Kaiserskorpion

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Kaiserskorpion

Systematik
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Skorpione (Scorpionides)
Unterordnung: Neoscorpionina
Teilordnung: Orthosterni
Überfamilie: Scorpionoidea
Familie: Scorpionidae
Gattung: Pandinus
Art: Kaiserskorpion
Wissenschaftlicher Name
Pandinus imperator
Koch, 1841

Giftstachel des Kaiserskorpions
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Giftstachel des Kaiserskorpions

Der Kaiserskorpion (Pandinus imperator), auch Großer Waldskorpion genannt, zählt innerhalb der Familie der Scorpionidae zur Gattung der Pandinus. Erstmals wurde er im Jahre 1841 von dem deutschen Arachnologen Carl Ludwig Koch beschrieben.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Kaiserskorpion erreicht eine Länge von etwa 13 bis 18 und in seltenen Fällen sogar über 20 Zentimeter, wobei der Schwanz mitgemessen wird, und ein Gewicht von bis zu 30 Gramm. Trächtige Weibchen bringen es sogar auf ein Gewicht von rund 50 Gramm. Damit ist er wahrscheinlich die größte noch lebende Skorpionart. Der harte und gegliederte Chitinpanzer ist komplett schwarz gefärbt, lediglich leicht bräunliche Flecken sind gelegentlich zu erkennen. Bei Lichteinfall schimmert der Panzer grünlich bis bläulich. Die zwei mächtigen Scheren sind bei Webspinnen (Araneae) in Form der Tastbeine (Pedipalpen) vorzufinden. Sie dienen dem Kaiserskorpion zur Verteidigung und zum Erlegen seiner Beute. Der Giftstachel am letzten Glied des Schwanzes ist sehr dunkel gelblich, rötlich oder orange.

Lebensweise, Toxizität

Der Kaiserskorpion ist vor allem in der Nacht aktiv und verbirgt sich am Tage in unterirdischen Vertsecken. Manchmal ist er zu sehen, wenn er mit gespreizten Scheren und erhobenem Schwanz, dies ist die Angriffs- und Verteidigungshaltung, den Eingang des Unterschlupfes bewacht. In seinen nächtlichen Aktivitätsphasen bleibt der Kaiserskorpion in der Regel auf dem Boden, wird aber auch öfters an Bäumen und Felshängen kletternd beobachtet.

Wird der Kaiserskorpion bedroht oder in die Enge getrieben, geht er in die (bereits beschriebene) Verteidigungshaltung über und ist dann allzeit angriffsbereit. Kommt man ihm, zum Beispiel mit der Hand, dennoch noch näher, wird er eher mit den Scheren zwicken, als dass er von dem wertvollem Gift Gebrauch macht und eine Dosis in das Fleisch sticht. Dennoch kann auch das nicht ausgeschlossen werden, vor allem, wenn man ihn weiter verägert. Das Gift ist nicht sehr stark, ein Giftstich verursacht höchstens starke Schmerzen und lässt die gestochene Stelle anschwellen. Das Gift, von welchem der Kaiserskorpion über etwa 2 Tropfen verfügt, entspricht in der Stärke etwa dem Gift der Biene. Nach einem Stich, bei dem der gesamte Giftvorrat aufgebraucht wurde, dauert es manchmal bis zu vier Wochen, bis dass erneut zugestochen werden kann, erst dann hat der Skorpion wieder genügend Gift produziert.

Der Kaiserskorpion wird im Washingtoner Artenschutzübereinkommen in Anhang II als geschützte Art geführt.

Verbreitung

Der Kaiserskorpion ist im zentralen Afrika und im zentralen Westen Afrikas verbreitet. Dort besiedelt er vor allem tropische Regenwälder, aber auch feuchte Steppen und Savannen werden von ihm bewohnt.
Kaiserskorpion
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Kaiserskorpion
Er lebt dort bevorzugt in selbstgegrabenen Höhlen oder Erdröhren, welche unter Rinde, totem Holz, Blech und sogar direkt in abgestorbenen Bäumen angelegt sein können. Manchmal siedelt er sich auch in leeren Nagetierbauten und in den gut klimatisierten Gängen von Termitennestern an.

Ernährung

Nachts geht der Kaiserskorpion auf Nahrungssuche. Auf seinem Speisezettel stehen so gut wie alle Insekten (Insecta) und kleinere Säugetiere (Mammalia) wie wilde Hausmäuse (Mus musculus) und deren Nachwuchs. Die erbeuteten Tiere werden vorzugsweise mit bzw. durch die Kraft der Scheren getötet, Kaiserskorpione gehen sehr sparsam mit ihrem Gift um. Besonders große und werhafte Beute wird durch einen Giftstich gelähmt. Zum Aufnehmen der Beute speit der Skorpion einen Verdauungssaft in es hinein, dieser verflüssigt es innerlich. Dann wird der Beutebrei aufgesaugt.

Fortpflanzung

Männliche und weibliche Tiere unterscheiden sich vor allem durch das beim Männchen größere Kammorgan auf der Unterseite. Die Geschlechtsreife wird mit rund drei Jahren erreicht. Der Kaiserskorpion gehört zu den lebendgebärenden Tieren. Nach einer Trächtigkeit von gut 12 Monaten bringt das Weibchen zwischen
Kaiserskorpion in Angriffshaltung
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Kaiserskorpion in Angriffshaltung
10 und 40, in der Regel jedoch etwa 20 Jungskorpione zur Welt, diese sind bereits relativ groß und werden als Larven bezeichnet. Sie sind noch nicht voll entwickelt. Kaiserskorpione betreiben eine Brutpflege. Gleich nach dem Schlupf krabbeln die Jungtiere auf den Rücken der Mutter. In den nächsten Wochen kümmert sich das Muttertier um den Nachwuchs, nach drei Wochen steigen die Jungtiere runter vom Muttertier, von nun an werden sie Nymphen bezeichnet. Nach insgesamt etwa drei Monaten beginnen die Jungtiere salbst Nahrung aufzunehmen. Kaiserskorpione erreichen ein Alter von bis zu 15 Jahren, in der Natur zumeist deutlich darunter.

Anhang

Literatur und Quellen

Weblinks

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