Kamtschatka-Bär

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Sibirischer Braunbär

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Lebendgebärende Säugetiere (Theria)
Teilklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
Überfamilie: Hundeartige (Canoidea)
Familie: Großbären (Ursidae)
Gattung: Ursus
Art: Braunbär (Ursus arctos)
Unterart: Sibirischer Braunbär
Wissenschaftlicher Name
Ursus arctos beringianus
Middendorff, 1853

Der Sibirische Braunbär (Ursus arctos beringianus), auch als Kamtschatka-Braunbär bekannt, ist eine Unterart des Braunbären (Ursus arctos) und zählt innerhalb der Familie der Großbären (Ursidae) zur Gattung Ursus. Die englische Bezeichnung des Sibirischen Braunbären lautet Siberian Brown Bear.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Sibirische Braunbären erreichen eine Körperlänge von bis zu 270 Zentimeter und werden bis zu 550 Kilogramm schwer. Die Fellfarbe variiert von einem dunklen Braun-Ton bis zu einem fast kompletten Schwarz. Der Körper ist robust und stämmig gebaut. Die Füße enden in fünf Zehen, die mit massiven Krallen versehen sind. Die Krallen können nicht eingezogen werden. Der rundliche Kopf ist massig und sitzt auf einem mächtigen Nacken. Das Revier eines Sibirischen Braunbären kann bis zu 2000 Quadratkilometer umfassen. In den kalten Wintermonaten wird eine Winterruhe gehalten.

Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet des Sibirischen Braunbären erstreckt sich über die gesamte Halbinsel Kamtschatka sowie die westlichen Küstenbereiche des Ochotskischen Meeres.

Ernährung

Sibirische Braunbären sind Allesfresser. Sie fressen neben Beeren, Pflanzen und deren Wurzeln auch Fleisch und Fisch. Insekten und deren Maden sowie Vögel und deren Brut stehen ebenfalls auf ihrem Speiseplan. Auch Aas verschmähen sie nicht. An den Küsten werden oft Robben und andere Meeressäuger erbeutet.

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Fortpflanzung

Sibirische Braunbären erreichen die Geschlechtsreife mit rund vier Jahren. Die Paarungszeit erstreckt sich über die Sommermonate. Das befruchtete Ei fängt allerdings nicht sofort an zu wachsen, sondern erst mit Beginn des Winters. Nach einer Tragezeit von zwei Monaten bringt das Weibchen während der Winterruhe zwischen einem Jungtier und drei Jungtiere zur Welt. Die kleinen Bären weisen ein Geburtsgewicht von 300 bis 400 Gramm sowie eine Länge von dreißig Zentimeter auf. Sie sind anfangs noch nackt und blind. Das Weibchen wärmt die Jungen zwischen Bauch und Arme. Im Alter von etwa dreißig Tagen öffnen die Jungbären ihre Augen. Aufgrund der fettreichen Milch wachsen die Tiere sehr schnell heran. Mit Verlassen der Geburtshöhle im Frühjahr sind die Jungtiere vollständig entwickelt und können der Mutter folgen. Sie werden insgesamt für vier Monate gesäugt, bleiben aber noch zwei bis drei Jahre bei der Mutter, die ihnen alles Wissenswerte beibringt. Das Muttertier verteidigt ihre Sprößlinge energisch - auch gegenüber männlichen Artgenossen. Sibirische Braunbären erreichen in Freiheit ein Alter von etwa 30 Jahren. In menschlicher Obhut auch deutlich mehr.

Anhang

Siehe auch

  • Hauptartikel: Bären (Ursidae)

Literatur und Quellen

  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999

Links

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