Königspython

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Königspython

Systematik
Klasse: Kriechtiere (Reptilia)
Ordnung: Schuppenkriechtiere (Squamata)
Unterordnung: Schlangen (Serpentes)
Familie: Pythons (Pythonidae)
Gattung: Eigentliche Pythons (Python)
Art: Königspython
Wissenschaftlicher Name
Python regius
Shaw, 1802

Der Königspython (Python regius) gehört innerhalb der Familie der Pythons (Pythonidae) zur Gattung der Eigentlichen Pythons (Python).

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Königspython gehört zur Gattung der Eigentlichen Pythons (Python) und somit zu den Würgeschlangen. Er erreicht eine Länge von 120 bis 150 Zentimeter, in seltenen Fällen auch bis zu 200 Zentimeter. Der Königspython zählt mit diesen Maßen zu den kleinen Pythons. Männchen erreichen ein Gewicht von bis zu 1.500 Gramm, Weibchen hingegen ein Gewicht von bis zu 2.000 Gramm. Die Lebenserwartung liegt im allgemeinen bei rund 20, in Gefangenschaft bei über 30 Jahren. Die Grundfarbe ist dunkelbraun bis schwarz mit goldgelben ovalen Kreisen. Diese Kreise sind teilweise cremefarben bis weiß umrandet. Die Unterseite ist weißlich bis cremefarben. Der Körper ist stämmig und kräftig gebaut, wobei sich der Kopf deutlich vom Körper absetzt. Nahe Verwandte des Königspython sind der Netzpython (Python reticulatus), der Felsenpython (Python sebae) und der Tigerpython (Python molurus).

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Lebensweise

Der Königspython lebt friedfertig und ist keinesfalls angriffslustig wie einige andere verwandte Pythonarten. Er rollt sich bei Bedrohung ballförmig zusammen, was ihm auch den Beinamen "Ballpython" gab. Den Kopf versteckt er zum Schutz inmitten dieser ballförmigen Verschlingung. Der Königspython ist dämmerungs- und nachtaktiv und verbirgt sich tagsüber und in der Sommerruhezeit in alten Nagerbauten oder in Termitenhügeln, in denen eine gleichbleibende Temperatur und Luftfeuchtigkeit herrscht. Sein Körperbau und der kurze Schwanz lassen schon vermuten, dass man ihn fast nur am Boden, bestenfalls in stark verzweigten Büschen vorfindet.

Verbreitung

Der Königspython bewohnt die Steppen-, Savannengebiete und Trockenwälder und deren Ränder in West- und Zentralafrikas vom Sengal bis nach Uganda.

Ernährung

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Mit etwa drei Jahren und einer Körperlänge von mindestens 120 Zentimeter erreichen Königspythons die Geschlechtsreife. In der Zeit zwischen November und März, ist die Paarungszeit, in der die Männchen aktiv zu den Weibchen wandern, die durch das Ausschütten von Sexuallockstoffen (Pheromone) die Männchen anlocken. Hat ein Männchen eine Partnerin gefunden, so kriecht es an ihrem Körper mit zuckenden Muskelkontraktionen entlang, bis die Kloakenöffnungen auf gleicher Höhe sind. Nun stimmuliert das Männchen mit Hilfe seiner Aftersporen das Weibchen. Er kratzt mit den krallenartigen Aftersporen über ihre Schuppen. Nun führt er einen der Hemipenisse in die Genitalöffnung des Weibchens ein und verharrt so einige Zeit. Nach vollzogener Paarung verlässt das Männchen das Weibchen wieder. Die Trächtigkeit dauert rund 90 bis 120 Tage, wobei 5 bis 10 Eier gelegt werden. Dies steht in Abhängigkeit mit der Temperatur und dem Entwicklungsstadium des Muttertieres. Die Eier können lose auf einem Haufen oder als Pyramide untereinander verklebt gelegt werden. Nach einer Zeitigungsdauer von 55 bis 70 Tagen, in Abhängigkeit mit der Umgebungsemperatur, erfolgt der Schlupf der Jungen, die eine Anfangslänge von 25 bis 45 Zentimeter und ein Gewicht von durchschnittlich 50 Gramm haben.

Extremzuchten

Was in Amerika begann wird nun in Europa fortgeführt. Der Python regius als Farbzucht wird immer populärer und die Preise für neue Farbmutationen schnellen in die Höhe. Mit Namen wie Piebald und Blackball sind Farbvarianten, die auf verminderte oder verstärkte Pigmentbildung zurückzuführen sind oder albinotische und teilalbinotische Tiere. Namen wie High Gold, High Yellow, Jungle und Redball sind häufige Maserungsvarianten und unterschiedliche Farbintensitäten, die im Handel zu utopischen Preisen angeboten werden.

Jungtiere
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Jungtiere

Ökologie, Gefärdung und Schutz

Aus Ghana wurden für die private Haltung Tausende von wildlebenden Königspythons im Export ausser Landes gebracht, was zur Folge hatte, dass sich die Nagetiere wie Mäuse und Ratten schlagartig vermehrten. Die Ernten der Einwohner wurden teilweise vernichtet und die Lagerung von Korn unmöglich gemacht. Da die Reproduktion einer Python regius so gering ist, konnten die Tiere den Verlust nicht ausgleichen. Die Regierung in Ghana verhängte ein absolutes Ausfuhrverbot um Hungersnöte zu verhindern. Die Händler wichen kurz entschlossen nach Togo aus, wo das gleiche Schauspiel von neuem begann. Der Königspython steht im Washingtoner Artenschutzabkommen im Anhang B der gefährdeten Arten. Sein Lebensbereich wird stetig kleiner, weil die Papier- und Holzindustrie die Trockenwälder mit zunehmenden Maße rodet und die freigewordenen Flächen zu Agrarflächen umfunktioniert werden.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

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