Iridopelma seladonium

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Iridopelma seladonium
Männchen

Systematik
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Unterordnung: Vogelspinnenartige (Mygalomorphae)
Familie: Vogelspinnen (Theraphosidae)
Unterfamilie: Aviculariinae
Gattung: Iridopelma
Art: Iridopelma seladonium
Wissenschaftlicher Name
Iridopelma seladonium
C. L. Koch, 1841

LSID-Kennung
LSID: [urn:lsid:amnh.org:spidersp:002156]

Die Art Iridopelma seladonium zählt innerhalb der Familie der Vogelspinnen (Theraphosidae) zur Gattung Iridopelma.

Iridopelma seladonium unterscheidet sich von den übrigen Arten aus der Gattung Iridopelma durch die üppige Farbgebung und das Fehlen der Tibial-Apophyse an den Beinen I und II bei dem Männchen.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Iridopelma seladonium ist eine sehr seltene, kleine, helle farbige Vogelspinne. Die Gesamtlänge dieser Art beträgt mehr als 12,38 Millimeter, wobei das Weibchen in der Regel größer ist als das Männchen. Das Männchen weist im Bereich des Kopfes eine metallisch dunkelgrüne Färbung auf, weiterhin eine dünne Linie in der Mitte des Carapax, die sich posterior am hinteren Rand erweitert. Am seitlichen Rand des Carapax zeigen sich blassgelbe Borsten. Die Cheliceren, Endite (blattartige Erweiterung) und das Sternum sind mit metallisch dunkelgrünen Borsten besetzt. Die Palpen und alle Beinglieder weisen ein metallisches Marineblau auf. Die Cheliceren-Basis ist mit sieben promarginalen Zähnchen bestückt. Im Bereich des Kopfes und des Thorax zeigen sich flache Streifen. Die vorderen Mittelaugen sind gerundet, während die vorderen Seitenaugen, die hinteren Seitenaugen und die hinteren Mittelaugen oval geformt sind. Auf dem Opisthosoma zeigt sich eine schwarze anteriore Linie, gefolgt von fünf transversalen schwarzen Linien und einer medianen schwarzen Linie. Zwischen der ersten und der zweiten Linie befindet sich ein Paar rosafarbene Flecken und entgegengesetzt in Richtung Zentrum zeigen sich gelbe Flecken. Die Beine erscheinen hellbraun und sind mit hellen Haaren besetzt. An den Tarsen I bis IV zeigen sich Haarbüschel und der Tarsus IV ist mit einer Reihe von Haaren besetzt. An den Metatarsen I bis III zeigen sich ebenfalls Haarbüschel und an Metatarsus IV sind nur distal Haarbüschel erkennbar. An allen Beinen sind keine Dornen vorhanden. Die Beinformel lautet: 4123. Die Pedipalpen sind mit gefiederten Härchen an der Spitze des Cymbium bedeckt.
Iridopelma seladonium - Männchen
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Iridopelma seladonium - Männchen
Das Weibchen ist so ähnlich gefärbt wie das Männchen, jedoch weisen die Beine, Palpen und Femoren bei dem Weibchen eine rosafarbene Tönung auf. Im Bereich des Kopfes und des Thorax zeigen sich ebenfalls Streifen. An der Cheliceren-Basis befinden sich sieben prolaterale Zähnchen. Die vorderen Mittelaugen sind gerundet, während die vorderen Seitenaugen, die hinteren Mittelaugen und die hinteren Seitenaugen oval geformt sind. An den Tarsen I bis IV befinden sich Haarbüschel und Tarsus IV ist mit einer Reihe von Borsten besetzt. In der Mitte des Tarsus IV zeigen sich zusätzlich noch Haarbüschel. Auf der dorsalen Oberfläche aller Tarsen befinden sich gefiederte Haare. Die Metatarsen weisen abgeschnittene Haare auf, die Metatarsen I bis III sind ebenfalls mit Haarbüschel bedeckt und der Metatarsus IV ist nur distal mit Haarbüschel besetzt. Auf allen Beinen fehlen bei dem Weibchen ebenfalls Dornen. Die Beinformel des Weibchens lautet: 4123.

Lebensweise

Iridopelma seladonium ist eine baumbewohnende Vogelspinne. Das Männchen zeigt im Allgemeinen eine hohe Aktivität am Tage und in der Nacht und nimmt kaum Nahrung zu sich. Das Weibchen sucht meistens Unterschlupf unter einem Stück Rinde, wo sie während des Tages ruht. In der Nacht wird das Weibchen dann aktiv. Beobachtungen im natürlichen Lebensraum dieser Art ergaben, dass das Männchen sich auf 1,50 Meter hohen Lianen aufhält, während das Weibchen überwiegend unter oder auf der Baumrinde von 2,0 Meter hohen Bäumen zu finden ist. Gelegentlich trifft man das Weibchen auch unter flachen Blättern von Büschen an. Ist das Männchen auf Partnersuche, dann kann es schon mal vorkommen, dass das Männchen innerhalb der Häuser, die in der Nähe des Waldes stehen, anzutreffen ist.

Verbreitung

Die geografische Verteilung von Iridopelma seladonium erstreckt sich vom südlichen Bahia bis an den nördlichen Küstenstreifen des Bundesstaates Sergipe. Iridopelma seladonium lebt unter strukturierter Baumrinde oder unter flachen Blättern innerhalb des atlantischen Tiefland-Regenwaldes. Allerdings kommt es vor, dass das Männchen bei der Suche nach einem paarungsbereiten Weibchen sich auch in Häusern verirren kann, die etwa 100 Meter vom nächsten Wald entfernt liegen. Innerhalb des bekannten Verbreitungsgebietes herrschen jährliche Temperaturen von 21 bis 26 Grad Celsius und die jährlichen Niederschläge betragen etwa 2.000 Millimeter. Die Niederschläge konzentrieren sich mehr zwischen März und Juli.

Iridopelma seladonium - Männchen
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Iridopelma seladonium - Männchen

Ernährung

Iridopelma seladonium ernährt sich in ihrem natürlichen Lebensraum von Insekten (Insecta). Die Ernährung kann vielfältig sein und besteht meist aus Grillen (Gryllidae), Heuschrecken wie Langfühlerschrecken (Ensifera) und Kurzfühlerschrecken (Caelifera).

Fortpflanzung

Soblad das Männchen in Kontakt mit den Spinnfäden des Wohngespinstes vom Weibchen kommt, beginnt das Männchen mit Bein I zu klopfen. Kommt es zu einem engeren Kontakt zwischen den Geschlechtern, dann betrommelt das Männchen den weiblichen Körper, zunächst betrommelt das Männchen das Prosoma. Abwechselnd wird das Prosoma von vorne, dann von der Seite betrommelt und schließlich betrommelt das Männchen von hinten das Opisthosoma des Weibchens. Dieser Vorgang dauert etwa 20 Sekunden. Wenn das Männchen den Körper des Weibchens umdreht, dann hebt das Männchen vorsichtig die Vorderbeine und die Palpen in Zusammenarbeit mit dem Weibchen an. Mit dem Bein I hält das Männchen die weiblichen Taster und mittels Bein I und Bein II umklammert das Männchen den weiblichen Körper, dabei hält das Männchen Bein II des Weibchens auf Distanz. In diesem Moment beginnt das Männchen auf ihren Genitalbereich zu trommeln, gefolgt von acht Insertionen mit den Palpen. Dies erfolgt nur wenige Male, in kurzen Abständen, jedoch regelmäßig abwechselnd. Während das Männchen die Bulbi in das weibliche Geschlechtsorgan einführt, bewegt das Weibchen das Opisthosoma rhythmisch von anterior nach posterior. Nach etwa 20 Sekunden beendet das Männchen die Kopulation mit einem abschließenden Trommeln über den weiblichen Körper und verläßt das Weibchen ganz schnell. Der Vorgang kann insgesamt etwa 9 Minuten dauern, die Balz und die Paarung dauern etwa zwei Minuten und die Begattung selbst etwa 20 Sekunden. Nach der Paarung lebt das Männchen noch etwa zwei Wochen.

Synonyme und Chresonyme nach Norman I. Platnick

Update 4. November 2008 <1>

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

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