Ichneumon extensorius

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Ichneumon extensorius
Männchen

Systematik
Klasse: Insekten (Insecta)
Unterklasse: Geflügelte Insekten (Pterygota)
Ordnung: Hautflügler (Hymenoptera)
Unterordnung: Taillenwespen (Apocrita)
Familie: Schlupfwespen (Ichneumonidae)
Unterfamilie: Ichneumoninae
Gattung: Ichneumon
Art: Ichneumon extensorius
Wissenschaftlicher Name
Ichneumon extensorius
Linnaeus, 1758

Ichneumon extensorius ist eine Art der Schlupfwespen (Ichneumonidae) und zählt zur Gattung Ichneumon. Die wissenschaftliche Erstbeschreibung wurde im Jahre 1758 durch den schwedischen Naturforscher Carl von Linné durchgeführt.

Ichneumon extensorius ist die Typusart der Gattung Ichneumon.

Inhaltsverzeichnis

Synonyme

Ichneumon atropunctum (Pic, 1917), Ichneumon auratus (Gmelin, 1790), Ichneumon cassonensis (Pic, 1919), Ichneumon clypeonigro (Constantineanu, 1954), Ichneumon compressus (Geoffroy, 1785), Ichneumon longeareolatus (Thomson, 1886), Ichneumon lusorius (Gravenhorst, 1807), Ichneumon luteorufus (Pic, 1919), Ichneumon melanops (Kriechbaumer, 1896), Ichneumon microsticta (Kriechbaumer, 1896), Ichneumon nigricollis (Constantineanu, 1954), Ichneumon polonicus (Heinrich, 1929), Ichneumon quadraticus (Constantineanu, 1956), Ichneumon quercus (Pic, 1917), Ichneumon retractus (Tischbein, 1873), Ichneumon transitorius (Constantineanu et al., 1957), Ichneumon tripunctatus (Geoffroy, 1785), Ichneumon vexatorius (Gravenhorst, 1807).

Merkale

Ichneumon extensorius erreicht eine Länge zwischen 8 und 16 Millimeter. Die Art weist einen Geschlechtsdimorphismus auf. Weibchen besitzen einen weißen Fleck auf der Basis des Thorax sowie weiß gebänderte Antennen. Das Männchen besitzt keine gebänderten Antennen, die Beine sind schwarz und gelb gezeichnet. Das Scutellum, ein dreieckiges und stark verhärtetes (sklerotisiertes) Teil des mittleren Segments des dorsalen (rückseitigen) Thorax, ist gelb gefärbt.

Verbreitung

Die Art kommt in Mitteleuropa und Westeuropa, einschließlich Teilen der britischen Inseln, vor. Besiedelt werden in erster Linie Hecken und bewaldete Bereiche.

Lebensweise

Der Imago (ausgewachsenes Insekt) von Ichneumon extensorius kann zwischen März und November beobachtet werden. Der Imago ernährt sich beispielsweise von Blütenektar. Schlupfwespen sind Parasiten. In erster Linie parasitieren sie die Puppen holmetaboler Insekten, also solcher Insekten, welche in ihrer Entwicklung einer vollständigen Metamorphose unterzogen sind. Dazu werden die Eier mittels eines Legebohrers (Ovipositor) nach dem Einstechen in die Puppen hinein gelegt. Ichneumon extensorius ist ein Parasit der Eulenfalter (Noctuidae), beispielsweise der Puppen von Anaplectoides prasinus (Grüne Heidelbeereule), Noctua janthina (Janthina-Bandeule), Noctua orbona (Schmalflügelige Bandeule), Diarsia brunnea (Braune Erdeule), Orthosia cerasi (Rundflügel-Kätzcheneule), Xestia baja (Baja-Bodeneule), Xestia c-nigrum (Schwarzes C), Xestia ditrapezium (Trapez-Bodeneule), Xestia rhomboidea (Rhombus-Bodeneule), Xestia triangulum (Triangel-Bodeneule), Cerastis rubricosa (Rotbraune Frühlings-Bodeneule) und Noctua fimbriata (Bunte Bandeule). Diese Spezies verpuppen sich typischer Weise zumeist im Mai in Erdhöhlen. Das Weibchen von Ichneumon extensorius dringt in die Höhlen der Puppen ein, wobei es sich an Raupenkot und einer Spur der Raupe orientiert. Es nimmt eine in Längsrichtung parallele Position zur Puppe ein (in beiden Richtungen möglich), der tiefe Anstich erfolgt am vorderen oder hinteren Ende der Puppe, zum Teil unter Stochern oder Wechsel der Einstichstelle. Gelegentlich wehren sich die Puppen durch Schlagen mit dem Abdomen, häufig jedoch ohne Erfolg. Häufig verweilt das Weibchen nach dem Einstich eine Weile bei der Puppe und nimmt deren Hämolymphe auf. Die Entwicklung der männlichen Larven von Ichneumon extensorius dauert im Durchschnitt 30, beim Weibchen 31 Tage.

Anhang

Literatur und Quellen

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