Kagu

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Kagu

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse: Neukiefervögel (Neognathae)
Ordnung: Kranichvögel (Gruiformes)
Familie: Kagus (Rhynochetidae)
Gattung: Kagus (Rhynochetos)
Art: Kagu
Wissenschaftlicher Name
Rhynochetos jubatus
Verreaux & DesMurs, 1860

Verbreitungsgebiet
Rot: aktuell, orange: historisch

Der Kagu (Rhynochetos jubatus) zählt innerhalb der Familie der Kagus (Rhynochetidae) zur Gattung der Kagus (Rhynochetos). Kagus sind eng mit den Sonnenrallen verwandt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Der Kagu erreicht eine Körperlänge von 50 bis 55 Zentimeter sowie eine Flügelspannweite von gut 80 Zentimeter. Das Gefieder ist überwiegend grau bis blaugrau gefärbt. Unterhalb der Flügel sind einige dunkelgraue bis schwarze Streifen zu erkennen. Markant ist der Übergroße Federschopf auf dem Hinterkopf, der im angelegten Zustand deutlich bis in den Nacken reicht. Jungvögel weisen eine leicht dunklere Färbung auf. Die Geschlechter weisen keinen Geschlechtsdimorphismus auf. Seine bellenden Ausrufe und die unscheinbare helle Färbung brachten dem Kagu bei der einheimischen Bevölkerung den Beinamen "Geist des Waldes" ein. Der Schnabel, die Beine und die Zehen sind gelb gefärbt. Die Iris der Augen ist rötlich, die Pupille ist dunkel gefärbt.

Verbreitung

Heute ist der Kagu nur noch auf Neukaledonien endemisch. In historischer Zeit war er auch in Neuseeland weit verbreitet. Hier ist er allerdings seit geraumer Zeit ausgestorben. Schuld waren hauptsächlich eingeschleppte Raubtiere. Kagus leben in feuchten Wäldern, die sich zumeist in unzugänglichen Tälern befinden. Der Kagu lebt ausschließlich auf dem Boden und ist daher besonders durch Raubtiere gefährdet. Dies gilt insbesondere für die Gelege und die Jungvögel.

Gefährdung, Schutz

Um den Kagu steht es nicht gut. Während er in Neuseeland bereits ausgerottet ist, lebt er nur noch in den Bergwäldern Neukaledoniens. Aber auch auf Neukaledonien steht die Art seit Jahrzehnten unter Druck, da die Vernichtung der natürlichen Lebensräume, insbesondere der Wälder, mit rasanter Geschwindigkeit voranschreitet. Die Wälder werden vor allem für die sich immer stärker ausbreitende Landwirtschaft gerodet. Der Kagu wird von der einheimischen Bevölkerung wegen seines schmackhaften Fleisches gejagt und eingeschleppte Raubtiere wie Hunde, Katzen und Schweine setzen die Art zusätzlich unter Druck. Mittlerweile haben internationale Tierschutzorganisationen mit der Wiederansiedlung begonnen. In der Roten Liste des IUCN wird die Art als stark gefährdet geführt. Das Washingtoner Artenschutzabkommen stellt die Tiere in Anhang I unter weltweitem Schutz.

Ernährung

Der Kagu ernährt sich von Insekten, deren Larven und kleinen Wirbeltieren. Dazu gehören vor allem kleine Reptilien wie Geckos und Eidechsen sowie Schnecken, Würmer und Raupen. Seine Nahrung findet der Kagu grundsätzlich auf den Boden. Auf Nahrungssuche geht er am Tage.

Fortpflanzung

Der Kagu führt eine monogame Einehe. Ein Brutpaar beansprucht ein Brutrevier in einer Größe von zehn bis zwanzig Hektar. Die Paarungszeit erstreckt sich in der Regel über die Regenzeit. Während der Balz veranstalten beide Geschlechter einen Tanz, bei denen sie Schnabel, Schwanz und Flügel einsetzen. Ein Nest entsteht in gemeinsamer Arbeit am Boden. In einer flachen Erdmulde baut das Pärchen ein Nest aus Reisig und modernden Pflanzenresten wie Laub und ähnliches. Für den Nestbau benötigt das Paar zumeist vier bis fünf Tage. In das fertig gestellt Nest legt das Weibchen ein weißliches Ei. Es wird über einen Zeitraum von 34 bis 35 Tagen ausgebrütet. Die Jungvögel erreichen mit zehn bis zwölf Wochen die Selbständigkeit.

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