Japanmakak

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Japanmakak

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Lebendgebärende Säugetiere (Theria)
Teilklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Primaten (Primates)
Unterordnung: Trockennasenaffen (Haplorhini)
Familie: Meerkatzenverwandte (Cercopithecidae)
Gattung: Makaken (Macaca)
Art: Japanmakak
Wissenschaftlicher Name
Macaca fuscata
Blyth, 1875

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Der Japanmakak (Macaca fuscata), auch Rotgesichtsmakak genannt, ist eine Primatenart, die innerhalb der Familie der Meerkatzenverwandten (Cercopithecidae) zur Gattung der Makaken (Macaca) gehört.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Japanmakaken erreichen eine Körperlänge von 80 bis 100 cm, eine Schwanzlänge von gut zehn cm sowie ein Gewicht von zehn bis zwanzig Kg. Männchen werden dabei annähernd doppelt so groß und schwer wie Weibchen. Ihr Fell weist eine graue bis bräunliche Färbung auf. Im Winter ist das Fell deutlich dichter und schützt die Tiere vor der bitteren Kälte in ihren Lebensräumen. Das Gesicht ist nackt und weist eine rötliche bis fleischfarbene Färbung auf. Daher auch der Beiname Rotgesichtsmakak.

Lebensweise

Die Tiere leben sowohl auf Bäumen als auch auf dem Boden. Sie bilden soziale Gruppen von 20 bis 50 Tieren, teilweise auch deutlich mehr. Eine Gruppe wird von einem dominanten Männchen angeführt. Bei Wanderungen bleiben Weibchen und ihr Nachwuchs in der Mitte der Gruppe. Besonders unter den Weibchen herrscht eine strikte Rangfolge. Anders als bei vielen anderen Primatenarten, so wählen die Weibchen der Japanmakaken ihre Partner selber aus, die allerdings häufig gewechselt werden. Sie bewohnen Reviere von bis zu 30 km². Die Regel sind aber Größen von unter zehn km². Im Norden Japans sind aufgrund der vulkanischen Aktivitäten heiße Quellen zu finden, in denen die Japanmakaken ausgiebig baden oder plantschen. Die Quellen werden erbittert gegenüber anderen Gruppen verteidigt.

Verbreitung

Japanmakaken sind in der japanischen Inselwelt weit verbreitet. Sie bewohnen neben subtropischen Sekundärwäldern im Tiefland auch bewaldete Vorgebirge und alpine Gebirgsregionen im Norden Japans.

Unterarten

Ernährung

Die Japanmakaken gelten als Allesfresser, die sich von Früchten wie Nüsse, Beeren und ähnlichem, Gräsern, Rinde, Kräutern, aber auch von Insekten, anderen wirbellosen Tieren, Vogeleier ernähren. In kalten Wintern begnügen sie sich mit Knospen und Baumrinde. Hier und da plündern sie auch landwirtschaftliche Flächen.

Fortpflanzung

Die Geschlechtsreife wird von weiblichen Tiere mit drei bis vier Jahren erreicht. Männchen werden spätestens mit fünf Jahren geschlechtsreif. Die Paarung fällt oft in die Monate Mai bis September, kann aber je nach Verbreitungsgebiet variieren. Nach einer Schwangerschaft von 170 bis 180 Tagen bringt das Weibchen ein Jungtier zur Welt, das eine Geburtsgewicht von 500 Gramm aufweist. Die Jungtiere werden die ersten Monate am Bauch der Mutter getragen. Sie werden für etwa ein Jahr gesäugt. Mutter und Kind verbindet eine enge soziale Bindung. In Freiheit können die Tiere ein Alter von bis zu 20 Jahren erreichen, in Gefangenschaft auch über 30 Jahre.

Gefährdung und Schutz

Da Japanmakaken auch an menschlichen Krankheiten wie Ebola und HIV erkranken können, sind sie beliebte Forschungsobjekte in der medizinischen Forschung. In ihren Verbreitungsgebieten zählen sie gebietsweise als Schädlinge, da sie in der Nähe menschlicher Siedlingen oft in Felder einfallen und sie verwüsten. Von den Bauern werden sie regelmäßig gejagd. Aktuelle Bestandszahlen belegen, daß die Populationen heute nur noch rund 25.000 bis 30.000 Tiere umfassen. Die Bestände sind weiter abnehmend.

Galerie

Anhang

Literatur und Quellen

  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World: v. 1 & 2. B&T, Auflage 6, 1999, (engl.) ISBN 0801857899
  • Don E. Wilson & DeeAnn M. Reeder: Mammal Species of the World, a Taxonomic & Geographic Reference. J. Hopkins Uni. Press, 3rd ed., 2005 ISBN 0801882214
  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X

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