Indischer Kurznasen-Flughund
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| Indischer Kurznasen-Flughund | |
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| Systematik | |
| Klasse: | Säugetiere (Mammalia) |
| Unterklasse: | Lebendgebärende Säugetiere (Theria) |
| Teilklasse: | Höhere Säugetiere (Eutheria) |
| Ordnung: | |
| Unterordnung: | Flughunde (Megachiroptera) |
| Familie: | Flughunde (Pteropodidae) |
| Tribus: | Kurznasenflughunde (Cynopterini) |
| Gattung: | Cynopterus |
| Art: | Indischer Kurznasen-Flughund |
| Wissenschaftlicher Name | |
| Cynopterus sphinx | |
| Vahl, 1797 | |
| IUCN-Status | |
| Least Concern (LC)
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Der Indische Kurznasen-Flughund (Cynopterus sphinx) zählt innerhalb der Familie der Flughunde (Pteropodidae) zur Gattung Cynopterus. Im Englischen nennt man die Art Greater Short-nosed Fruit Bat oder Short-nosed Indian Fruit Bat.
Inhaltsverzeichnis |
Beschreibung
Aussehen und Maße
Der Indische Kurznasen-Flughund erreicht eine Körperlänge von 8,9 bis 11,3 (9,9) Zentimeter, eine Schanzlänge von 13,0 bis 19,0 (15,1) Zentimeter, eine Ohrlänge von 1,9 bis 2,3 (2,1) Zentimeter, eine Vorderarmlänge von 6,7 bis 7,6 (7,2) Zentimeter, eine Tibialänge (Schienbein) von 2,5 bis 3,05 (2,75) Zentimeter, eine Hinterfußlänge von 1,45 bis 2,05 (1,73) Zentimeter, eine Schädellänge von 3,17 bis 3,45 (3,31) Zentimeter sowie ein Gewicht von 34,5 bis 70 (40) Gramm. Die Flügelspannweite beträgt 34, bis 43,6 (38) Zentimeter. Die Werte in Klammern stellen Durchschnittswerte dar. Weibchen bleiben ein wenig kleiner und leichter als Männchen. Zwischen den einzelnen Unterarten treten für gewöhnlich kleine Unterschiede in Größe und Gewicht auf. Das Fell der Weibchen ist meist olivbraun gefärbt, bei den Männchen ist es ein wenig dunkler gefärbt. Der Kopf kann bei beiden Geschlechtern abweichend graubraun gefärbt sein. Ventral ist das Fell deutlich heller, meist hellbraun mit einem leicht gelblichen Touch. Die nackten Ohren, das Patagium (Flughaut) sowie die Füße und die Lippen sind dunkelgrau gefärbt. Das Rostrum des Indischen Kurznasen-Flughundes ist kurz und breit. Das Gebiss besteht aus 30 Zähnen, die zahnmedizinische Formel lautet i2/2, c1/1, p3/3, m1/2. Die rundlichen Augen sitzen leicht seitlich etwa in der Mitte des Schädels und der Sehsinn ist durchaus gut entwickelt.
Lebensweise
Die nachtaktiven Indische Kurznasen-Flughunde leben in kleinen Gruppen, die aus 2 bis 20 (10) Individuen bestehen können. Die Gruppen besetzen für gewöhnlich einen Baum oder eine Baumgruppe und verteidigen das Revier gegenüber Artgenossen. Beliebte Bäume sind beispielsweise Feigen (Ficus), Brennpalmen (Caryota urens), Schirmpalmen (Livistona), Königspalmen (Roystonea regia) oder Schopfpalmen (Corypha) und andere Palmengewächse (Arecaceae). Die Tiere halten sich meist in mittlerer Höhe von 2,4 bis 6,0 Meter auf. In einer Nacht legen Indische Kurznasen-Flughunde während der Nahrungssuche zwischen 97 und 113 Kilometer zurück, wobei sich die Tiere selten weiter als 2,5 Kilometer vom eigenen Revier entfernen. Am Tage ruhen Indische Kurznasen-Flughunde wie alle Flughunde kopfüber hängend an Ästen.
Unterarten
- Cynopterus sphinx angulatus - Miller, 1898
- Cynopterus sphinx babi - Lyon, 1916
- Cynopterus sphinx gangeticus - Andersen, 1910
- Cynopterus sphinx pagensis - Miller, 1910
- Cynopterus sphinx scherzeri - Zelebor, 1869
- Cynopterus sphinx serasani - Paradiso, 1971
- Cynopterus sphinx sphinx - Vahl, 1797
Verbreitung
Indische Kurznasen-Flughunde sind im westlichen und im südöstlichen Asien weit verbreitet. Sie sind insbesondere im südöstlichen Pakistan, von Indien bis Indochina, in Malaysia, dem südöstlichen China, auf Sri Lanka, den Andamanen und Nikobaren, auf Sumatra und Borneo, Krakatau, Mentawai, Java, Bali, den Natuna-Inseln, Serasan, Sulawesi und Salayer anzutreffen. Beliebte Habitate sind lichte Wälder, landwirtschaftliche Flächen und Obstplantagen. Regional sind sie bis in Höhen von gut 2.000 Metern über NN. anzutreffen.
Ernährung
Indische Kurznasen-Flughunde ernähren sich von reifen und saftigen Früchten, Blüten und Nektar. Die Nahrungssuche und -aufnahme erfolgt ausschließlich in der Nacht. Aufgrund der früchtefressenden Lebensweise gelten Indische Kurznasen-Flughunde als eifrige Blütenbestäuber.
Fortpflanzung
Die Weibchen erreichen die Geschlechtsreife im Alter von 7 bis 9 Monaten, Männchen hingegen erst im Alter von gut einem Jahr. Indische Kurznasen-Flughunde leben während der Paarungszeit in einer saisonal begrenzten polygamen Beziehung. Die Paarungszeit erstreckt sich von Februar bis März und von Juni bis Juli. Lokal kann die Paarungszeit abweichend sein. Während der Paarungszeit scharrt ein dominantes Männchen ein Harem aus 2 bis 19 Weibchen um sich. Nach einer Tragezeit von 115 bis 125 Tagen bringt ein Weibchen ein, selten zwei Jungtiere zur Welt. Demzufolge bringt ein Weibchen in einer Saison 2 Jungtiere zur Welt. Das Geburtsgewicht liegt bei rund 13,5 Gramm. Die Säugezeit erstreckt sich über 42 bis 56 Tage. Bereits im Alter von 45 bis 50 Tagen ist der Nachwuchs relativ selbständig, spätestens mit 60 Tagen sind sie völlig selbständig und verlassen sie Mutter.
Ökologie, Gefährdung und Schutz
Indische Kurznasen-Flughunde gehören heute noch nicht zu den bedrohten Arten. In der Roten Liste der IUCN wird die Art als nicht gefährdet (least concern) geführt. In der Nähe des Menschen sind Indische Kurznasen-Flughunde keine gern gesehenen Gäste, da sie bei massenhaftem Auftreten durchaus erheblichen Schaden in Obstgärten anrichten können. Dabei gelten die Tiere als einer der wichtigsten Bestäuber von blütentragenden Pflanzen. Die Hauptgefahren drohen den Tieren hauptsächlich durch massiven Verlust an natürlichen Lebensräumen, insbesondere durch Urbanisierung und Entwaldung. Lokal wird die Art zu "medizinischen Zwecken" gejagt.
Anhang
Siehe auch
- Hauptartikel: die Ordnung der
Fledertiere (Chiroptera)
Literatur und Quellen
- Jay F. Storz & Thomas H. Kunz: Short-nosed Fruit Bat (Cynopterus sphinx). The American Society of Mammalogists, 1999
- Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World: v. 1 & 2. B&T, Auflage 6, 1999, (engl.) ISBN 0801857899
- Don E. Wilson & DeeAnn M. Reeder: Mammal Species of the World, a Taxonomic & Geographic Reference. J. Hopkins Uni. Press, 3rd ed., 2005 ISBN 0801882214
- David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
- Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
- Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X

