Kalifornische Kängururatte

aus Tierdoku, der freien Wissensdatenbank

Kalifornische Kängururatte
Foto/Zeichnung folgt.

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Lebendgebärende Säugetiere (Theria)
Teilklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Nagetiere (Rodentia)
Unterordnung: Mäuseverwandte (Myomorpha)
Familie: Taschenratten (Geomyidae)
Unterfamilie: Heteromyinae
Tribus: Dipodomyini
Gattung: Dipodomys
Art: Kalifornische Kängururatte
Wissenschaftlicher Name
Dipodomys californicus
Merriam, 1890

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Die Kalifornische Kängururatte (Dipodomys californicus) zählt innerhalb der Familie der Taschenratten (Geomyidae) zur Gattung Dipodomys. Im Englischen wird die Art California Kangaroo Rat genannt.

Inhaltsverzeichnis

Erkennung und Unterschiede

Die Kalifornische Kängururatte ist mittelgroß. Die Art unterscheidet sich von den sympatrisch lebenden Arten, der Wüstenkängururatte (Dipodomys deserti) und der Merriams Kängururatte (Dipodomys merriami) durch die dunklere Fellfärbung und in der Größe. In allen Maßen ist Dipodomys merriami als die Kalifornische Kängururatte und Dipodomys deserti deutlich größer (Kelt, 1988).

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die Kalifornische Kängururatte erreicht je nach Geschlecht und Unterart eine Gesamtlänge von 260 bis 340 mm, eine Schwanzlänge von 152 bis 217 mm, eine Hinterfußlänge von 40 bis 47 mm, eine Ohrlänge von 11 bis 16 mm, eine Schädellänge von 38,7 bis 38,9 mm, eine Schädeltiefe von 12,9 mm, eine Schädelbreite von 23,5 bis 23,6 mm, eine Jochbeinbreite von 20,1 bis 20,2 mm. Die Geschlechter ähneln sich, jedoch ist das Männchen ein wenig größer als das Weibchen. Die Füße der Vorder- und Hinterbeine sind lang und weisen jeweils 4 Zehen auf. Die Augen und Ohren sind groß, das Fell ist seidenweich. Das Fell weist dorsal eine dunkelbraune Färbung auf, ventral zeigt sich eine deutlich hellere Färbung. Der Schwanz ist dicht mit Fell besetzt und verfügt über eine weißliche Spitze. Das Fell erreicht eine Länge von bis zu 13 mnm und eine Dicke von 45 µm. Das Gebiss verfügt über 20 Zähne, die zahnmedizinische Formel lautet i1/1, c0/0, p1/1, m3/3. Weibchen verfügen über 3 Paare Zitzen, 2 liegen davon inguinal und 1 Paar pectoral (Kelt, 1988).

Lebensweise

Kalifornische Kängururatten sind vorwiegend nachtaktiv und leben einzelgängerisch. Bei Gruppen handelt es sich ausschließlich um Weibchen mit ihrem Nachwuchs. Zwischen einzelnen Individuen zeigt sich bei Aufeinandertreffen ein hohes Aggressionsverhalten. Die Geschlechter treffen nur während der Paarungszeit aufeinander. Die Kommunikation untereinander erfolgt akustisch, über den Tastsinn und über den Geruchssinn. Die Art hält keinen Winterschlaf. Die Erdbauten entstehen an geschützter Stelle, mitunter werden auch die Bauten von Zieseln (Spermophilus) genutzt (Kelt, 1988).

Unterarten

Verbreitung

Die Kalifornische Kängururatte ist im südwestklichen Nordamerika in Kalifornien und dem südlichen Oregon/USA verbreitet. In Höhenlagen kommt die Art bis in einer Höhe von etwa 400 m über NN vor. Die Art besiedelt Halbwüsten, offenes Gras- und Buschland. Geschlossene Lebensräume werden gemieden. Im Lebensraum dominieren Kreuzdorngewächse (Rhamnaceae) wie Ceanothus velutinus, Ceanothus cuneatus und Ceanothus prostratus, Bärentrauben (Arctostaphylos) wie Arctostaphylos patula, Steinobstgewächse (Prunus), Erlenblättrige Felsenbirnen (Amelanchier alnifolia), Korbblütler (Asteraceae) wie Chrysothamnus, Lupinen (Lupinus ssp.), Schneckenklee (Medicago ssp.) und Bart-Hafer (Avena barbata) (Kelt, 1988).

Biozönose

Kojote (Canis latrans)
vergrößern
Kojote (Canis latrans)

Sympatrie

Die Art lebt sympatrisch mit Arten wie der Wüstenkängururatte (Dipodomys deserti), der Merriams Kängururatte (Dipodomys merriami) und der Belding-Ziesel (Spermophilus beldingi) (Kelt, 1988).

Prädatoren

Zu den natürlichen Feinden zählen neben Eulen (Strigiformes) und Schlangen (Serpentes) insbesondere der Graufuchs (Urocyon cinereoargenteus), der Kitfuchs (Vulpes velox) und der Kojote (Canis latrans) (Kelt, 1988).

Parasiten und Krankheiten

Zu den nachgewiesenen Ekto- und Endoparasiten gehören Monopsyllus eumopli, Opisidasys keeni, Meringes cummingi, Meringes parkeri und Zecken (Ixodida) wie die Braune Hundezecke (Rhipicephalus sanguineus). Nachgewiesen sind auch Proteobacteria wie Coxiella burnetii, die das Q-Fiebers auslösen können (Kelt, 1988).

Ernährung

Kalifornische Kängururatten ernähren sich hauptsächlich von Sämereien und Beeren. Zu einem kleinen Teil wird auch auf Knollen, Wurzeln, grüne Vegetation und Insekten (Insecta) zurückgegriffen. Auf Trinkwasser sind die Tiere nicht angewiesen, ist jedoch Wasser vorhanden, wird dieses auch getrunken. Für Zeiten mit unzureichendem Zugang zur Nahrung legen Kalifornische Kängururatten in ihren Bauten Vorratslager an (Kelt, 1988).

Fortpflanzung

Die Paarungszeit erstreckt sich primär zwischen Februar und September. Ein Weibchen bringt 2 bis 4 (3,1) Jungtiere zur Welt. Die Tragezeit ist nicht bekannt, deckt sich aber wahrscheinlich mit der durchschnittlichen Tragezeit der Gattung von 29 bis 35 Tagen. Der Nachwuchs ist nackt, blind und weist ein Gewicht zwischen 3 und 6 g auf. Die Säugezeit erstreckt sich über 3 bis 4 Wochen. Die Geschlechtsreife wird im Alter von gut 2 Monaten erreicht. Um die Aufzucht des Nachwuchses kümmert sich ausschließlich das Weibchen. Die Geburt erfolgt im Bau der Mutter (Kelt, 1988; Nowak, 1999).

Ökologie, Gefährdung und Schutz

Kalifornische Kängururatten gehören heute noch nicht zu den bedrohten Arten. In der Roten Liste der IUCN wird die Art daher in der Kategorie LC, Least Concern, geführt. Im ökologioschen Gleichgewicht spielen Kalifornische Kängururatten eine große Rolle, da sie zum einen für die Verbreitung von Saatgut verantwortlich sind, zum anderen kleinen und größeren Raubtieren als Beute dienen. In der Nähe des Menschen kann sich die Art zu einer Ernteplage entwickeln (Kelt, 1988).

Synonyme

Die Art ist nach Wilson & Reeder, 2005, auch unter den Synonymen d. gabrielsoni Goldman, 1925, d. pallidulus Bangs, 1899 und d. trinitatus Kellogg, 1916 bekannt. Die genannten Synonyme sind ungültig.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World: v. 1 & 2. B&T, Auflage 6, 1999, (engl.) ISBN 0801857899
  • Don E. Wilson & DeeAnn M. Reeder: Mammal Species of the World, a Taxonomic & Geographic Reference. J. Hopkins Uni. Press, 3rd ed., 2005 ISBN 0801882214
  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X

Qualifizierte Weblinks

'Persönliche Werkzeuge