Junikäfer

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Junikäfer

Systematik
Klasse: Insekten (Insecta)
Ordnung: Käfer (Coleoptera)
Unterordnung: Polyphaga
Teilordnung: Scarabeiformia
Überfamilie: Scarabaeoidea
Familie: Blatthornkäfer (Scarabaeidae)
Unterfamilie: Maikäfer (Melolonthinae)
Gattung: Junikäfer (Rhizotrogus)
Art: Junikäfer
Wissenschaftlicher Name
Rhizotrogus marginipes
(Mulsant, 1842)

Der Junikäfer (Rhizotrogus marginipes), auch unter der Bezeichnung Frauenkäfer bekannt, zählt innerhalb der Familie der Blatthornkäfer (Scarabaeidae) zur Gattung der Junikäfer (Rhizotrogus). Im Englischen wird der Junikäfer ladybird beetle genannt. Die Art ist monotypisch, demnach sind keine Unterarten bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Junikäfer erreicht eine Körperlänge von etwa 14,0 bis 18,0 Millimeter und weist eine variable Färbung auf. Die Körperform erscheint etwas länglich und ist oben mäßig gewölbt. Der Halsschild ist mit abgestumpften Hinterwinkeln versehen. Bei dem Männchen ist dieser blassgelb gefärbt und dicht punktiert. Bei dem Weibchen erscheint der Halsschild mehr rötlich und ist mit zusammenfließenden Punkten besetzt. Bei beiden Geschlechtern ist die gesamte Oberfläche mit langen gelblichen Haaren versehen. Das Schildchen ist in der Mitte punktiert und an den Rändern dunkler gefärbt. Die Flügeldecken sind in der Mitte oder hinter der Mitte leicht erweitert, runzelig punktiert und mit drei schwachen, erhabenen, undeutlichen Linien besetzt. Bei dem Weibchen sind die Flügeldecken blassgelb und bei dem Weibchen sind die Flügeldecken etwas dunkler gefärbt und mit bräunlichen Rändern versehen. Die Afterdecke ist etwas runzelig punktiert und mit kurzen gelblichen Haaren bedeckt.

Lebensweise

Der Junikäfer wird in der Abenddämmerung und in warmen Nächten Ende Juni bis Anfang Juli sehr aktiv. Dann ist er in den Bäumen von Gärten, an Waldrändern sowie in den Parkanlagen anzutreffen. In der Regel hält sich der Käfig auf lockerem Boden auf. Die Larven überwintern zweimal. Nach der zweiten Überwinterung verpuppen sich die Engerlinge. Diese Puppenruhe beträgt etwa sechs Wochen. Im späten Frühjahr schlüpfen dann die fertigen Käfer. Die gesamte Entwicklung vom Ei bis zum fertigen Käfer dauert etwa vier Jahre. Der geschlüpfte Käfer hat eine Lebenserwartung von ein bis zwei Monaten.

Verbreitung

Junikäfer
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Junikäfer

Der Junikäfer ist in ganz Europa sehr weit verbreitet. Seine Habitate können Wälder, insbesondere deren Ränder und Agrarflächen sein. Der Junikäfer kommt am häufigsten in den Niderungen und auch im Hügelland vor. Gelgentlich trifft man den Junikäfer auch im Vorgebirge an.

Ernährung

Junikäfer ernähren sich überwiegend von den Blättern zahlreicher Laubbäume, wie Eiche, Buche, Esche aber auch Steinobstbäume. Die Engerlinge, also die Larven der Junikäfer, ernähren sich von den Wurzeln verschiedener Gräser sowie von Wildkräutern und Pflanzenresten. Wenn sie geschlechtsreif sind verzehren sie das Gewebe von Blättern und beginnen sich fortzupflanzen.

Fortpflanzung

Die Geschlechtsreife tritt mit Verlassen der Puppenruhe ein. Die Paarung findet im Frühjahr statt. Das Weibchen legt in mehreren Schüben jeweils 20 bis 30 Eier in den Erdboden. Die Tiefe des Geleges variiert zwischen 10 und 20 Zentimeter. Insgesamt legt ein Weibchen bis zu 80 Eier. Die gelblichen Eier sind von ovaler Form und haben eine Länge von etwa 3 Millimeter. Die Embryonalentwicklung erstreckt sich über einen Zeitraum von gut acht Wochen. Die geschlüpften Larven, die Engerlinge genannt werden, leben über rund 3 Jahre im Erdboden und ernähren sich von Wurzelwerk diverser Pflanzen. Gerne gefressen wird der Löwenzahn. Nach der zweiten Überwinterung verpuppen sich die Engerlinge. Diese Puppenruhe beträgt etwa sechs Wochen. Im späten Frühjahr schlüpfen dann die fertigen Käfer. Die gesamte Entwicklung vom Ei bis zum fertigen Käfer dauert etwa vier Jahre. Der geschlüpfte Käfer hat eine Lebenserwartung von ein bis zwei Monaten.

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Junikäfer

Weitere Synonyme

  • Rhizotrogus foveolatus - Bach, 1850
  • Rhizotrogus geniculatus - Chevrolat, 1865
  • Rhizotrogus granulifer - Rosenhauer, 1856
  • Rhizotrogus pallidus - Mulsant, 1842
  • Rhizotrogus piemontanus - Brenske, 1891
  • Rhizotrogus signatus - Mulsant, 1842
  • Rhizotrogus variolatus - Fairmaire, 1880

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Heiko Bellmann: Insekten erkennen und bestimmen. Ulmer 2002 ISBN 3576114769
  • Heiko Bellmann: Der neue Kosmos-Insektenführer. Franckh-Kosmos Verlag, 1999 ISBN 3440076822
  • Dr. Helgard Reichholf-Riem: Steinbachs Naturführer. Insekten. Mit Anhang Spinnentiere. München: Mosaik Verlag GmbH, München 1984. ISBN 3-570-01187-9
  • Ake Sandhall, übersetzt von Dr. Wolfgang Dierl: BLV Bestimmungsbuch 15. Insekten und Weichtiere. Niedere Tiere und ihre Lebensräume-Gliedertiere, Würmer, Nesseltiere, Weichtiere, Einzeller. BLV Verlagsgesellschaft mbH, München Wien Zürich 1984. ISBN 3-405-11390-3
  • Michael Chinery: Pareys Buch der Insekten: Ein Feldführer der europäischen Insekten. Übersetzt und bearbeitet von Dr. Irmgard Jung und Dieter Jung. Verlag Paul Parey 1987. Hamburg und Berlin. ISBN 3-490-14118-0
  • Kurt Günther, Hans-Joachim Hannemann, Fritz Hieke: Urania Tierreich, 6 Bde., Insekten . Deutsch Harri GmbH; Auflage: 5, 1990 ISBN 387144944X
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