Kalifornischer Seelöwe

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Kalifornischer Seelöwe

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Lebendgebärende Säugetiere (Theria)
Teilklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
Unterordnung: Hundeartige (Cynoidea)
Familie: Ohrenrobben (Otariidae)
Gattung: Zalophus
Art: Kalifornischer Seelöwe
Wissenschaftlicher Name
Zalophus californianus
Lesson, 1828

IUCN-Status
Least Concern (LC) - IUCN

Der Kalifornische Seelöwe (Zalophus californianus) zählt innerhalb der Familie der Ohrenrobben (Otariidae) zur Gattung Zalophus. Er ist mit dem Stellerschen Seelöwen (Eumetopias jubatus) und dem Neuseeländischen Seelöwen (Phocarctos hookeri) verwandt, aber unterschiedlich in der Körpergröße und im Körperbau. Im englischen wird der Kalifornische Seelöwe California Sea Lion genannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Der Kalifornische Seelöwe ist in seiner Körperform recht schlank gebaut. Er erreicht eine Körperlänge von etwa 300 cm und ein Gewicht von etwa 390 kg. Das Weibchen wirkt etwas kleiner als das Männchen. Das Weibchen kommt auf 180 cm und 91 kg und ist dunkelbraun gefärbt. Der Bulle hat meistens ein dunkleres Braun mit einer helleren Bauch- und Seitenfärbung. Zusätzlich besitzt er einen hellen langen Rückenkamm. Der Kopf des Bullen läuft spitz zu, ist aber alles in allem robuster gebaut als das Weibchen. Die typische Mähne wie bei den anderen Seelöwen, fehlt bei dem Bullen gänzlich. Markantes Merkmal des Kalifornischen Seelöwen sind die schwarzen Flossen, die mit schwarzen Stoppeln beschichtet sind. Bei dem Männchen und dem Weibchen ist der Geschlechtsdimorphismus besonders extrem ausgeprägt.

Der Kalifornische Seelöwe kann bis zu 274 Meter tief tauchen und eine Geschwindigkeit von 15 bis 20 km pro Stunde erreichen. Wie bei anderen Meeressäugetieren so orientiert sich auch der Kalifornische Seelöwe mittels Echoortung und lokalisiert damit die Nahrungsquelle. Des weiteren spürt er verlorengegangene junge Seelöwen auf und bringt sie wieder zum Weibchen zurück. Der Kalifornische Seelöwe kann nicht schwitzen. Die normale Körpertemperatur eines Kalifornischen Seelöwen beträgt 37.5 Grad Celsius. Erhöht sich die Lufttemperatur, sucht er kühlere Bereiche auf, wie das Wasser.

Unterarten

Veraltete Einteilung:

Die Einteilung in oben stehende Unterarten gilt als umstritten. In der aktueller Literatur wird der Galapagos-Seelöwe und der Japanische Seelöwe auch als eigene Art beschrieben. Wilson and Reeder, 2005 (siehe IUCN-Link).

Verbreitung

Den Kalifornischen Seelöwen trifft man entlang der Küste Kaliforniens bis nach Mexiko, einschließlich auf den Inseln Bajas und Tres Marias an. Saisonal wandern die Männchen, besonders während der Paarungszeit, bis nach Britisch-Kolumbien. Im allgemeinen hält sich der Kalifornische Seelöwe entlang der Küstenlinien auf. Ab und an findet man ihn auch in Flüssen an der Nordpazifikküste. Häufig belagert er auch in kleinen Gruppen die Anlegestellen, Piers, Bojen und Ölplattformen.

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Nahrung

Je nach Quantität der Fische jagt der Kalifornische Seelöwe in kleinen oder großen Gruppen Fischschwärme bis zu 40 Meter tief. Es ist auch bekannt, dass der Kalifornische Seelöwe bei der Jagd von Fischen mit Seebären und Tümmlern zusammen kooperiert. Hat er einen Fischschwarm lokalisiert, so signalisiert er den anderen, den Fischschwarm gemeinsam einzukreisen und zu jagen. Zu seiner bevorzugten Nahrung gehören unter anderem Tintenfische, kleine Fische, Lachse und Krebse. Er kann als schneller Räuber bis 10 kg Nahrung am Tag erbeuten.

Fortpflanzung

Beginnt die Paarungszeit der Kalifornischen Seelöwen, so treffen die Bullen vor den Weibchen an der Küste ein. Ein Bulle besetzt ein Territorium, das er etwa zwei Wochen energisch gegen andere Bullen behauptet. Hat der Bulle sein Revier erfolgreich gegen jüngere und schwächere Männchen verteidigt, so wandern die Weibchen zu dem größten und stärksten Bullen. Ein Harem kann bis zu 16 Weibchen bestehen. Kalifornische Seelöwen neigen dazu, immer wieder die gleichen Strände für die Fortpflanzung aufzusuchen.

Die Hochzeit der Paarung beginnt Anfang Juli. Die meisten Geburten finden von Mitte Mai bis Mitte Juni statt. Die Zeit zwischen Östrus und Geburt beträgt ungefähr 28 Tage. Nach einer Tragezeit von etwa elf Monaten, bringt das Weibchen ein Junges zur Welt. Das Neugeborene mißt 75 cm und wiegt fünf bis sechs kg. Es hat eine schwarzbraune Färbung. Nach dem ersten Monat findet ein Farbwechsel statt und das Junge ist dann hellbraun gefärbt. In etwa vier bis fünf Monaten weist er wie die adulten Tiere eine dunkelbraune Färbung auf. Das Junge wird schätzungsweise sieben Tage von dem Weibchen intensiv umsorgt und drei Monate lang gesäugt.

Danach paart sich das Weibchen gleich wieder mit dem Bullen. Nach zwei Wochen ist das Junge schon sehr selbständig und bildet dann mit anderen Jungen kleine Gruppen, in denen sie in stillen Buchten spielen und schwimmen. Junge Seelöwen müssen das Schwimmen erst lernen. Die Geschlechtsreife tritt mit vier bis fünf Jahren ein. Kalifornische Seelöwen können in der Wildnis ein Alter von 17 Jahren erreichen, in Gefangenschaft werden sie sogar 31 Jahre alt. Das Alter eines Kalifornischen Seelöwen kann man anhand der Zahl der Ringe und Querschnitte seiner Zähne feststellen.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999

Links

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