Schwarzfleckiger Kranzrüssler

aus Tierdoku, der freien Wissensdatenbank

(Weitergeleitet von Kahlnahtiger Graurüssler)
Schwarzfleckiger Kranzrüssler
Imago

Systematik
Klasse: Insekten (Insecta)
Unterklasse: Geflügelte Insekten (Pterygota)
Ordnung: Käfer (Coleoptera)
Unterordnung: Polyphaga
Familie: Rüsselkäfer (Curculionidae)
Gattung: Strophosomus
Art: Schwarzfleckiger Kranzrüssler
Wissenschaftlicher Name
Strophosoma melanogrammum
(Forster, 1771)

Der Schwarzfleckige Kranzrüssler (Strophosoma melanogrammum), auch unter dem Synonym Strophosomus melanogrammus und unter den weiteren Bezeichnungen Schwarzfleckiger Trapezrüssler sowie Kahlnahtiger Graurüssler bekannt, zählt innerhalb der Familie der Rüsselkäfer (Curculionidae) zur Gattung Strophosomus. Der Schwarzfleckige Kranzrüssler ist leicht mit der Art Strophosoma curvipes (Thomson, 1865) zu verwechseln.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Schwarzfleckige Kranzrüssler erreicht eine Körperlänge von etwa 4 bis 5,5 Millimeter. Die Oberseite des Körpers weist eine schwarze Grundfärbung auf, die mit kupfrigen, teilweise mit braunweißen Schuppen bedeckt ist. Der Fühlerschaft überragt nicht die Augen und die Basis der Flügeldecken ist vollkommen einfach herabgewölbt ohne kielförmigen Basalring. Die Flügeldecken sind zwischen der Beschuppung nur mit sehr kurzen, hellen, oft nur im Profil sichtbaren Börstchen besetzt, vorn an der Naht ohne, oder nur mit einem kleinen, kurzen Kahlfleck versehen. Die Hinterschenkel weisen eine sehr schmale, unpunktierte, fast glatte, abgekürzte Mittellinie auf. Die Schuppen der Oberseite sind sehr klein und länglich und decken bei dem Weibchen nicht ganz, bei dem Männchen fast vollständig die Oberseite ab. Die Vorderschenkel sind bei dem Männchen schwach und bei dem Weibchen stärker nach innen gebogen. Die Flügeldecken wirken bei dem Weibchen kurz und bei dem Männchen sind sie länglich oval, fast elliptisch. Des Weiteren sind die Flügeldecken des Weibchens schwarz getönt und die Schuppen grau und weiss gefärbt sowie leicht gefleckt. Die Fühler sowie die Basalglieder weisen eine roströtliche Färbung auf. <1>

Lebensweise

Der Schwarzfleckige Kranzrüssler ist im April/Mai und im August/September zu finden. Seine Fraßattacken finden hauptsächlich in der Nacht statt, insbesondere werden die jungen Triebe der jungen Kiefern und jungen Eichen im Frühjahr benagt. Nach dem Schartenfraß bilden sich an den Fraßrändern dann Harztröpfchen, die zum Absterben der Endknospen führen. Ferner hält sich der Schwarzfleckige Kranzrüssler an Bäumen oder in der Heide auf. Die Männchen sind sehr selten anzutreffen.

Verbreitung

Der Schwarzfleckige Kranzrüssler kommt in Europa bis Südfinnland sowie in Mittelnorwegen und Mittelschweden vor. Des Weiteren lebt der Schwarzfleckige Kranzrüssler auch in Nordamerika, wo er eingeschleppt wurde. Das Verbreitungsgebiet des Schwarzfleckigen Kranzrüssler erstreckt sich vom Flachland bis ins Gebirge. Bei uns in Deutschland ist der Schwarzfleckige Kranzrüssler im Rheinland, in Thüringen, in Oldenburg, in Hanau, in Hamburg sowie in Brandenburg nicht häufig anzutreffen.

Ernährung

Die Ernährung ist indifferent. Die Larven ernähren sich überwiegend von der Wurzel des Stumpfblättrigen Amphers (Rumex obtusifolius) und der Draht-Schmiele (Deschampsia flexuosa). Der Schwarzfleckige Kranzrüssler lebt hauptsächlich in Wäldern, in denen Kiefern (Pinus), Fichten (Picea), Douglasien (Pseudotsuga), Lärchen (Larix), Eichen (Quercus), Ahorne (Acer), Haseln (Corylus) wachsen, wobei der Schwarzfleckige Kranzrüssler in der Nacht die Endknospen der jungen Kiefern (Pinus) benagt. Nach dem Schartenfraß bilden sich an den Fraßrändern dann Harztröpfchen. Im Frühjahr ist der Schwarzfleckige Kranzrüssler häufig an jungen Eichen zu finden. Ferner hält er sich an Bäumen oder in der Heide auf.

Fortpflanzung

Die Paarungszeit des Schwarzfleckigen Kranzrüssler erfolgt im Frühsommer. Die Vermehrung erfolgt hauptsächlich durch Parthenogenese (Jungfernzeugung). Das Weibchen legt ihre Eier flach in den Boden. Die daraus schlüpfenden Larven ernähren sich von den Wurzeln der Futterpflanzen. Die Überwinterung erfolgt als Larve. Nach einigen Häutungen erfolgt im Frühjahr eine kurze Puppenruhe. Aus der Puppe schlüpft meist im Mai der fertige Käfer, der sich an die Oberfläche gräbt und ausfliegt.

Anhang

Literatur und Quellen

  • [1] Edmund Reitter: Fauna Germanica. Die Käfer des deutschen Reiches. Stuttgart: K.G. Lutz, 1916, S. 64-65.
  • Heiko Bellmann: Insekten erkennen und bestimmen. Ulmer 2002 ISBN 3576114769
  • Heiko Bellmann: Der neue Kosmos-Insektenführer. Franckh-Kosmos Verlag, 1999 ISBN 3440076822
  • Michael Chinery: Pareys Buch der Insekten: Ein Feldführer der europäischen Insekten. Übersetzt und bearbeitet von Dr. Irmgard Jung und Dieter Jung. Verlag Paul Parey 1987. Hamburg und Berlin. ISBN 3-490-14118-0
  • Kurt Günther, Hans-Joachim Hannemann, Fritz Hieke: Urania Tierreich, 6 Bde., Insekten . Deutsch Harri GmbH; Auflage: 5, 1990 ISBN 387144944X
'Persönliche Werkzeuge