Kaktusmaus

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Kaktusmaus
Foto/Zeichnung folgt.

Systematik
Ordnung: Nagetiere (Rodentia)
Unterordnung: Mäuseverwandte (Myomorpha)
Teilordnung: Myodonta
Überfamilie: Hamster- und Mäuseartige (Muroidea)
Familie: Wühler (Cricetidae)
Unterfamilie: Neuweltmäuse (Sigmodontinae)
Tribus: Peromyscini
Gattung: Weißfußmäuse (Peromyscus)
Art: Kaktusmaus
Wissenschaftlicher Name
Peromyscus eremicus
(Baird, 1858)

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Die Kaktusmaus (Peromyscus eremicus) gehört innerhalb der Familie der Wühler (Cricetidae) zur Gattung der Weißfußmäuse (Peromyscus). Im Englischen wird diese Maus Cactus Mouse genannt. Die Art ist monotyoisch, Unterarten sind demnach keine bekannt. Die Kaktusmaus wird zusammen mit der Merriam-Hirschmaus (Peromyscus merriami), der Evas Wüstenmaus (Peromyscus eva) und der Peromyscus fraterculus in der eremicus-Gruppe geführt (Hoffmeister & Lee, 1963a; Lawlor, 1971b; Riddle et al., 2000a).


Inhaltsverzeichnis

Fossile Funde

Die Kaktusmaus gehört zum Subgenus Haplomylomys. Fossile Funde wurden auf das späte Pleistozän datiert und stammen im Wesentlichen aus Texas, USA. Peromyscus eremicus ähnelt im Habitus der pleistozänen Art Peromyscus nesodytes, einer Art die in Kalifornien lebte (Veal & Caire, 1979).

Erkennung und Unterschiede

Peromyscus eremicus lässt sich von den nah verwandten Arten am einfachsten anhand des Penisknochen (Baculum) unterscheiden. Dieser ist bei Peromyscus eremicus mit einer Länge von 8,2 mm und einer Breite von 1,8 mm relativ kurz und breit. Dorsal ist das Baculum leicht gekrümmt, an der Basis zeigt sich eine quadratische Form. Der Phallus selbst ist schmal und die Eichel weist keine Hautlappen auf. Peromyscus eremicus ist kleiner als die Kalifornische Maus (Peromyscus californicus) und der Merriam-Hirschmaus (Peromyscus merriami). Das Fell der Evas Wüstenmaus (Peromyscus eva) ist kürzer (Veal & Caire, 1979).

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die Kaktusmaus erreicht eine Gesamtlänge von 160 bis 211 mm, eine Körperlänge von 72 bis 100 mm, eine Schwanzlänge von 84 bis 120 mm, eine Ohrlänge von 13,4 bis 20 mm, eine Hinterfußlänge von 18 bis 22 mm, eine Schädellänge von 22,7 bis 25,9 mm, eine Jochbeinbreite von 11,2 bis 13,5 mm sowie ein Gewicht von 18 bis 40 (20) Gramm. Männchen bleiben etwas kleiner und leichter als Weibchen. Zu den markanten Merkmalen gehören die nackten Sohlen der hinteren Füße sowie eine Schwanzlänge, die die Körperlänge übersteigt. Das Fell ist seidenweich und relativ lang. Die Fellfärbung variiert je nach Verbreitungsgebiet und Lebensraum von Orangebraun bis Gelblichbraun. Lateral ist die Färbung leicht hell, ventral zeigt sich eine weißliche bis hellbraune Färbung. Weibchen sind insgesamt ein wenig blasser gefärbt. Männchen verfügen über eine gut entwickelte Präputialdrüse (Vorhautdrüse), Weibchen weisen im Leistenbereich 2 Paar Milchdrüsen auf. Das Gebiss der Kaktusmaus besteht aus 20 Zähnen, die zahnmedizinische Formel lautet 1/1, 0/0, 1/1, 3/3 (Veal & Caire, 1979).

Lebensweise

Kaktusmäuse werden in der Literatur grundsätzlich als schweigsame und gutmütige Nagetiere beschrieben. Dies gilt auch für die Gefangenschaftshaltung. Anders als beispielsweise die Hirschmaus (Peromyscus maniculatus) legt die Kaktusmaus ein deutlich passives Verhalten an den Tag. Das eigene Nest wird jedoch gegenüber sympathischen Arten verteidigt. Die kugelförmigen Nester im Innern der Erdbauten sind flauschig weich ausgepolstert. Die Kaktusmaus ist überwiegend nur in der Nacht aktiv, insbesondere bei hellem Mondlicht. Die Tiere sind zwar fast das ganze Jahr aktiv, am Tage ruhen sie jedoch in einem torporatigen Zustand (Veal & Caire, 1979).

Verbreitung

Peromyscus eremicus kommt im Südwesten der USA, Baja California sowie im nördlichen Mexiko. Besiedelt werden die Ränder von Wüsten, Halbwüsten und leicht bewaldete Flussufer in Höhen von 35 bis 2.130 m über NN. Beliebte Lebensräume sind beispielsweise Buschlandschaften, Dornbuschsavannen und lichte Wälder entlang von Flüssen. Nester entstehen nicht selten in Felsspalten, im Wurzelbereich von Bäumen und Sträuchern, in verlassenen Erdbauten anderer Tiere oder unter Steinhaufen. Zur typischen Vegetation im Lebensraum der Tiere gehören beispielsweise Mesquiten (Prosopis juliflora) (Veal & Caire, 1979).

Biozönose

Sympatrie

Die Kaktusmaus lebt sympatrisch mit zahlreichen anderen Vertretern der Weißfußmäuse (Peromyscus). Dies sind die Kalifornische Maus (Peromyscus californicus), die Canyonmaus (Peromyscus crinitus), die Evas Wüstenmaus (Peromyscus eva), die Merriam-Hirschmaus (Peromyscus merriami), die Weißfesselmaus (Peromyscus pectoralis) und Peromyscus boylii. Die Verbreitungsgebiete und Lebensräume der genannten Arten überschneiden sich (Veal & Caire, 1979).

Prädatoren und Mortalität

Waldohreule (Asio otus)
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Waldohreule (Asio otus)

Zu den natürlichen Feinden der Kaktusmaus gehören insbesondere Schleiereulen (Tyto alba), Waldohreulen (Asio otus) und verschiedene Königsnattern (Lampropeltis) (Veal & Caire, 1979).

Krankheiten und Parasiten

Kaktusmäuse sind die Wirte verschiedener Ekto- und Endoparasiten. Hier sind insbesondere Fadenwürmer (Nematoda), Milben (Acari, Acarida) wie Zecken (Ixodida) und Laufmilben (Trombidiidae), Flöhe (Siphonaptera) und verschiedene Tierläuse (Phthiraptera) (Veal & Caire, 1979) zu erwähnen.

Ernährung

Die Kaktusmaus ernährt sich von Früchten, Blüten, Sämereien, grüne Vegetationsteile sowie Insekten und deren Larven. Sämereien bilden den Hauptteil der Nahrung. Die Nahrungssuche erfolgt für gewöhnlich nahe von Bäumen und Büschen (Veal & Caire, 1979).

Fortpflanzung

Die Hauptpaarungszeit der Kaktusmaus erstreckt sich vom Frühjahr bis in den Sommer hinein. In den subtropischen Regionen des Verbreitungsgebietes und in niedrigen Lagen erstreckt sich die Paarungszeit über das ganze Jahr. Nach einer Tragezeit von rund 21 Tagen bringt ein Weibchen in ihrem Nest durchschnittlich 2,2 bis 2,8 (2,4) Jungtiere zur Welt. Ein Jungtier weist dabei ein Geburtsgewicht von 2,1 bis 2,9 (2,5) Gramm auf. Das erste Fell stellt sich bereits gegen Ende der ersten Lebenswoche ein. Zum ersten Fellwechsel kommt es zwischen dem 34. Und 37. Lebenstag. Die Augen öffnen sich nach 15 bis 17 (15,5) Tagen, die Ohren öffnen sich nach 9 bis 11 Tagen. Die Säugezeit endet gegen Ende der dritten Lebenswoche im Alter von 20 bis 22 Tagen. Bei den Jungtieren stellt sich der erste Östrus im Alter von 39 bis 40 Tagen ein (Veal & Caire, 1979).

Ökologie, Gefährdung und Schutz

Kaktusmäuse gehören zwar noch nicht zu den bedrohten Arten, jedoch stehen im Verbreitungsgebiet zahlreiche Lebensräume aufgrund der Einwirkung durch den Menschen unter Druck. Dies trifft vor allen auf landwirtschaftliche Aktivitäten und den Raubbau an der Natur zu. Nach Gonzales-Ruiz et al. (2005) stellt auch die niedrige Siedlungsdichte der Tiere eine große Gefahr dar. In Mexiko steht die Art unter Schutz.

Synonyme

Peromyscus eremicus ist unter zahlreichen Synonymen bekannt. Nach Wilson & Reeder (2005) sind dies alcorni Anderson, 1972, anthonyi (Merriam, 1887), arenarius Mearns, 1896, avius Osgood, 1909, cedrosensis J. A. Allen, 1898, cinereus Hall, 1931, collatus Burt, 1932, insulicola Osgood, 1909, papagensis Goldman, 1917, phaeurus Osgood, 1904, polypolius Osgood, 1909, pullus Blossom, 1933, sinaloensis Anderson, 1972 und tiburonensis Mearns, 1897. Alle genannten Synonyme sind ungültig.

Anhang

Literatur und Quellen

Qualifizierte Weblinks

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