Alaska

Verbreitung

Die Brutgebiete der Hutschins Zwergkanadagans liegen im nördlichen Nordamerika und im östlichen Teil Asiens. In Nordamerika liegen die Brutgebiete vor allem in Alaska und Kanada. Hin und wieder verirren sich kleinere Gruppen auch bis nach Westeuropa. Sie sind hier jedoch nur selten anzutreffen. Gebrütet wird fast ausschließlich an felsigen und unzugänglichen Küsten in unmittelbarer Nähe zum Meer. Die nordamerikanischen Populationen ziehen im Winter nach Mexiko oder in die südwestlichen US-Bundesstaaten. Die asiatischen Populationen ziehen für gewöhnlich ins östliche China oder nach Japan. Im Winter bevorzugen Hutschins Zwergkanadagänse küstennahe und feuchte Weiden, andere Grünlandflächen sowie Salzmarschen. Die Ufer von Flüssen werden ebenfalls gerne besiedelt. Der Rückflug in die Brutgebiete erfolgt in der Regel im März. Der Zug erfolgt in großen Schwärmen, in denen in V-Formation geflogen wird. Die genaue Verteilung der Unterarten ist der obigen Tabelle zu entnehmen.

Ernährung

Die Hutschins Zwergkanadagänse ernähren sich hauptsächlich von Graspflanzen, Wasserpflanzen und hier und da von einigen Sämereien. Die Jungtiere fressen zudem auch kleine Insekten (Insecta), Weichtiere (Mollusca) und Krebstiere (Crustacea). Erwachsene Gänse nehmen eher weniger tierische Kost zu sich. Aber auch Moose und Flechten werden vor allem in den nördlichen Gebieten gerne gefressen. Auf Nahrungssuche gehen Hutschins Zwergkanadagänse in großen Schwärmen auf Kleefelder, Grasland oder Salzmarschen.

Fortpflanzung

Die Hutschins Zwergkanadagans erreicht die Geschlechtsreife mit zwei bis drei Jahren. Die Paarungs- und Brutzeit beginnt in den subarktischen Verbreitungsgebieten ab April und erstreckt sich bis in den Frühsommer. Die Vögel leben in einer monogamen Einehe, die in der Regel ein Leben lang hält. Hutschins Zwergkanadagänse nisten für gewöhnlich in kleineren, losen Kolonien, die sich in unmittelbarer Nähe des Wassers befinden. Jedes Nest gilt trotz des Brütens in Kolonien als eigenes kleines Revier und wird gegenüber Artgenossen verteidigt. Pro Saison kommt es nur zu einer Jahresbrut. Auch der Küste vorgelagerte Inseln werden gerne als Brutrevier genutzt. Auch bei den Brutplätzen sind sie ausgesprochen standorttreu. Das Nest wird an geschützter Stelle meist unter Büschen oder an ähnlichen Stellen angelegt. Es besteht aus pflanzlichen Teilen wie Moosen, Flechten und Gräsern. Ausgepolstert wird ein Nest mit Dunen und ähnlich weichen Materialien. Ein Gelege besteht für gewöhnlich aus vier bis fünf Eiern, die über einen Zeitraum von 24 bis 25 Tagen gewärmt werden. Das Wärmen der Eier wird ausschließlich vom Weibchen übernommen. Das Männchen sorgt für den Schutz des Geleges. Bevor das Weibchen gelegentlich zum Fressen das Gelege verlässt, wird es mit Pflanzenteilen abgedeckt. Bereits kurz nach dem Schlupf, meist am zweiten Lebenstag, folgen die Küken den Eltern zu den Nahrungsgründen. Um schnell zu wachsen, fressen die Jungvögel fast unaufhörlich. Im Alter von rund 45 Tagen erreichen die Jungvögel die Flugfähigkeit. Die Familien bleiben den ersten Winter über zusammen. Erst im folgenden Frühjahr verlassen die Jungvögel ihre Eltern. Eine Hutschins Zwergkanadagans kann ein Alter von gut 20 Jahren und mehr erreichen.

Gefährdung und Schutz

Hutschins Zwergkanadagänse wurden seit je her stark bejagt. Durch diese starke Bejagung ist bereits eine Unter art ausgestorben. Insgesamt gilt die Art jedoch als noch nicht gefährdet. Dementsprechend wird die Hutschins Zwergkanadagans in als nicht gefährdet geführt. Heute steht die Hutschins Zwergkanadagans unter Schutz und die Bejagung ist deutlich zurückgegangen.

Anhang

Literatur und Quellen

  • Prof. Dr. Dr. H. C. Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Band 7-9 Vögel. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG München (1993) ISBN 3-423-05970-2
  • Gottfried Mauersberger, Wilhelm Meise: Urania Tierreich, 7 Bde., Vögel.Urania, Stuttgart (1995) ISBN 3423032049

Links

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