Königsalbatros
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| Königsalbatros | |
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| Systematik | |
| Klasse: | |
| Unterklasse: | Neukiefervögel (Neognathae) |
| Ordnung: | Röhrennasen (Procellariiformes) |
| Familie: | |
| Gattung: | Diomedea |
| Art: | Königsalbatros |
| Wissenschaftlicher Name | |
| Diomedea epomophora | |
| Lesson, 1825 | |
| IUCN-Status | |
| Vulnerable (VU) - IUCN
| |
Der Königsalbatros (Diomedea epomophora), der auch Südlicher Königsalbatros genannt wird, zählt innerhalb der Familie der Albatrosse (Diomedeidae) zur Gattung Diomedea. Im englischen wird der Königsalbatros Southern Royal Albatross genannt. Ursprünglich wurde der Nördliche Königsalbatros (Diomedea sanfordi) und der Königsalbatros in einer Art geführt. Sibley und Monroe (1990, 1993) teilten die Art in zwei Arten.
Inhaltsverzeichnis |
Beschreibung
Aussehen und Maße
Der Königsalbatros erreicht eine Körperlänge von 110 bis 120 Zentimeter, eine Flügelspannweite von 300 bis 320 Zentimeter sowie ein Gewicht von 8,5 bis 9 Kilogramm. Weibchen bleiben ein wenig kleiner und leichter als Männchen. Der Unterschied ist jedoch marginal. Ansonsten ähneln sich die Geschlechter im Aussehen. Er gilt als der größte Seevogel überhaupt. Der Königsalbatros kann leicht mit dem Nördlichen Königsalbatros (Diomedea sanfordi) verwechselt werden. Vom Aussehen her sind beide Arten nur schwer zu unterscheiden. Das Gefieder ist überwiegend weiß gefärbt. Die Flügelspitzen sowie die Spitzen der Hand- und Armschwingen weisen jedoch eine schwarze Färbung auf. Der auffällig große und kräftige Schnabel mit dem an der Spitze stark gebogenen Oberschnabel weist eine hornfarbene bis leicht hell rosafarbene Färbung auf.
Lebensweise
Königsalbatrosse leben einzelgängerisch und verbringen einen Großteil ihres Lebens auf hoher See. Sie gelten als ausgezeichnete Flieger. Ihr Flug ist äußerst energiesparend, da sie über weite Strecken ohne einen Flügelschlag gleiten. Ihre schmalen Flügel weisen eine sehr hohe Oberflächenbelastung auf. Die Fluggeschwindigkeit beim Gleiten liegt bei etwa 12 bis 14 Metern pro Sekunde. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei bis zu 110 km/h. Königsalbatrosse können nur bei Wind fliegen. Fehlt es an entsprechendem Wind, so verbringen sie die Zeit auf dem Wasser. Auch wenn Königsalbatrosse einzelgängerisch leben, so kommt es in den Nahrungsgründen durchaus zu größeren Ansammlungen. Nicht selten wird dabei die Nähe von Fischerbooten gesucht, da hier immer der eine oder andere Happen abfällt. Königsalbatrosse sind sowohl am Tage als auch in der Nacht aktiv. Sie gelten als nomadisch und durchstreifen ein sehr großes Areal. Zwischen zwei Brutzeiten legen Königsalbatrosse durchaus weit mehr als 120.000 Kilometer zurück.
Verbreitung
Königsalbatrosse sind im Südpolarmeer weit verbreitet. Außerhalb der Paarungszeit sind sie nomadisch und leben ausschließlich auf offener See. Insgesamt verbringen Königsalbatrosse mehr als 80 Prozent ihres Lebens auf offener See. Nur zur Paarungszeit kommen Königsalbatrosse an Land. Die Paarungs- und Brutgebiete liegen im Wesentlichen auf den Chatham Inseln. Nester entstehen dabei in Hanglage von felsigen Regionen.
Ernährung
Königsalbatrosse sind opportunistische Fleischfresser. Sie ernähren sich neben Fischen (Osteichthyes) auch von Krebstieren (Crustacea) und Weichtieren (Mollusca) wie Kopffüßern (Cephalopoda). An Kopffüßern stehen insbesondere Tintenfische wie Moroteuthis ingens oder Kalmare (Teuthida) wie Histioteuthis atlantica oder Kondakovia longimana auf der Speisekarte. Beutetiere werden von der Wasseroberfläche aus erbeutet. Aufgrund des Hohen Gewichtes und der mangelnden Manövrierfähigkeit ist dies aus dem Flug meist nicht möglich.
Fortpflanzung
Königsalbatrosse erreichen die Geschlechtsreife erst sehr spät mit 9 bis 10 Jahren. Auch die Abstände zwischen zwei Gelegen ist mit 2 Jahren ausgesprochen lang. Dies liegt insbesondere an der langen Inkubations- und Betreuungszeit. Die Fortpflanzungsgebiete liegen auf den Chatham Inseln. Königsalbatrosse leben in einer monogamen Einehe, die in der Regel ein Leben lang hält. Dennoch treffen die Geschlechter nur während der Paarungszeit aufeinander, die meist im Oktober oder November beginnt. Außerhalb der Paarungszeit leben Königsalbatrosse einzelgängerisch. Treffen die Geschlechter in den Brutgebieten ein, so folgt zunächst eine ausgiebige Balz, die letztlich die Paarbindung festigt. Männchen treffen einige Tage vor den Weibchen in den Brutgebieten ein. Königsalbatrosse zeichnen sich durch eine Nistplatztreue aus. In der Regel wird immer der gleiche Nistplatz besetzt. Das Nest entsteht inmitten von grasiger Vegetation in einer flachen Erdmulde.
Das Weibchen legt lediglich ein Ei. Je nach Alter des Weibchen wiegt ein Ei durchschnittlich zwischen 250 und 450 Gramm. Die Inkubation wird durch beide Geschlechter gewährleistet und erstreckt sich für gewöhnlich über 77 bis 80 Tage. Die erste Zeit brütet jedoch nur das Männchen. Das Weibchen geht währenddessen auf Nahrungssuche. Kommt das Weibchen zurück, wechseln sich die Geschlechter beim Brutgeschäft ab und das Männchen geht auf Nahrungssuche. Das geschlüpfte Küken ist weißlich bedunt und wird in den ersten Tagen gehudert. Die Betreuungszeit durch die Eltern ist mit bis zu 240 Tagen extrem lang. Beide Elternteile versorgen den Nachwuchs mit Nahrung. Als Nahrung für den Nachwuchs dient in der ersten Zeit vor allem ein hochgewürgter und vorverdauter Nahrungsbrei. Mit Erreichen der Flugfähigkeit trennt sich die kleine Familie und der Nachwuchs ist auf sich alleine gestellt. Königsalbatrosse sind ausgesprochen langlebig. Die Lebenserwartung liegt bei mehr als 50 Jahre, in Gefangenschaft sogar bis zu 80 Jahre.
Ökologie, Gefährdung und Schutz
In der Nahrungskette steht der Königsalbatros an der Spitze der Nahrungskette. Auch Fleischfresser hat er kaum zu fürchten. Durch die weitreichende Befischung der Südpolarmeere, insbesondere durch die Schleppnetzfischerei, kamen in der Vergangenheit viele Tiere zu Tode. Sie verfingen sich in den Schleppnetzen oder schnappten nach den Ködern der Langleinen. Moderne Fischereimethoden konnten die Todesfälle deutlich reduzieren. Das Verbreitungsgebiet ist sehr klein. Daher gilt der Königsalbatros als ausgesprochen anfällig für Störungen, insbesondere durch den Menschen. Die Brutgebiete liegen lediglich auf vier kleinen Inseln. Das Hauptbrutgebiet liegt auf den Chatham-Inseln. Die Chatham-Inseln liegen rund 800 km östlich von Neuseeland, zu dessen Staatsgebiet die Inseln gehören. Die Populationen gelten zwar als gefährdet, jedoch halten sie sich seit Jahren auf gleichbleibendem Niveau. In der Roten Liste der IUCN wird die Art als gefährdet (vulnerable) geführt.
Anhang
Siehe auch
- Hauptartikel: die Klasse der
Vögel (Aves)
- Die Familie der
Albatrosse (Diomedeidae)
Literatur und Quellen
- Prof. Dr. Dr. hc Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Band 7-9 Vögel. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG München (1993) ISBN 3-423-05970-2
- Gottfried Mauersberger, Wilhelm Meise: Urania Tierreich, 7 Bde., Vögel.Urania, Stuttgart (1995) ISBN 3423032049
- Einhard Bezzel, Roland Prinzinger: Ornithologie, Utb, 1990, ISBN 3800125978
- Hans-Heiner Bergmann: Die Biologie des Vogels. Aula, 1987, ISBN 389104447X

