Japanischer Serau

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Japanischer Serau

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Lebendgebärende Säugetiere (Theria)
Teilklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Paarhufer (Artiodactyla)
Unterordnung: Wiederkäuer (Ruminantia)
Familie: Hornträger (Bovidae)
Unterfamilie: Ziegenartige (Caprinae)
Gattung: Seraue (Capricornis)
Art: Japanischer Serau
Wissenschaftlicher Name
Capricornis crispus
Temminck, 1845

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Der Japanische Serau (Capricornis crispus) zählt innerhalb der Familie der Hornträger (Bovidae) zur Gattung der Seraue (Capricornis). Der nächste Verwandte ist der Taiwan-Serau (Capricornis swinhoei). Der Taiwan-Serau wird von manchen Forschern nur als Unterart des Japanischen Seraus anerkannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

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Der Japanische Serau erreicht eine Körperlänge von 120 bis 130 Zentimeter, eine Schulterhöhe von rund 65 Zentimeter, eine Schwanzlänge von 10 Zentimeter sowie ein Gewicht von bis zu 45 Kilogramm. Die Geschlechter weisen keinen nennenswerten Dimorphismus auf. Das äußerst robust und rau wirkende Fell ist braun bis dunkelbraun gefärbt. Weibchen weisen zumeist eine etwas hellere Färbung auf. Im Norden der japanischen Insel Honschu zeigen die Japanischen Seraus eine deutlich hellere Färbung. Der buschige Schwanz ist dunkelbraun bis schwarz gefärbt. Beide Geschlechter verfügen über Hörner, jedoch wirken die Hörner der Weibchen schmächtiger und sind etwas kürzer. Zudem sind die Ringe der Hörner beim Weibchen weniger stark ausgeprägt. Beim Männchen können die Hörner eine Länge von bis zu 15 Zentimetern erreichen, beim Weibchen sind sie ein wenig kürzer. Der Kehlbereich und der Bauch sind weißlich gefärbt. Die Sinne, insbesondere der Sehsinn, sind sehr gut entwickelt. Die in der Nähe der Augen sitzenden Geruchsdrüsen sondern ein Sekret ab, das der Reviermarkierung dient.

Verhalten

Japanische Seraus sind hauptsächlich tagaktive Tiere, die ihre Hauptaktivitäten in den frühen Morgen- und Abendstunden entfalten. Ruhephasen werden in Felsspalten, unter Felsvorsprüngen oder Höhlen abgehalten. Japanische Seraus leben einzelgängerisch oder in kleinen Familiengruppen. Sie sind territorial und bewohnen je nach Gruppenstärke ein Revier von 2 bis 20 Hektar. Die Reviere werden mit einem Sekret markiert und gegenüber Eindringlingen energisch verteidigt. Kämpfe werden mit den Hörnern ausgetragen. Empfindliche Verletzungen sind dabei nicht selten.

Verbreitung

Schädel
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Schädel

Der Japanische Serau ist in Japan endemisch. Die Hauptpopulationen leben auf Honschu, kleinere Populationen leben auf den südlichen Inseln Shikoku und Kyushu. Beide Inseln liegen südlich von Honschu. Die Tiere leben in bewaldeten Gebirgsmassiven bis in Höhen von deutlich über 3.000. Offene Flächen und die Ebene werden strikt gemieden.

Ernährung

Der Japanische Serau ist ein reiner Pflanzenfresser. Er ernährt sich von Gräsern, Kräutern, Moosen und Flechten sowie Blättern, Sämereien und Körnern aller Art, Rinde und Waldfrüchten. Als tagaktives Tier geht er zumeist in den frühen Morgen- und Abendstunden auf Nahrungssuche.

Fortpflanzung

Der Japanische Serau erreicht die Geschlechtsreife mit 30 bis 36 Monaten. Die Paarungszeit erstreckt sich in seinen natürlichen Lebensräumen über September und Ende November. Japanische Seraus führen in der Regel eine monogame Saisonnehe. Eher selten kommt es zu einer polygamen Lebensweise, bei der ein Männchen mehrere Weibchen begattet. Nach einer Tragezeit von 210 bis 215 Tagen bringt das Weibchen an einer geschützten Stelle ein, selten auch zwei Jungtiere zur Welt. Die Jungtiere bleiben in der Regel ein Jahr im Familienverband. Die Säugezeit erstreckt sich über rund fünf bis sechs Monaten. Der Japanische Serau hat in Freiheit eine Lebenserwartung von acht bis zehn Jahren. In Gefangenschaft kann er durchaus auch ein Alter von 15 bis 20 Jahren erreichen.

Gefährdung und Schutz

In ihren natürlichen Verbreitungsgebieten werden Japanische Seraus als Plage angesehen, da sie auch die Rinde von Bäumen fressen und den Baumbestand so schädigen können. Traditionell wird die Art wegen ihres Fleisches bejagt. Dennoch gilt die Art heute noch nicht als bedroht und wird aufgrund dessen in der Roten Liste der IUCN als nicht gefährdet geführt.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World: v. 1 & 2. B&T, Auflage 6, 1999, (engl.) ISBN 0801857899
  • Don E. Wilson & DeeAnn M. Reeder: Mammal Species of the World, a Taxonomic & Geographic Reference. J. Hopkins Uni. Press, 3rd ed., 2005 ISBN 0801882214
  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X

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