Königsscharbe

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Königsscharbe

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse: Neukiefervögel (Neognathae)
Ordnung: Ruderfüßer (Pelecaniformes)
Familie: Kormorane (Phalacrocoracidae)
Gattung: Kormorane (Phalacrocorax)
Art: Königsscharbe
Wissenschaftlicher Name
Phalacrocorax albiventer
Lesson, 1831

Die Königsscharbe (Phalacrocorax albiventer) zählt innerhalb der Familie der Kormorane (Phalacrocoracidae) zur Gattung der Kormorane (Phalacrocorax).

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Die Königsscharbe erreicht eine Körperlänge von 70 bis 74 Zentimeter, eine Flügelspannweite von 90 bis 102 Zentimeter sowie ein Gewicht von 2.500 bis 3.000 Gramm. Das Gefieder ist oberseits schwarz bis graubraun gefärbt. Diese Färbung setzt sich auch am hinteren Teil des Halses und auf dem Kopf fort. Die Bauch- und Brustseite ist weißlich bis silbergrau. Der Hals ist an den Seiten und im vorderen Bereich weiß gefärbt. Der Hals ist insgesamt lang und sehr dünn. Markantes Merkmal ist der bis zu fünf Zentimeter lange Schnabel, der über eine hakenförmige Spitze verfügt. Der Schnabel weist eine bräunliche dunkel orangene Färbung auf. Um die Augen bis zum Schnabelansatz ist das Gesicht unbefiedert. Die nackten Hautstellen weisen eine auffällig rote Färbung auf.

Die Beine und die Füße sind aufällig orangerot gefärbt. Zwischen den Zehen hat die Königsscharbe Schwimmhäute, die sie zu einer hervorragenden Taucherin macht. Schwimmt die Königsscharbe an der Wasseroberfläche, so ist in der Regel nur ihr Hals zu sehen. Der Körper befindet sich knapp unter der Wasseroberfläche. Das Gefieder saugt sich bei Kontakt mit Wasser voll und hält den Körper unter Wasser. Die Königsscharbe verfügt über keine Bürzeldrüse, mit der andere Wasservögel ihr Gefieder einfetten und mehr oder weniger wasserdicht machen. Nach einem Tauchgang kann man Königsscharben an Land mit ausgebreiteten Flügeln beobachten. Meist wedeln sie dabei mit ihren Flügeln, um den Trocknungsprozess zu beschleunigen.

Unterarten

Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Königsscharbe liegt an der westlichen Küste von Südamerika. Sie ist insbesondere an den Küsten Patagoniens in Argentinien und Chile verbreitet. Darüber hinaus liegen die Brutgebiete auch auf den Falklandinseln und auf Grahamland, dem nördlichsten Teil der Antarktischen Halbinsel. Königsscharben leben bevorzugt an den rauen Küsten ihrer Lebensräume. Auch die der Küste vorgelagerten Inseln werden gerne besiedelt.

Ernährung

Die Königsscharbe ernährt sich überwiegend von Fischen und anderen Meerestieren. Dabei taucht sie wie alle Kormorane nach ihrer Beute und bewegt sich unter Wasser mit paddelnden Bewegungen ihrer Füße fort. Die Tiere sind ausgezeichnete Taucher, die durchschnittlich in Tiefen von zehn Metern jagen. Es wurden aber auch schon Tauchtiefen von über 20 Metern registriert. Dabei können sie bis zu 90 Sekunden unter Wasser verbleiben. Die durchschnittliche Tauchzeit liegt bei rund 30 bis 45 Sekunden. Pro Tag brauchen diese großen Vögel etwa 300 bis 500 Gramm an Nahrung.

Fortpflanzung

Die Geschlechtsreife erreicht die Königsscharbe mit rund zwei Jahren. Das Brutgeschäft beginnt meist im Frühjahr. Königsscharben nisten gesellig in der Regel in Felsen oder zwischen Felsnischen unmittelbar an der Küste. Die Nester bestehen aus Pflanzenteilen wie Seetang und andere Seegräser und werden mit Federn und anderen weichen Materialien ausgepolstert. Das Weibchen legt zwischen drei und vier Eier, die von beiden Elternteilen über einen Zeitraum von 30 bis 35 Tagen ausgebrütet werden. Die Jungvögel erhalten ihre Nahrung aus dem Schlund der Altvögel. Im Alter von sechs Wochen verlassen die Jungvögel zum ersten Mal das Nest, mit rund drei Monaten sind sie selbständig und verlassen die Familie. Königsscharben können ein Alter von über 20 Jahren erreichen.
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