Indischer Riesenflughund

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Indischer Riesenflughund

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Lebendgebärende Säugetiere (Theria)
Teilklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Fledertiere (Chiroptera)
Unterordnung: Flughunde (Megachiroptera)
Familie: Flughunde (Pteropodidae)
Tribus: Eigentliche Flughunde (Pteropodini)
Gattung: Pteropus
Art: Indischer Riesenflughund
Wissenschaftlicher Name
Pteropus giganteus
Brünnich, 1782

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Der Indische Riesenflughund (Pteropus giganteus) zählt innerhalb der Familie der Flughunde (Pteropodidae) zur Gattung der Pteropus.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Der Indische Riesenflughund erreicht eine Körperlänge von bis zu 25 Zentimeter, eine Flügelspannweite von 120 bis 145 Zentimeter sowie ein Gewicht von 800 bis 1.500 Gramm. Zusammen mit den Fledermäusen gehören Indische Riesenflughunde zu den flugfähigen Säugetieren. Der pelzig behaarte Körper ist überwiegend graubraun bis dunkelbraun gefärbt. Der Kopf ist spitz zulaufend und weist eine hundeartige Form auf. Diese Eigenschaft war für die gesamte Unterordnung der Flughunde (Megachiroptera) namensgebend. Auffälligstes Merkmal ist die aus zwei Hautschichten bestehende Flugmembran, die sich von den Handgelenken bis zu den Fußgelenken erstreckt. Der Daumen ist sehr kurz und verfügt über eine kleine Kralle. Die anderen vier Finger sind stark verlängert und bilden letztlich den Spannweitenbereich der Flugmembran. Auch die Knochen im Armbereich, insbesondere die Speiche und die Elle sind deutlich verlängert. Die Geschlechter weisen keinen Geschlechtsdismorphismus auf.

Flughunde sind im allgemeinen sehr soziale Tiere, die in großen Gruppen in einem Baum leben. Dabei kann die Gruppenstärke durchaus 100 oder 200 Individuen übersteigen. Wie Fledermäuse, so hängen Indische Riesenflughunde immer mit dem Kopf nach unten an Ästen. Vor allem die Männchen sind untereinander sehr zänkisch und verteidigen jeweils ein kleines Revier. Sie dulden nur Weibchen in ihrer unmittelbaren Nähe. Am Tage ruhen die Tiere und werden erst mit Einbruch der Dunkelheit munter. Erst jetzt gehen sie auch auf Nahrungssuche. Auf Nahrungssuche gehen sie im Umkreis von einigen Kilometern. Ein Revier kann 15 bis 18 Quadratkilometer umfassen. Die Kommunikation drückt sich meist in lautem Geschrei aus. Zwischen Mutter und Nachwuchs spielt vor allem die Tastkommunikation eine große Rolle. Die Art steht heute noch nicht vor der Ausrottung. In der Roten Liste des IUCN wird die Art als gering gefährdet geführt.

Verbreitung

Indische Riesenflughunde sind insbesondere auf dem Indischen Subkontinent und weiten Teilen Südostasiens verbreitet. Ihre Hauptverbreitungsgebiete erstrecken sich über Indien, den Malediven, Nepal, Bangladesh, Sri Lanka, Pakistan und China. Sie bewohnen feuchtwarme tropische und subtropische Regenwälder mit entsprechenden früchtetragenden Bäumen. Meist befinden sich Flußläufe oder andere Gewässer in ihrer Nähe.

Nahrung

Indische Riesenflughunde ernähren sich hauptsächlich von Fruchtsäften und Fruchtfleich. Dabei pressen sie eine Frucht wie zum Beispiel eine Guajava, Mango oder Feige aus und lecken den Saft aus. Die leere Hülle der Frucht wird einfach fallen gelassen. Hier und da stehen auch Blütenpollen, Sämereien, Nektar und Insekten auf ihrem Speiseplan. Vor allem während der Trage- und Stillzeit fressen Weibchen sehr viele Insekten, um genügend Proteine zu sich zu nehmen.

Fortpflanzung

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Der Indische Riesenflughund erreicht die Geschlechtsreife mit rund 18 Monaten. Die Tiere leben in einer polygamen Beziehung, ein Männchen paart sich also mit mehreren Weibchen und umgekehrt. Die Paarungszeit beginnt meist im Juli und kann sich bis Ende August erstrecken. Bei der Kopulation, die mit lautem Geschrei der Weibchen einhergeht, versucht sich das Männchen dem Weibchen von hinten zu nähern. Dabei kommt es zu einem Nackenbiss und einer Umklammerung mit den Vorderbeinen. Der reine Geschlechtsakt dauert dabei kaum eine Minute. Nach der Begattung versucht das Männchen seine Angetraute noch eine gewisse Zeit vor anderen Männchen zu beschüzten. Nach einer Tragezeit von etwa 140 bis 150 Tagen bringt das Weibchen ein bis zwei Jungtiere zur Welt. Die Jungtiere werden in den ersten Wochen von der Mutter getragen. Erst danach bewegen sie sich selbständig in den Bäumen umher. Mit etwa drei Monaten beginnen sie mit den ersten Flugübungen. Das Absetzen von der Muttermilch erfolgt nach spätestens fünf Monaten. Die Väter spielen bei der Aufzucht der Jungen keine Rolle. Die Lebenserwartung liegt in Freiheit bei 15 bis 18 Jahren. In Gefangenschaft ist durchaus ein Alter von 25 bis 30 Jahren möglich.

Anhang

Siehe auch

  • Hauptartikel: die Ordnung der Fledertiere (Chiroptera)

Literatur und Quellen

  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World: v. 1 & 2. B&T, Auflage 6, 1999, (engl.) ISBN 0801857899
  • Don E. Wilson & DeeAnn M. Reeder: Mammal Species of the World, a Taxonomic & Geographic Reference. J. Hopkins Uni. Press, 3rd ed., 2005 ISBN 0801882214
  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X

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