Kaskaden-Goldmantelziesel

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Kaskaden-Goldmantelziesel

Systematik
Ordnung: Nagetiere (Rodentia)
Unterordnung: Hörnchenverwandte (Sciuromorpha)
Teilordnung: Sciurida
Überfamilie: Hörnchenartige (Sciuroidea)
Familie: Hörnchen (Sciuridae)
Unterfamilie: Erd- und Baumhörnchen (Sciurinae)
Tribus: Echte Erdhörnchen (Marmotini)
Untertribus: Ziesel und Präriehunde (Spermophilina)
Gattung: Ziesel (Spermophilus)
Art: Kaskaden-Goldmantelziesel
Wissenschaftlicher Name
Spermophilus saturatus
Rhoads, 1895

IUCN-Status
Least Concern (LC) - IUCN

Der Kaskaden-Goldmantelziesel (Spermophilus saturatus) zählt innerhalb der Familie der Hörnchen (Sciuridae) zur Gattung der Ziesel (Spermophilus). Die Art ist sehr nahe mit dem Goldmantelziesel (Spermophilus lateralis) und dem Sierra-Madre-Ziesel (Spermophilus madrensis) verwandt. Die drei Arten bilen eine Untergattung. Einige Forscher sehen den Kaskaden-Goldmantelziesel lediglich als Unterart des Goldmantelziesel. Klarheit kann im Grunde nur eine genetische Untersuchung schaffen. Eine solche Validation steht allerdings noch aus. Fakt scheint zu sein, dass sich beide Arten vor rund 20.000 Jahren aus einer Linie herausgebildet haben.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Kaskaden-Goldmantelziesel erreicht eine Gesamtlänge von 29 bis 32 cm sowie ein Gewicht von 230 bis 350 g. Ein Gewicht um die 230 Gramm weisen die Tiere unmittelbar nach der Winterruhe auf. Dorsal ist das Fell graubraun bis dunkelbraun gefärbt. Lateral weist der Kaskaden-Goldmantelziesel je einen weißlichen und schwarzbraunen Streifen auf. Der Kopf und die seitlichen Teile des Halses sind kastanienbraun gefärbt. Eine ähnliche Färbung setzt sich stellenweise an den Extremitäten fort. Oberhalb und unterhalb der großen Augen ist deutlich ein weißlicher bis hellgrauer Augenring zu erkennen. Der Schwanz, die Bauchseite und die Füße sind heller gefärbt als das restliche Fell, hier ist das Fell überwiegend weißlich bis cremefarben. Die Ohren sind gerundet, von stehender Form und sitzen auf Höhe der Augen weit hinten am Kopf. Die Außen- wie Innenseiten der Ohren sind mit Fell versehen. Im Bereich der Nase zeigen sich lange Tasthaare, die sogenannten Vibrissen. Die Extremitäten sind gut entwickelt. Mit den Vorderfüßen kann der Kaskaden-Goldmantelziesel Nahrung greifen und zum Maul führen. Einen Geschlechtsdimorphismus weisen die Geschlechter nicht auf.

Verhalten

Kaskaden-Goldmantelziesel gehören zu den tagaktiven Eichhörnchen und verbringen die Nacht in einem schützenden Bau. Die Tiere leben überwiegend am Boden. Obwohl sie durchaus gute Kletterer sind, begeben sich Kaskaden-Goldmantelziesel eher selten in Bäume und Büsche. Die Nester befinden sich in der Regel in Erdbauten. Hier bringen die Weibchen ihren Nachwuchs zur Welt. Die Bauten werden auch während der Winterruhe als Schlaflager genutzt. Je nach Verbreitungsgebiet erstreckt sich die Winterruhe über sechs bis sieben Monate, nicht selten von September bis in den April hinein. Anders als andere Hörnchen, so legen Kaskaden-Goldmantelziesel keine Nahrungsvorräte an, von denen sie sich im Winter ernähren könnten. Gegen Ende des Sommers haben sich die Tiere eine dicke Fettschicht angefressen, von denen sie im Winter zehren. Während der Winterruhe verringert sich ihr Metabolismus (Stoffwechsel) um rund 90 Prozent. Gelegentlich erwachen Kaskaden-Goldmantelziesel aus ihrer Winterruhe, um zu urinieren. Diese sehr kurzen Wachphasen sind alle ein bis zwei Wochen festzustellen.

Kaskaden-Goldmantelziesel
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Kaskaden-Goldmantelziesel

Die Nester entstehen unter der Erde, meist in geringer Tiefe und sind über mehrere Ein- und Ausgänge mit der Oberfläche verbunden. Die Gänge zur Oberfläche erstrecken sich in der Regel über eine Länge von 50 bis 100 cm. Das Nest in der Wohnkammer wird mit weichen Pflanzenteilen ausgepolstert. Die meiste Zeit ihrer täglichen Aktivität im Sommer entfällt auf die Nahrungssuche, die einen Großteil des Tages einnimmt. An sonnigen Tagen sieht man die Tiere oftmals an sonnenexponierter Stelle beim Sonnenbaden. Kaskaden-Goldmantelziesel sind territorial und bewohnen meist ein Revier von ein bis zwei Hektar. Das eigene Revier wird gegenüber Artgenossen durchaus verteidigt. Reviere von Männchen sind deutlich größer als die der Weibchen. Reviere der Männchen überlappen sich dabei mit den Revieren der Weibchen.

Die Sinne des Kaskaden-Goldmantelziesel sind ausgesprochen gut entwickelt. Dies gilt sowohl für den Seh- als auch den Hörsinn. Bei nahender Gefahr suchen die Tiere ihr Heil in der Flucht. Dabei geben sie in der Regel piepsende und pfeifende Geräusche von sich, die auch Artgenossen in angrenzenden Revieren wahrnehmen können. Eine soziale Interaktion ist nur zwischen einer Mutter und ihrem Nachwuchs festzustellen. Die Geschlechter treffen nur kurz während der Paarungszeit aufeinander, die kurz und schmerzlos ist.

Verbreitung

Der Kaskaden-Goldmantelziesel ist in einem schmalen Streifen im Nordwesten Nordamerika verbreitet. Die Region erstreckt sich an der Pazifikküste vom südlichen British Columbia (Kanada) bis nach Washington, einem US-Bundesstaat im Nordwesten der USA. Das Hauptverbreitungsgebiet erstreckt sich über das Kaskadengebirge, das war für die Art namensgebend und wird durch die Flüsse Columbia River im Süden und Nicola River im Norden begrenzt. Kaskaden-Goldmantelziesel leben hauptsächlich in montanen Bergwäldern und an deren Rändern. Bevorzugt werden die östlichen Hänge des Kaskadengebirges, da hier das Klima deutlich trockener ist als auf der Westseite des Gebirges. Offene Landschaften werden strikt gemieden, sie sind fast ausschließlich in Regionen mit dichter Bodenvegetation anzutreffen. Umgestürzte, hohle Baumstämme und Felsnischen bilden einen gewissen Schutz vor Fressfeinden. Ihre Behausungen graben Kaskaden-Goldmantelziesel im lockeren Erdboden.

Prädatoren

In seinem natürlichen Verbreitungsgebiet steht der Kaskaden-Goldmantelziesel auf der Speisekarte einer Reihe von Fressfeinden. Zwar ist der Kaskaden-Goldmantelziesel ein wachsamer Nager, aber vor allem junge und unerfahrene Jungtiere fallen häufig Raubtieren zum Opfer. Zuflucht suchen die Tiere in ihren Erdbauten, in Felsnischen, in Baumhöhlen oder an ähnlich geschützten Stellen. Zu den natürlichen Fressfeinden zählen insbesondere Greifvögel wie Habicht (Accipiter gentilis), Virginia-Uhu (Bubo virginianus), Merlin (Falco columbarius) und Waldohreule (Asio otus). Aber auch Raubtiere wie der Kojote (Canis latrans), Rotluchs (Lynx rufus), Rotfuchs (Vulpes vulpes), Langschwanzwiesel (Mustela frenata) und der Fichtenmarder (Martes americana) zählen zu den Feinden der Kaskaden-Goldmantelziesel.

Ernährung

Kaskaden-Goldmantelziesel ernähren sich hauptsächlich von Sämereien und Körnern aller Art, von Nüssen, Blüten und Knospen, Pilzen sowie Gräsern und Wurzeln und Knollen. Hin und wieder stehen aber auch Früchte und Beeren auf der Speisekarte. Es wurde aber auch schon beobachtet, dass sich Kaskaden-Goldmantelziesel an Aas zu schaffen machten. Ansonsten nehmen sie keine tierische Nahrung zu sich.

Fortpflanzung

Kaskaden-Goldmantelziesel erreichen die Geschlechtsreife mit gut zehn bis zwölf Monaten. Die Männchen pflanzen sich meist erst nach zwei Jahren das erste Mal fort. Die Tiere leben polygam und die Aufzucht des Nachwuchses obliegt ausschließlich dem Weibchen. Die Paarungszeit beginnt kurz nach der Winterruhe im Frühjahr. Dies ist in den meisten Verbreitungsgebieten ab April der Fall und kann sich bis in den Mai erstrecken. Während dieser Zeit kommt es zu lediglich einem Wurf. Die Männchen erwachen aus dem Winterschlaf in der Regel ein bis zwei Wochen vorher und begeben sich zugleich auf die Suche nach Weibchen. Unter den Männchen kommt es während dieser Zeit zu territorialen Kommentkämpfen um das Recht auf Paarung mit einem Weibchen. Die Reviere der Männchen decken sich mit den Revieren mehrerer Weibchen, die sie nach Möglichkeit alle begatten möchten.

Nach einer Tragezeit von 28 bis 30 Tagen bringt das Weibchen in ihrem schützenden Nest vier bis fünf, selten auch sechs Jungtiere zur Welt. Die Nester entstehen in unterirdischen Bauten und werden mit Gräsern und anderen weichen Pflanzenteilen ausgepolstert. Die Jungtiere sind bei der Geburt sowohl blind und taub als auch unbehaart und nur wenig entwickelt. Das Geburtsgewicht beträgt zwischen fünf und sechs Gramm. Sie sind vollständig auf den Schutz und die Fürsorge der Mutter angewiesen. Mit zehn Tagen ist ihnen das erste Fell gewachsen, mit 14 bis 15 Tagen zeigen sich die ersten Zähne, und im Alter von gut drei bis vier Wochen öffnen sie ihre Augen. Ab diesem Zeitpunkt beginnt langsam die Entwöhnung von der Muttermilch, und sie nehmen die erste feste Nahrung zu sich. Mit etwa sechs Wochen ist die Entwöhnung abgeschlossen. Die Trennung von der Mutter erfolgt meist im dritten Lebensmonat. Die Lebenserwartung der Kaskaden-Goldmantelziesel liegt bei rund vier bis sechs Jahren.

Anhang

Siehe auch

Gefährdung und Schutz

Der Kaskaden-Goldmantelziesel ist zwar noch nicht vom Aussterben bedroht, jedoch sind die Tiere nur selten zu beobachten, da sie in unzugänglichen Regionen beheimatet sind und sich dort zumeist in dichter Bodenvegetation aufhalten. In den letzten Jahrzehnten rückten aber auch diese unzugänglichen Regionen immer weiter ins Visier der Holzindustrie und dem Straßenbau. In der Roten Liste der IUCN wird der Kaskaden-Goldmantelziesel als nicht gefährdet geführt.

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