Kaama

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Kaama

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Paarhufer (Artiodactyla)
Unterordnung: Wiederkäuer (Ruminantia)
Familie: Hornträger (Bovidae)
Gattung: Alcelaphus
Art: Kaama
Wissenschaftlicher Name
Alcelaphus caama
Cuvier, 1804

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Das Kaama (Alcelaphus caama) zählt innerhalb der Familie der Hornträger (Bovidae) zur Gattung Alcelaphus. Ursprünglich wurde das Kaama als Unterart der Kuhantilope (Alcelaphus buselaphus) geführt und lief unter der Bezeichnung Alcelaphus buselaphus caama (Wilson & Reeder, 2003).

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Das Kaama erreicht eine Körperlänge von 180 bis 245 Zentimeter, eine Schulterhöhe von 125 bis 145 Zentimeter, eine Schwanzlänge von 40 bis 70 Zentimeter sowie ein Gewicht von 120 bis 200 Kilogramm. Weibchen bleiben kleiner und leichter als Männchen. Das weiche Fell, dessen Länge im Mittel 20 bis 25 Millimeter beträgt, weist eine hellbraune Färbung auf. Im Kopfbereich und an den vorderen Gliedmaßen zeigen sich schwarze Streifen und Markierungen. Diese sind vor allem auf dem Nasenrücken gut sichtbar. Am Hinterteil sind hellgefärbte Bereiche zu erkennen. Die Schultern liegen etwas höher als die Rückenlinie. Der Rücken ist nach hinten leicht abfallend. Der buschige Schwanz ist am Ansatz hell und ansonsten schwarz gefärbt. Der Kopf ist ausgesprochen lang gezogen, die Augen liegen weit oben am Kopf und geben dem Kaama ein eigenartiges Aussehen. Die Beine sind lang und für hohe Laufgeschwindigkeiten ausgelegt. Beide Geschlechter verfügen über Hörner. Sie sind gefurcht und am Ende stark nach hinten gebogen. Die Hörner können je nach Geschlecht eine Länge von 50 bis 70 Zentimeter erreichen. Die Hörner verlaufen zunächst seitwärts, dann nach oben und knicken dann scharf nach hinten hin weg.

Verhalten

Die Weibchen der Kaamas leben in geselligen Herden, die aus Weibchen und deren Nachwuchs bestehen. Eine Weibchenherde besteht zumeist aus bis zu 20 oder 30 Individuen. Während der Regenzeit treten aber auch Herdengrößen von einigen hundert Tieren auf. In einer Herde herrscht eine Hierarchie unter den Weibchen. Eine ältere Leitkuh führt die Gruppe an. Geschlechtsreife Männchen leben in kleinen Junggesellenherden. Ältere Männchen leben einzelgängerisch und besetzten dabei ein Revier, das eine Größe von 20 bis 40 Hektar aufweist. Kaamas wandern meist nur wenig umher. Allenfalls während der Trockenzeit kommt es zu kleineren Wanderungen. Die Tiere sind tagaktiv und ruhen während der Nacht. Die Hauptaktivität wird dabei in den frühen Morgen- und Abendstunden entfaltet. Dies gilt vor allem für die Nahrungsaufnahme. Während der Mittagszeit ruhen Kaamas in der Regel in schattigen Bereichen. Kaamas sind wachsame Antilopen, die bei der geringsten Gefahr die Flucht ergreifen. Über kurze Strecken können die Tiere durchaus Geschwindigkeiten von 70 bis 80 km/h erreichen. Der Sehsinn ist hoch entwickelt und dient vor allem der Lokalisierung von Fressfeinden.

Verbreitung

Das Kaama ist im südlichen Afrika weit verbreitet. Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich über Angola, Botswana, Lesotho, Namibia, Südafrika, Swaziland und Simbabwe. Das Kaama bewohnt die weiten Baum- und Strauchsavannen und ist auch auf immergrünen Weideflächen und an Waldrändern anzutreffen. Im südlichen Afrika galt das Kaama lange Zeit als akut gefährdet. Weitreichende Schutzprogramme und eine Wiederansiedlung haben die Bestände des Kaama heute auf ein gesichertes Niveau steigen lassen.

Prädatoren

In den weiten Savannen gehören vor allem Löwen (Panthera leo), Leoparden (Panthera pardus), Geparden (Acinonyx jubatus)und Tüpfelhyänen (Crocuta crocuta) zu den natürlichen Feinden der Kaamas. Der Schwund in den Populationen durch Fressfeinde ist allerdings zu vernachlässigen. Weit schlimmer wiegt die Intervention durch den Menschen.

Ernährung

Das Kaama ernährt sich fast ausschließlich von Gräsern und Kräutern. Nur gelegentlich werden auch Blätter von Bäumen und Büschen sowie Sämereien, Hülsenfrüchte und Waldfrüchte gefressen. Während der Trockenzeit unternehmen Kaamas zum Teil weite Wanderungen auf der Suche nach Nahrungsgründen. Auf Nahrungssuche geht das Kaama nur am Tage.

Fortpflanzung

Das Kaama erreicht die Geschlechtsreife mit gut einem Jahr. Ausgewachsen ist es allerdings erst mit rund vier Jahren. Männchen kommen daher frühestens im vierten oder fünften Lebensjahr zu ihrer ersten Paarung. Die Paarungszeit beginnt je nach Verbreitungsgebiet zu unterschiedlichen Zeiten. Eine erhöhte Geburtenrate ist allerdings zwischen Oktober und November festzustellen. Zu dieser Zeit ist Nahrung reichlich vorhanden. Die Weibchen leben mit ihrem Nachwuchs in Herden. Die Männchen stoßen nur während der Paarungszeit zu den Weibchenherden. Dabei kommt es unter rivalisierenden Männchen in der Regel zu heftigen Kommentkämpfen um das Paarungsrecht mit den Weibchen einer Herde. Die Paarungsbereitschaft der Weibchen ermittelt das Männchen über den Geruchssinn. Die Weibchen geben während ihrer Empfängnisbereitschaft über Drüsen im Analbereich Pheromone ab, die von den Männchen erkannt werden. Nach einer Tragezeit von 210 bis 240 Tagen bringt das Weibchen an geschützter Stelle ein Jungtier zur Welt. Zu Zwillingsgeburten kommt es dabei nur selten. Die Säugezeit erstreckt sich für gewöhnlich über vier Monate. Mit Erreichen der Geschlechtsreife verlassen die Männchen die Herde der Weibchen. Weibliche Jungtiere verbleiben zumeist in ihrer Geburtsherde. Die Lebenserwartung des Kaama liegt bei 15 bis 20 Jahren.

Anhang

Literatur und Quellen

  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World: v. 1 & 2. B&T, Auflage 6, 1999, (engl.) ISBN 0801857899
  • Don E. Wilson & DeeAnn M. Reeder: Mammal Species of the World, a Taxonomic & Geographic Reference. J. Hopkins Uni. Press, 3rd ed., 2005 ISBN 0801882214
  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X

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