Kapfuchs

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Kapfuchs
Jungtiere

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Lebendgebärende Säugetiere (Theria)
Teilklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
Überfamilie: Hundeartige (Canoidea)
Familie: Hunde (Canidae)
Tribus: Echte Füchse (Vulpini)
Gattung: Vulpes
Art: Kapfuchs
Wissenschaftlicher Name
Vulpes chama
Smith, 1833

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Der Kapfuchs (Vulpes chama) zählt innerhalb der Familie der Hunde (Canidae) zur Gattung Vulpes. Im Englischen wird der Kapfuchs Cape Fox genannt. Die Art ist monotypisch, Unterarten sind demnach keine bekannt. Er ist im Tribus Vulpini die kleinste Art.

Der Kapfuchs ist leicht mit dem Löffelhund (Otocyon megalotis) zu verwechseln, jedoch sind die Ohren des Löffelhundes länger und deutlich spitzer zulaufend.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der eher kleinwüchsige Kapfuchs erreicht je nach Geschlecht eine Körperlänge von 45 bis 62 Zentimeter, eine Schwanzlänge von 25 bis 40,5 Zentimeter, eine Ohrlänge von 8,7 bis 11 Zentimeter eine Hinterfußlänge von 11,5 bis 14 Zentimeter sowie ein Gewicht von 2 bis 2,4 Kilogramm. Weibchen bleiben insgesamt kleiner und leichter als Männchen. Das dorsale und laterale Fell weist eine gräuliche bis silbergraue Färbung auf, der Kopf und die Extremitäten sind für gewöhnlich rötlich braun gefärbt, wobei sich an den hinteren Extremitäten schwarze Flecken zeigen können und die Wangen weißliche Bereiche aufweisen. Die durchschnittliche Fellänge beträgt rund 2,5 Zentimeter. Das ventrale Fell ist weißlich bis cremefarben gefärbt. Der lange Schwanz ist ausgesprochen buschig, das Fell des Schwazes weist eine Länge von bis zu 5,5 Zentimeter auf. Der Schwanz kann eine Länge von mehr als der Hälfte der Körperlänge erreichen. Die langen und spitz zulaufenden und rotbraun gefärbten Ohren liegen weit hinten am Schädel, die dunkel gefärbten Augen sind nach vorne gerichtet und ermöglichen ein räumliches Sehen. Das kräftige Gebiss besteht aus 42 Zähne, die zahnmedizinische Formel lautet 3/3, 1/1, 4/4, 2/3. Der Schädel erreicht eine durchschnittliche Länge von 11,5 Zentimeter. Zwischen Oktober und Dezember kommt es zum Fellwechsel. Weibchen verfügen abdominal über zwei Paar Zitzen, inguinal (in der Leistengegend) über ein weiteres Paar.

Lebensweise

Kapfüchse legen eine überwiegend nachtaktive Lebensweise an den Tag. Am Tage ruhen sie in ihren Bauten, unter Felsen oder Büschen. Sie sind durchaus gesellig und sind in der Regel in kleinen Familiengruppen anzutreffen. Zentraler Punkt im Streifrevier einer Familiengruppe ist der Bau, in dem auch der Nachwuchs aufwächst. Auf Nahrungssuche gehen Kapfüchse meist alleine, seltener auch paarweise. Sie sind nur wenig territorial und dulden auch Artgenossen in ihrem Streifrevier. Je nach Habitatsqualität liegt die Größe eines Reviers bei bis zu fünf Quadratkilometern. Die Reviere decken sich immer mit anderen Individuen oder Familiengruppen.

Verbreitung

Kapfüchse sind im südlichen Afrika weit verbreitet. Ihr Vorkommen erstreckt sich über Südafrika, Lesotho, Botswana, Namibia und dem südwestlichen Angola. Trockene und halbaride und stets offene Lebensräume wie die Savanne, Buschland, die Ränder lichter Wälder und die Ränder von Wüsten und Halbwüsten werden bevorzugt besiedelt. In Höhenlagen sind Kapfüchse bis in Höhen von 1.000, zuweilen auch bis in Höhen von 1.500 Metern beobachtet worden.

Ernährung

Zur bevorzugten Nahrung gehören insbesondere kleinere Nagetiere (Rodentia) und Hasen (Leporidae), aber auch kleinere Reptilien (Reptilia), Insekten (Insecta) und deren Larven. Auch Aas wird keineswegs verschmäht. So sind Kapfüchse an Straßen beobachtet worden, wo sie sich über im Straßenverkehr umgekommene Tiere hergemacht haben. Zum Leidwesen der Farmer und Geflügelbauern machen sich Kapfüchse auch über Geflügel und andere kleine Haustiere her. Wird eine Beutetier nicht gleich gefressen, so wird es zwischengelagert. Zudem wird für Mangelzeiten ein Nahrungsvorrat angelegt. In ihrem Lebensraum stehen sie in Nahrungskonkurrenz und Koexistenz zu anderen Räubern wie dem Erdwolf (Proteles cristatus), dem Schabrackenschakal (Canis mesomelas) und dem Löffelhund (Otocyon megalotis).

Fortpflanzung

Die Geschlechtsreife erreichen Kapfüchse mit neun bis zehn Monaten. Sie leben in einer monogamen Einehe, die zumeist ein Leben lang hält. Die Paarungszeit beginnt im südlichen Afrika im zeitigen Frühjahr (August bis September), zu den Geburten kommt es im Frühsommer. Zu dieser Zeit ist Nahrung meist reichlich vorhanden. Nach einer Tragezeit von gut 52 Tagen bringt ein Weibchen ein bis sechs Jungtiere in ihrem Bau zur Welt. Ein durchschnittlicher Wurf besteht jedoch aus drei Jungtieren. Pro Jahr kommt es nur zu einem Wurf. In der ersten Zeit bleibt die Mutter bei ihrem Nachwuchs und wird während dieser Zeit vom Männchen mit Nahrung versorgt. Später, wenn die Jungen ein wenig selbständig geworden sind, geht die Mutter wieder auf Nahrungssuche und die Jungen bleiben zeitweise alleine in der Geburtshöhle. Die Säugezeit endet im Alter von gut vier Monaten und bereits mit fünf Monaten ist der Nachwuchs selbständig. Spätestens zu diesem Zeitpunkt trennt sich der Familienverband. Die Lebenserwartung der Kapfüchse ist nicht bekannt.

Gefährdung und Schutz

In ihrem Lebensraum spielen Kapfüchse eine durchaus wichtige Rolle, da sie die Populationen von kleinen Nagetieren regulieren. Dennoch sind Kapfüchse in der Nähe des Menschen keine gern gesehenen Gäste, da sie sich auch über Haustiere, insbesondere Lämmer und Geflügel, hermachen. Auch heute noch stellt man den Kapfüchsen nach, nicht selten werden in Souvenirshops Felle der Kapfüchse angeboten. Man geht davon aus, dass pro Jahr rund 2.500 Kapfüchse getötet werden. Neben der Bejagung stellt heute vor allem der Verlust der natürlichen Lebensräume ein Problem dar. Vor allem landwirtschaftliche Flächen breiten sich immer weiter aus. Auch Pestizide und andere Pflanzenschutzmittel stellen ein Problem dar, da diese Gifte über die Nahrung in den Körper der Kapfüchse gelangen. Trotz der zahlreichen Probleme gilt der Kapfuchs heute noch nicht zu den bedrohten Arten. Daher wird die Art in der Roten Liste der IUCN als nicht gefährdet geführt. Die Gesamtpopulation wird auf 15.000 bis 30.000 Individuen geschätzt.

Anhang

Siehe auch

  • Die Familie der Hunde (Canidae)
  • Die Ordnung der Raubtiere (Carnivora)

Literatur und Quellen

  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World: v. 1 & 2. B&T, Auflage 6, 1999, (engl.) ISBN 0801857899
  • Don E. Wilson & DeeAnn M. Reeder: Mammal Species of the World, a Taxonomic & Geographic Reference. J. Hopkins Uni. Press, 3rd ed., 2005 ISBN 0801882214
  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X

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