Icius hamatus

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Icius hamatus
Weibchen

Systematik
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Unterordnung: Echte Webspinnen (Araneomorphae)
Überfamilie: Salticoidea
Familie: Springspinnen (Salticidae)
Gattung: Icius
Art: Icius hamatus
Wissenschaftlicher Name
Icius hamatus
(C. L. Koch, 1846)

LSID-Kennung
LSID: [urn:lsid:amnh.org:spidersp:034094]

Die Spinnenart Icius hamatus gehört innerhalb der Familie der Springspinnen (Salticidae) zur Gattung Icius.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Diese vor allem im männlichen Geschlecht attraktiv gefärbte Art erreicht eine Körperlänge von etwa 5 bis 7 Millimeter. Die Spinne ist wie fast alle Arten aus der Familie der Springspinnen (Salticidae) durch die besonders leistungsfähigen Augen gut charakterisiert. Vorn an der Stirn liegen nebeneinander vier scheinwerferartig vergrößerte Augen, an jeder Seite des steil abfallenden Kopfteils hintereinander zwei weitere, deutlich kleinere Augen. Das auffallend vergrößerte, mittlere dunkle Frontalaugenpaar entspricht gewissermaßen zwei Teleobjektiven. Die beiden Netzhäute können vor- und zurückgeschoben werden und so ein scharfes Abbild des angepeilten Objekts entwerfen. Da die Netzhäute aber zusätzlich seitlich verschoben werden können, vermag die Spinne außerdem ihren Blickwinkel zu verändern, ohne sich selbst zu bewegen. <2>

Männchen: Das Prosoma ist dorsal rostbraun und mit einem weiß behaarten schwarzen Rand versehen. Die Kopfplatte ist glänzend schwarz gekörnt, frontal und lateral weiß behaart und median mit orangefarbenen Härchen besetzt. Die dreieckigen Bereiche vor und hinter der Fovea sind dicht weiß behaart. Die Flanken im vorderen Bereich sind hell orangefarben, die retrolateralen Kanten weisen eine braune Färbung auf und sind mit einer schwarzen Behaarung versehen. Der Clypeus ist mit wenigen durchsichtigen Härchen bedeckt, GAB dorsal und ventral weiß getönt und lateral orangefarben. Die Labien, die Maxillen und die Cheliceren sind hell orangefarben gefärbt. Das Opisthosoma ist dorsal mit dichten orangefarbenen behaarten dunklen Fleckenzeichnungen und mit drei weiß behaarten Längsbanden besetzt, lateral zeigt sich ein dunkles Längsband, ventral ist das Längsband hellbeige gefärbt. Die Spinndüsen weisen eine braune Färbung auf. Das erste Beinpaar ist beigefarben, lateral dunkelbraun und spärlich weiß behaart. Das zweite und vierte Beinpaar sind hellgelb und ohne Zeichnung. Die Pedipalpen sind rotbraun getönt und die Cymbiumspitze ist etwas aufgehellt. Das Tegulum weist eine dunkelbraune Färbung auf. Eine Bestachelung ist an Femur, Patella, Tibia und Metatarsus erkennbar. <2>
Weibchen: Das Prosoma ist dorsal wie bei dem Männchen ebenfalls rostbraun getönt, allerdings ist es überwiegend hellgrau behaart. Der Clypeus ist mit dichten langen weißen Härchen bedeckt. GAB ebenfalls weiß getönt. Die Cheliceren und die Labien weisen eine hell orangefarbene Tönung auf und die Maxillen und das Sternum sind beigefarben, letzteres ist mit einem schwarzen Rand versehen. Das Opisthosoma ist dorsal beigefarben und ist mit einer beige-orange-schwarzen Behaarung versehen. Lateral zeigt sich ein braunes netzartiges Muster, das posteriormedian dunkler wird. Des Weiteren ist das Opisthosoma ventral beigefarben und mit einem breiten dunkleren Mittelstrich besetzt, der sich bis zu den hellen Spinndüsen erstreckt. Die Beine sind einheitlich hellorange getönt und weisen keine Zeichnung auf. Eine Bestachelung ist an Femur, Patella, Tibia sowie Metatarsus vorhanden. <2>
Icius hamatus - Männchen
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Icius hamatus - Männchen

Lebensweise

Die Spinne ist sehr lebhaft und schnell, sie ist tagaktiv und sehr wärme- und sonneliebend. Zum Beutefang webt die Spinne kein Netz, sondern erkennt als ausgesprochenes Augentier das Opfer recht bald, verfolgt und beschleicht das Opfer, um es dann im geeigneten Moment anzuspringen und mit einem Biß zu lähmen. Vor dem Sprung befestigt die Spinne jedoch einen Sicherheitsfaden am Boden, zum einen, um nicht von einem größeren Beutetier mitgenommen zu werden, zum andern, um sich blitzschnell zurückziehen zu können. Zum Wohnen, Überwintern und als Schutz beim Häuten und bei der Eiablage webt sich die Spinne ein feines, sackartiges Wohngespinst.

Verbreitung

Icius hamatus kommt in folgenden Verbreitungsgebieten vor: Algerien, China, Korsika, Kroatien, Ägypten, Frankreich, Griechenland, Ungarn, Italien, Malta, Portugal, Rumänien, Russland, Sizilien, Slowenien, Spanien, Schweden, Syrien, Türkei, Jugoslawien, Afrika, Andalusien, Europa und Neapel. Die Spinne ist eine xerotherme Art, d. h., dass sie offenbar die Strauchschicht bevorzugt, wo sie sich in ihr angelegtes Wohngespinst zurückziehen kann. Sie hält sich aber auch entlang des Flusses von Büschen und Sträuchern auf. Wie fast alle Springspinnen so sucht auch diese Art gerne sonnenbeschienene Plätze auf. <3>

Ernährung

Wie alle Arten aus der Familie der Springspinnen (Salticidae), so ernährt sich auch diese Spinnenart von Insekten (Insecta). Sie lauert an exponierten Stellen auf ihre Beute und springt sie meist aus dem Hinterhalt an. Dabei spielt der Sehsinn eine außerordentliche Rolle. Die Spinne kann die Beute von weitem schon anvisieren und springt gezielt mehrere Zentimeter weit, um sie zu fangen. Überwiegend werden dabei Fliegen (Brachycera) und Grillen (Gryllidae) sowie Langfühlerschrecken (Ensifera) und Kurzfühlerschrecken (Caelifera) erbeutet.

Fortpflanzung

Wie bei allen anderen Spinnen auch, werden die Männchen vor dem Weibchen geschlechtsreif und machen sich auf die Suche nach einer geeigneten Partnerin. Trifft ein Männchen auf ein vor der letzten Häutung stehendes Weibchen, so bleibt es bei ihm und paart sich mit ihm, sobald sich das Weibchen gehäutet hat. Vor der Paarung wird das Weibchen mit charakteristischen Tänzen umworben. Dieser Tanz geht folgendermaßen vor sich: Das Männchen richtet sich hoch auf, streckt seine Vorderbeine hoch, die bei dem geschlechtsreifen Männchen eine Signalfarbe tragen, und winkt mit diesem ersten Beinpaar, indem das Männchen sich vor dem Weibchen hin und her bewegt, bis beide Tiere sich Kopf an Kopf gegenüberstehen. Nimmt das Weibchen diese Werbung an, d. h., bleibt es still stehen, dann kommt es zur Paarung. Das Weibchen baut nach der Paarung eine übergroße Seidenzelle, in die es seine Eier legt und sie darin bewacht, bis die Jungspinnen schlüpfen, was meist bis zur zweiten Häutung dauert, da die Jungspinnen zuerst fast blind sind und erst nach der zweiten Häutung voll entwickelte Augen haben.

Synonyme und Chresonyme nach Norman I. Platnick

Update 13. Juli 2008 <1>

Icius hamatus - Jungspinne
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Icius hamatus - Jungspinne

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

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