Hyänen

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Hyänen
Tüpfelhyäne (Crocuta crocuta)

Systematik
Reihe: Landwirbeltiere (Tetrapoda)
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Lebendgebärende Säugetiere (Theria)
Teilklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
Überfamilie: Katzenartige (Feloidea)
Familie: Hyänen
Wissenschaftlicher Name
Hyaenidae
Gray, 1821

Hyänen (Hyaenidae) gehören innerhalb der Klasse der Säugetiere (Mammalia) zur Ordnung der Raubtiere (Carnivora) und sind hier den Katzenartigen (Feloidea) zugeordnet. Die Familie weist 4 rezente Arten in 2 Unterfamilien und 3 (4) Gattungen auf.

Inhaltsverzeichnis

Evolution und Entwicklung

Hyänen haben sich wahrscheinlich aus den Schleichkatzen (Viverridae) entwickelt. Die Gattungen Hyaena und Crocuta tauchten erstmals im Miozän auf. Als einer der frühesten Vorläufer der Hyänen kann Protictitherium angesehen werden, der vor 15 Millionen Jahren lebte und vor gut 5 Millionen Jahren ausstarb. Kurze Zeit nach Protictitherium tauchte die Gattung Plioviverrops auf, die auch in Mitteleuropa verbreitet war. Gegen Ende des Miozän kam in Europa Ictitherium auf. Im Pliozän und im frühen Pleistozän traten mehrere Hyänengattungen in Erscheinung. Dazu gehören beispielsweise Lycyaena, Hyaenictis und Pachyrouta. Die meisten Arten starben spätestens im Pleistozän aus. Aufgrund paläontologischer und genetischer Untersuchungen hat man festgestellt, dass sich Erdwölfe vor 15 bis 35 Millionen Jahren von den Echten Hyänen fortentwickelten. Die Fleckenhyäne trennte sich vor gut 10 Millionen Jahren von der Schabrackenhyäne und der Streifenhyäne. Die Schabrackenhyäne und die Streifenhyäne trennten sich vor gut 6 Millionen Jahren.

Beschreibung

Aussehen

Die Hyänen werden in zwei Unterfamilien geführt, wobei der Erdwolf in der Unterfamilie Protelinae monotypisch ist. Die anderen drei Hyänenarten, die Echten Hyänen (Hyaeninae), ähneln im Wesentlichen Hunden. Sie zeichnen sich insbesondere durch große Köpfe und kräftige Vordergliedmaßen aus. Hyänen erreichen je nach Art eine Körperlänge von 70 bis 150 Zentimeter, eine Schulterhöhe von 45 bis 98,9 Zentimeter, eine Schwanzlänge von 20 bis 47,1 Zentimeter sowie ein Gewicht von 8 bis 80 Kilogramm. Die kleinste Art ist der Erdwolf (Proteles cristatus), die größte Art ist die Tüpfelhyäne (Crocuta crocuta). Die genauen Maße und Gewichte können der unten stehenden Tabelle entnommen werden. Das langhaarige Fell Streifenhyäne (Hyaena hyaena) weist eine blassgraue bis sandfarbene Färbung auf. Dorsal zeigt sich ein dunkler Aalstrich, lateral 5 bis 9 dunkle Querstreifen. Die Kehle ist durch einen dunklen Fleck gekennzeichnet. Die Schabrackenhyäne (Hyaena brunnea) ist dunkelbraun bis schwarzbraun gefärbt. Die Haare im Nacken und Schulterbereich sind weißlich gefärbt. Ihr Fell ist mit bis zu 25 Zentimeter sehr lang und wirkt zottelig.
Langhaarig: die Schabrackenhyäne (Hyaena brunnea)
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Langhaarig: die Schabrackenhyäne (Hyaena brunnea)
An den Extremitäten zeigt sich eine dunkle Querstreifung. Das Fell der Tüpfelhyäne ist eher kurz und sandfarben bis graubraun gefärbt. Dunkle Tupfen auf dem Rücken und den Flanken geben der Tüpfelhyäne ein markantes Aussehen. Der Erdwolf verfügt über ein sehr langes Fell. Es ist gelblichbraun bis rötlichbraun gefärbt. Die Bauchseite und der Kehlbereich sind deutlich heller, meist cremefarben gefärbt. Der Rumpf des Erdwolfes ist mit 3 bis 5 dunkel Diagonalstreifen versehen, an den Oberschenkeln der vorderen und hinteren Extremitäten zeigen sich 1 bis 2 dunkle Längsstreifen.

Hyänen, insbesondere die Echten Hyänen, verfügen über sehr kräftige Kiefer und ein kräftiges Gebiss. Damit sind sie in der Lage selbst harte Knochen zu zermahlen. Die Knochen werden aufgebissen, um an das nahrhafte Mark zu kommen. Im Magen der Hyänen sorgt eine hoch konzentrierte Magensäure für eine Zersetzung von Knochen und anderer Nahrung. Die vorderen Extremitäten der Echten Hyänen sind länger als die hinteren. Die Rückenlinie fällt daher nach hinten ab. Daraus ergibt sich in der Bewegung für gewöhnlich ein leicht hoppelnder oder hüpfender Gang. Das Fell der Hyänen ist bis auf die Tüpfelhyäne ausgesprochen lang. Bei Erregung oder Gefahr können sie die Nackenmähne, zum Teil auch das gesamte Fell deutlich sichtbar aufstellen um größer zu erscheinen. Lange hielt man Tüpfelhyänen für Zwitter, da sich die Genitalien der Geschlechter kaum unterscheiden. Die Klitoris ist leicht verlängert und die Schamlippen bilden bodensackähnliche Taschen.

Die Schädel der Hyänen sind lang und kräftig ausgebildet. Das Gebiss besteht aus 34 Zähnen, die zahnmedizinische Formel (i, c, p, m) lautet 3/3, 1/1, 4/3, 1/1. Das Milchgebiss besteht aus 32 Zähnen, die zahnmedizinische Formel lautet 3/3, 1/1, 4/4, 0/0. Beim Milchgebiss fehlen die Molaren demnach vollständig. Damit verfügen Hyänen nach einigen Katzen (Felidae) über die wenigsten Zähne. Bei Erdwölfen sind die Backenzähne stark verkleinert, ähneln dabei kleinen Zapfen und liegen auch außergewöhnlich weit auseinander. Daher fallen die Backenzähne bei adulten Tieren mitunter frühzeitig aus. Die Kiefer der Hyänen sind für Raubtiere (Carnivora) ausgesprochen kurz. Je nach Unterfamilie weisen die Kiefer zwei unterschiedliche Anpassungstendenzen auf. Fleckenhyänen sind in der Lage selbst kräftige Oberschenkelknochen von großen Beutetieren zu zerbeißen. Die Prämolaren sind dazu sehr breit, die Reißzähne dienen lediglich zum Zerteilen von Beute. Bei den Schabrackenhyänen und Streifenhyänen sind die Prämolaren deutlich kleiner und die Reißzähne dienen einerseits zum Zerdrücken und andererseits zum Zerteilen von Beute.

Größe und Gewicht

Deutscher Name Wissenschaftliche Bezeichnung Kopf-Rumpf-Länge Schulterhöhe Schwanzlänge Ohrlänge Gewicht
Streifenhyäne Hyaena hyaena 103,6 - 119 cm 60 - 94,2 cm 26,5 - 47,1 cm 12,2 - 15,2 cm 25 - 50 kg
Schabrackenhyäne Hyaena brunnea 110 - 130 cm 71,7 - 98,9 cm 25 - 30 cm  ? cm 28 - 50 kg
Tüpfelhyäne Crocuta crocuta 95 - 150 cm 70 - 85 cm 30 - 36 cm  ? cm 45 - 80 kg
Erdwolf Proteles cristatus 70 - 80 cm 45 - 50 cm 20 - 30 cm 9 - 10,2 cm 8 - 12 (14) kg

Lebensweise

Streifenhyäne (Hyaena hyaena)
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Streifenhyäne (Hyaena hyaena)

Alle Arten der Hyänen sind mehr oder weniger nachtaktiv, eher selten sind sie auch am Tage zu beobachten. Bis auf die Schabrackenhyäne sind Hyänen ausgesprochen gesellig und leben meist in größeren Rudeln. Dies stellt eine Anpassung an ihre Ernährungsgewohnheiten dar. Die Schabrackenhyäne lebt überwiegend einzelgängerisch. Die Aasfresser unter den Hyänen sind in der Regel während der Nahrungssuche alleine unterwegs. Dies macht auch Sinn, da Aas auch alleine rein über den hoch entwickelten Geruchssinn gefunden werden kann. Tüpfelhyänen jagen meist im Rudel. Diese Jagdstrategie verheißt den größten Erfolg. Alleine könnte ein Tüpfelhyäne ein ausgewachsenes Zebra kaum erjagen, in der Gruppe ist dies hingegen ohne weiteres möglich. Zudem reichen größere Beutetiere auch für ein ganzes Rudel aus. Daher werden auch keine kleinen Tiere gejagt, da dies nur das Konkurrenzverhalten schüren würde. Eine Gruppe besteht in der Regel aus nah verwandten Tieren. Dieser Prozess der Verwandtenselektion macht Sinn, da Hyänen jene Tiere vorziehen, mit denen sie mehr Gene teilen. So teilen sich die Tiere einer Verwandtschaftsgruppe den Erfolg und steigern gleichzeitig die Überlebenschancen der ganzen Familie. Die in Rudeln lebenden Hyänen bewohnen ein Revier und verteidigen dieses gegen benachbarte Gruppen und Fleischfresser. Bei den Tüpfelhyänen herrscht innerhalb einer Gruppe eine strikte lineare Hierarchie, die von einem dominanten Alphaweibchen angeführt wird. Das ranghöchste Männchen ist dem dominanten Weibchen untergeordnet. Die Weibchen bleiben mit Erreichen der Geschlechtsreife in der Geburtsgruppe, Männchen verlassen ihre Geburtsgruppe und schließen sich anderen Gruppen oder Junggesellentrupps an. Die Weibchen beerben innerhalb einer Gruppen den Rang der Mutter und steigen letztlich bis zum dominanten Tier auf.

Die Kommunikation untereinander erfolgt über zahlreiche Laute. Dazu gehören heulende, bellende oder kichernde Laute. Mit dem Heulen verständigen sich Hyänen üblicherweise über größere Entfernungen. Man hat festgestellt, dass jede Hyäne über eine eigene Stimme verfügt und die von anderen Individuen erkannt werden kann. Die Größe einer Gruppe unterscheidet sich je nach Art. Gruppengrößen von bis zu 80 oder mehr Tieren bei der Tüpfelhyäne sind keine Seltenheit. Schabrackenhyänen leben meist in deutlich kleineren Gruppen, die aus 5 bis 15 Tieren bestehen. Auch die Größe der Reviere unterscheiden sich erheblich und können bis zu 1.000 Quadratkilometer betragen. Bei der Streifenhyäne beträgt die durchschnittliche Reviergröße zwischen 235 und 480 Quadratkilometer. Die Reviergrößen der Erdwölfe sind mit 1 bis 4 Quadratkilometer vergleichsweise bescheiden.
Tüpfelhyäne (Crocuta crocuta)
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Tüpfelhyäne (Crocuta crocuta)
Zentraler Punkt in einem Revier sind ein oder mehrere Baue, in denen Weibchen ihre Jungen zur Welt bringen oder einfach nur ruhen. Bei einigen Arten verbringen die Jungen bis zu 18 Monaten im Bau, ehe sie aktiv mit auf die Jagd gehen können. Der Bau bieten dem Nachwuchs ausreichend Schutz vor Fleischfressern und anderen Feinden. Bei den Tüpfelhyänen bringen mehrere Weibchen ihren Nachwuchs in einem Bau zur Welt.

Echte Hyänen zeichnen sich durch eine ausgeklügelte Kommunikation und spezielle Begrüßungsrituale aus. Die chemische Kommunikation beruht im Wesentlich aus Duftmarken. Bei den Erdwölfen ist nur das Markieren, nicht aber die Begrüßungsrituale ähnlich komplex ausgeprägt. Alle Hyänenarten zeichnen sich durch Analtaschen aus, über die ein Sekret abgegeben wird, dass der Markierung dient. Das Sekret hat eine pastenartige Struktur und ist je nach Art weißlich, cremefarben oder schwärzlich gefärbt. Zur Reviermarkierung plazieren sich beispielsweise Schabrackenhyänen über einen Grashalm und streifen mit einer Vorwärtsbewegung einen Tropfen des Sekretes ab. In einem Revier können so bis zu 15.000 Markierungen abgegeben werden. So sollten vor allem benachbarte Gruppe auf die Besitzstände hingewiesen und vom Eindringen in das Revier abgehalten werden. Es werden verschiedene Sekrete abgesetzt, wobei die weißliche Paste der Reviermarkung dient und die schwarze Paste den eigenen Rudelmitgliedern Nahrungsplätze signalisiert. Bei den anderen Hyänenarten stülpen sie ihre Analtaschen bei Berührung mit Rudelmitgliedern nach außen. Bei Tüpfelhyänen, die ihren Analbereich bei Begrüßung nicht präsentieren, ist dies mit aggressivem Verhalten verbunden. Schabrackenhyänen und Streifenhyänen können ihre Rückmähne aufstellen, beriechen einander, untersuchen die Analtaschen und führen dabei rituelle Kämpfe durch. Fleckenhyänen beriechen und belecken den Genitalbereich, um Informationen auszutauschen.

Das Sozialsystem der Erdwölfe unterscheidet sich deutlich von dem der Echten Hyänen. Erdwölfe leben wahrscheinlich in einer monogamen Einehe und somit in kleinen Familiengruppen, die aus einem Pärchen und deren Nachwuchs bestehen.

Verbreitung

Erdwolf (Proteles cristatus)
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Erdwolf (Proteles cristatus)

Hyänen sind in weiten Teilen Afrikas, im Nahen Osten sowie im westlichen Asien und in Indien verbreitet. Die Streifenhyäne kommt in nordwestlichen und nordöstlichen Afrika, in Syrien, Kleinasien und in Indien vor. Das Verbreitungsgebiet der Schabrackenhyäne erstreckt sich über das südwestliche und südliche Afrika. Die Tüpfelhyäne kommt in Afrika südlich der Sahara mit Ausnahme der tropischen Regenwäldern vor. Der Erdwolf ist in östlichen und südlichen Afrika weit verbreitet. Besiedelt werden zumeist aride Lebensräume wie Baum- und Strauchsavannen, Grasland, Halbwüsten und die Ränder von reinen Wüsten. Die Tüpfelhyäne lebt zusätzlich auch in lichten Wäldern und besiedelt die Ränder tropischer Regenwälder. In dichten, unzugänglichen Waldregionen ist keine Hyänenart anzutreffen.

Sympatrie und Konkurrenz

Hyänen leben in ihren Verbreitungsgebieten in Sympatrie mit anderen Fleischfressern. Beim Erdwolf sind dies beispielsweise der Schabrackenschakal (Canis mesomelas), der Löffelhund (Otocyon megalotis) und der Kapfuchs (Vulpes chama). Als Sympatrie bezeichnet man eine Form der geographischen Verbreitung, bei der sich die Verbreitungsgebiete zweier Arten überschneiden. Hyänen stehen allerdings auch in interspezifischer Konkurrenz zu anderen Raubtieren. Ein Beispiel ist hier die Schabrackenhyäne, die in Nahrungskonkurrenz zu Schabrackenschakalen (Canis mesomelas) lebt. Oder auch die Tüpfelhyäne; sie steht in Lebensraum- und Nahrungskonkurrenz zu Goldschakalen (Canis aureus). In der Regel reduziert die Konkurrenz die Fitness und damit den Reproduktionserfolg der Konkurrenten. Damit Konkurrenz um eine Ressource auftreten kann, muss diese in begrenztem Ausmaß vorliegen.

Ernährung

Kräftige Kiefer und Zähne in Verbindung mit einem hoch entwickelten Verdauungssystem machen Hyänen zu effizienten Fleisch- und Aasfressern unter allen Säugetieren. Schabrackenhyänen und Streifenhyänen ernähren sich dabei überwiegend von Aas.
Beliebter Snack: Streifengnus (Connochaetes taurinus)
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Beliebter Snack: Streifengnus (Connochaetes taurinus)
Diese ungewöhnliche Kost wird mit allerlei wirbellosen Tieren, Früchten und Eiern ergänzt. Selbständig erjagt werden nur kleine Tiere. Selbstgejagte Tiere machen kaum 5 Prozent der gesamten Beute aus. An Aas stehen üblicherweise Spießböcke (Oryx gazella), Streifengnus (Connochaetes taurinus), Weißschwanzgnus (Connochaetes gnou), Kuhantilopen (Alcelaphus buselaphus), Springböcke (Antidorcas marsupialis), Steinböckchen (Raphicerus campestris), Springhasen (Pedetes capensis), Löffelhunde (Otocyon megalotis) und Schabrackenschakale (Canis mesomelas) auf der Speisekarte.

Tüpfelhyänen ernähren sich von Aas und gelten auch als ausgezeichnete Jäger. Sie sind ausgezeichnete Läufer und können auch über Strecken von mehr als 3 Kilometer hohe Geschwindigkeiten beibehalten. Dabei erreichen sie leicht Geschwindigkeiten von gut 60 km/h. Aktiv jagen sie nach Steppenzebras (Equus quagga), Grevyzebras (Equus grevyi), Streifengnus, Spießböcke und verschiedene andere Hornträger (Bovidae). Tüpfelhyänen jagen grundsätzlich im Rudel und sind daher bei der Jagd sehr erfolgreich. Wird nicht alles eines Beutetieres gefressen, so vergräbt ein Rudel Tüpfelhyänen die Beute. Später werden die Reste ausgegraben und gefressen. Erdwölfe weichen in Bezug von der Ernährung stark von Echten Hyänen ab. Sie ernähren sich fast ausschließlich von Insekten. Zu ihrer Leibspeise gehören unter anderem Ameisen (Formicoidea) und Termiten (Isoptera). Mit ihrer klebrigen Zunge können Erdwölfe diese kleinen Insekten mühelos in großer Zahl aufnehmen. Ein Erdwolf kann in einer Nacht zwischen 250.000 und 300.000 Termiten fressen. Nur selten werden auch kleinere Gliederfüßer (Arthropoda) gefressen. Je nach Art fressen Echte Hyänen zwischen 2,8 bis 6 Kilogramm Fleisch oder Aas am Tag. Erdwölfe kommen mit deutlich weniger Nahrung aus. An den Küsten Namibias haben es Schabrackenhyänen auf Südafrikanische Seebären (Arctocephalus pusillus) abgesehen, die hier in großen Kolonien leben. Hyänen legen während der Nahrungssuche je nach Art in einer Nacht 10 bis 30 Kilometer zurück. <1>

Fortpflanzung

Die Geschlechtsreife erreichen Hyänen mit etwa zwei Jahren, wobei männliche Tiere erst deutlich später zur ersten Paarung kommen, da innerhalb einer Gruppe sich neben dem dominanten Weibchen nur das ranghöchste Männchen fortpflanzt. Nur der Erdwolf lebt in einer monogamen Beziehung. Die Fortpflanzung ist in den meisten Regionen an keine bestimmte Jahreszeit gebunden. Die Paarungszeit der Erdwölfe erstreckt sich von Juni bis Juli. Ein Weibchen bringt in einem geschützten Bau zwischen 1 und 4 (3) Jungtiere zur Welt. Tüpfelhyänen gebähren in der Regel lediglich Zwillinge, die bei der Geburt bereits über geöffene Augen und ein Milchgebiss verfügen. Die Tragezeit beträgt bei allen Arten 90 bis 100 Tage. Die Jungtiere haben bereits bei der Geburt ein kurzes Fell und wiegen etwa zwischen 400 und 800 Gramm. Die ersten Monate verbringen die Jungtiere ausschließlich im Bau und werden dort von ihrer Mutter gesäugt. Ab dem vierten oder fünften Lebensmonat nehmen die Jungtiere neben der Muttermilch auch schon ihre erste feste Nahrung in Form von hochgewürgten Fleischbrocken zu sich. Nahrung wird von allen Rudelmitgliedern herangeschafft und der Gruppe zur Verfügung gestellt. Ab diesem Zeitpunkt verlassen die Jungtiere auch für kurze Erkundungen der Umgebung ihren schützenden Bau. Die Entwöhnung ist bei Echten Hyänen artabhängig in der Regel nach 10 bis 16 Monaten, bei Erdwölfen nach bereits 4 Monaten abgeschlossen. Mit 15 bis 18 Monaten sind die Jungtiere selbständig und beteiligen sich aktiv an der Nahrungssuche. Die Lebenserwartung liegt in Gefangenschaft bei 20 bis 24 Jahre. In Freiheit wird ein solch hohes Alter freilich nur selten erreicht. Das Durchschnittsalter in Freiheit liegt bei etwa 10 bis 12 Jahren.

Ökologie, Gefährdung und Schutz

Alle 4 Arten der Hyänen gehören heute noch nicht zu den bedrohten Arten. Lokal kann es um Populationen jedoch schlecht gestellt sein, da in weiten Teilen des großen Verbreitungsgebietes die Lebensräume durch den Menschen vernichtet werden. In vielen Regionen werden Hyänen zudem aufgrund von Missverständnissen, Mythen und dem schlechten Image der Tiere bejagt oder mit ausgelegten Ködern vergiftet. Letzteres ist vor allem in Nordafrika und der Arabischen Halbinsel der Fall. In Südafrika werden Hyänen geschossen, da man ihnen nachsagt, sie würde das Vieh der Farmer reißen. In der Roten Liste der IUCN werden die 4 Arten als nicht gefährdet (LC, Least concern) geführt.

Systematik der Hyänen

Erdwolf (Proteles cristatus)
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Erdwolf (Proteles cristatus)

Familie Hyänen (Hyaenidae)

Unterfamilie Hyaeninae
Gattung Hyaena
Art Streifenhyäne (Hyaena hyaena)
Art Schabrackenhyäne (Hyaena brunnea)
Gattung Crocuta
Art Tüpfelhyäne (Crocuta crocuta)
Unterfamilie Protelinae
Gattung Proteles
Art Erdwolf (Proteles cristatus)

Anhang

Literatur und Quellen

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