Hysterocrates gigas

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Hysterocrates gigas

Systematik
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Unterordnung: Vogelspinnenartige (Mygalomorphae)
Familie: Vogelspinnen (Theraphosidae)
Unterfamilie: Eumenophorinae
Gattung: Hysterocrates
Art: Hysterocrates gigas
Wissenschaftlicher Name
Hysterocrates gigas
Pocock, 1897

LSID-Kennung
LSID: [urn:lsid:amnh.org:spidersp:002140]

Die Art Hysterocrates gigas zählt innerhalb der Familie der Vogelspinnen (Theraphosidae) zur Gattung Hysterocrates. Im Englischen wird die Art camaroon red tarantula genannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Hysterocrates gigas ist eine verhältnismäßig große Vogelspinne und erreicht eine Körperlänge von etwa 8,0 bis 9,0 Zentimeter. Das Opisthosoma erscheint fast eiförmig. Am ganzen Körper der Spinne ist keine auffällige Zeichnung zu erkennen. Die Färbung dieser Art weist viele Variationen auf, dies ist abhängig von dem Häutungszyklus. Nur nach einer frischen Häutung weist die Art in der Regel eine schwarze Färbung auf. Nach und nach geht dann die schwarze Färbung in eine rotbraune Färbung über und weist sogar an einigen Körperstellen eine orange Färbung auf. Hysterocrates gigas ist in seiner Erscheinung nicht sehr auffällig. Im Allgemeinen zeigt sich ein lohfarbenes Rot, daher die englische Bezeichnung camaroon red tarantula. Des Weiteren besitzt Hysterocrates gigas dicke, kräftige Hinterbeine, die für das Graben von Wohnröhren außerordentlich gut geeignet sind. Hysterocrates gigas ist eine schnell wachsende Art und häutet sich in ihrem ersten Lebensjahr sechs- bis achtmal, danach dann nur noch einmal im Jahr. Das Weibchen häutet sich bis es ausgewachsen ist zweimal im Jahr. Mit etwa 2 bis 4 Jahren ist das Weibchen geschlechtsreif, während das Männchen mit 2 Jahren schon die Geschlechtsreife erreicht. In der Regel wird das Weibchen älter als das Männchen. Die Lebenserwartung des Weibchens beträgt etwa 16 Jahre, jedoch ist der Durchschnitt 12 Jahre. Das Männchen hat eine Lebenserwartung von etwa 2 bis 4 Jahren.

Lebensweise

Hysterocrates gigas
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Hysterocrates gigas

Hysterocrates gigas lebt ziemlich zurückgezogen. Die Spinne gräbt aufwendige Höhlen und Tunnels und verbringt die meiste Zeit in ihrer Wohnhöhle. Diese Art ist am Tage und in der Nacht aktiv und lauert ihre Beute vor dem Höhleneingang auf. Die Spinne ist leicht reizbar und bissig. Einmal gestört und ohne Rückzugsmöglichkeit (Flucht) nimmt sie eine typische Verteidigungsstellung ein, indem sie den Vorderkörper und die vorderen Extremitäten, auf Hinterleib und Hinterbeine gestützt, anhebt und dem Angreifer die geöffneten Cheliceren zeigt. Durch kräftiges Schlagen mit den Vorderbeinen verschafft sie sich noch zusätzlich Respekt.

Verbreitung

Hysterocrates gigas lebt in Kamerun. Die Art ist eine unterirdisch lebende Spinne, die kompakt, stark ausgesponnene Erdröhren bis zu 15 Zentimeter tief anlegt. Hysterocrates gigas bewohnt tropische waldreichende Gegenden mit entsprechend großer Feuchtigkeit im Erdreich.

Ernährung

Hysterocrates gigas ernährt sich in ihrem natürlichen Lebensraum von Insekten (Insecta), von Eidechsen (Lacertidae), Mäusen (Mus) und von anderen kleinen Tieren. In Gefangenschaft kann die Ernährung vielfältig sein und besteht meist aus Grillen (Gryllidae), Heuschrecken wie Langfühlerschrecken (Ensifera) und Kurzfühlerschrecken (Caelifera) und aus Larven vom Mehlkäfer (Tenebrio molitor). Gelegentlich können ein- oder zweimal pro Monat auch Mäuse (Mus) verfüttert werden.

Fortpflanzung

Bis zur Geschlechtsreife durchläuft Hysterocrates gigas mehrere Häutungen. Bereits zu diesem Zeitpunkt webt das Männchen ein sogenanntes Spermanetz, in das es sein Sperma füllt. Dieses Sperma wird in die Bulben aufgenommen, indem das Männchen mit seinen Pedipalpen die Spermaflüssigkeit in die Bulben pumpt.
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Nun geht es auf die Suche nach einem Weibchen. Das Männchen ermittelt die Anwesenheit eines Weibchens, indem es die chemischen Substanzen (Pheromone) des Weibchens wahrnimmt. Hat das Männchen ein Weibchen ausgemacht, umwirbt das Männchen das Weibchen mit seinen Tastern durch kräftiges Trommeln und spasmodischen Bewegungen des dritten Beinpaares, teilweise trommelt das Männchen auch noch mit dem ersten und zweiten Beinpaar und prüft zugleich die Paarungsbereitschaft des Weibchens. Vermutlich wird die seismische Kommunikation über den Boden durch Stridulation einiger Organe produziert. Die durch das Trommeln ausgelösten Vibrationen (seismische, akustische Signale) werden über die Hörhaare wahrgenommen.

Nach ungefähr drei bis sechs Wochen nach der Kopulation versiegelt das Weibchen die Zugänge des Nestes und webt mit Seide innerhalb des Nestes einen Kokon. Ungefähr drei Monate nach der Kopulation legt sie in der Regel 200 Eier im natürlichen Lebensraum in den Kokon ab. Im Innern des Kokons durchlaufen die Nymphen mehrere Entwicklungsstadien, in denen sie sich zweimal häuten. Die Nymphen schlüpfen noch im Innern des Kokons. Dies geschieht bereits nach drei Wochen. Nach insgesamt rund zehn Wochen schlüpfen die jungen Spiderlinge, wie sie nach dem Schlupf genannt werden. Die Spiderlinge sind schon beim Schlupf mit einem Zentimeter Spannweite recht stattlich. Sie häuten sich in der Folge alle zwei bis drei Wochen und leben in der ersten Zeit von Kleinstinsekten. Wenige Tage nach dem Schlupf verlassen sie das Nest. Die Spiderlinge sind während dieser Zeit sehr verletzbar.

Synonyme und Chresonyme nach Norman I. Platnick

Update 4. November 2008 <1>

  • Hysterocrates gigas - Pocock, 1897
  • Hysterocrates gigas - Pocock, 1897b
  • Hysterocrates gigas - Smith, 1990c
  • Hysterocrates gigas - Peters, 1998
  • Hysterocrates gigas - Peters, 2000b

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

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