Kartoffelkäfer

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Kartoffelkäfer
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Systematik
Klasse: Insekten (Insecta)
Unterklasse: Geflügelte Insekten (Pterygota)
Überordnung: Neuflügler (Neoptera)
Ordnung: Käfer (Coleoptera)
Familie: Blattkäfer (Chrysomelidae)
Unterfamilie: Chrysomelinae
Gattung: Leptinotarsa
Art: Kartoffelkäfer
Wissenschaftlicher Name
Leptinotarsa decemlineata
Say, 1824

Der Kartoffelkäfer (Leptinotarsa decemlineata) zählt innerhalb der Familie der Blattkäfer (Chrysomelidae) zur Gattung Leptinotarsa.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Der Kartoffelkäfer erreicht eine Körperlänge von acht bis zwölf Millimeter. Die Flügeldecken sind überwiegend gelblich. Auf jeder Flügeldecke erstrecken sich fünf dunkelbraune bis schwarze Längsstreifen. Kopf und Halsschild sind orange bis gelblich. Das Halsschild kann unterschiedliche schwarze Musterungen aufweisen. Auf dem Kopf befinden sich einige schwarze Punkte. Die Extremitäten sind überwiegend orange gefärbt und enden in schwarze bis dunkelbraune Tarsen. Die mittellangen Fühler bestehen aus zehn bis elf Elementen und weisen eine orangerote bis braune Färbung auf. Der Kartoffelkäfer verfügt über kräftige Mandibeln. Zu Fuß ist er nicht sonderlich gut unterwegs, er ist aber ein ausgezeichneter Flieger.

Verbreitung

Der Kartoffelkäfer gilt als Neozoon und findet heute weltweit seine Verbreitung. Das ursprünliche Verbreitungsgebiet liegt in den USA im Bundesstaat Colorado. Durch den weltweit intensivierten Anbau der Kartoffel wurde der Käfer in weiten Teilen der Welt eingeschleppt. Aufgrund historischer Aufzeichnungen kann davon ausgegangen werden, daß der Kartoffelkäfer bereits um das Jahr 1877 in Deutschland eingeschleppt wurde. Seither sorgt der Kartoffelkäfer nicht selten für kastastrophale Ernteausfälle. Man findet den Kartoffelkäfer auf Kartoffelfeldern, in Gärten und streckenweise auch in Laubwäldern.

Nahrung

Sowohl die Imagines der Kartoffelkäfer als auch die Larven ernähren sich von Teilen verschiedener Nachtschattengewächse. Zu den bekanntesten Arten gehören unzweifelhaft Kartoffeln, Tomaten und Tabak. Bei massenhaftem Auftreten können sie binnen kürzester Zeit ganze Felder kahl fressen. Die Pflanzen gehen daran in der Regel zu Grunde. Der Kartoffelkäfer gilt daher als überaus gefährlicher Schädling.

Fortpflanzung

Die Paarungszeit erstreckt sich in den meisten verbreitungsgebieten über den Monat Juni. Nach erfolgreicher Paarung legt das Weibchen weit über 1.000 Eier auf Futterpflanzen ab. Dieses geschieht in kleineren Teilgelegen von 25 bis 100 leuchtend orangefarbene Eier. Bereits nach wenigen Tagen, spätestens nach zwei Wochen schlüpfen die Larven. Sie haben eine leicht rötliche Färbung und weisen lateral und am Kopf schwärzliche Pünktchen auf. Die Larven haben ein hohes Wachstum und erreichen nach spätestens vier Wochen ihre Endgröße. Zu diesem Zeitpunkt graben sie sich in den Erdboden ein und verpuppen sich. Das Puppenstadium erstreckt sich durchschnittlich über 14 Tage. Danach schlüpft der fertige Käfer, der nach rund einer Woche aus dem Boden kriecht und sich gleich über die restliche Nahrung auf den Feldern hermacht. Eine Überwinterung erfolgt durch die fertigen Käfer im Boden. Ein weiblicher Kartoffelkäfer hat eine Lebensdauer von gut zwei Jahren.
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