Keller-Glanzschnecke

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Keller-Glanzschnecke

Systematik
Klasse: Schnecken (Gastropoda)
Ordnung: Lungenschnecken (Pulmonata)
Unterordnung: Landlungenschnecken (Stylommatophora)
Überfamilie: Gastrodontoidea
Familie: Glanzschnecken (Oxychilidae)
Gattung: Oxychilus
Art: Keller-Glanzschnecke
Wissenschaftlicher Name
Oxychilus cellarius
(O. F. Müller, 1774)

Die Keller-Glanzschnecke (Oxychilus cellarius), auch unter dem Synonym Helix cellaria sowie unter der Bezeichnung Keller-Schnirkelschnecke bekannt, zählt innerhalb der Familie der Glanzschnecken (Oxychilidae) zur Gattung Oxychilus. Im Englischen wird die Keller-Glanzschnecke cellar glass-snail geannt. Die Art ist monotypisch, Unterarten sind demnach keine bekannt.

Die Keller-Glanzschnecke wurde vom Verband der deutschen Höhlen- und Karstforscher e. V. in Zusammenarbeit mit dem Naturschutzbund Deutschland e.V. (NABU) zum Höhlentier des Jahres 2015 gewählt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Das flache Gehäuse der Keller-Glanzschnecke mißt in der Breite etwa 10,0 bis 11,0 Millimeter und in der Höhe etwa 5,0 bis 5,5 Millimeter. Das Gehäuse ist offen genabelt, Gehäuse offen genabelt, flach gedrückt, oben fast ganz flach oder nur sehr wenig konvex und unten sehr flach. Des Weiteren ist das Gehäuse durchscheinend, glänzend, oben etwas gestreift, schmutzig gelblich, ins Grün übergehend. Unten ist das Gehäuse weißlich gefärbt. Fünf sich wenig erhebende, gedrückte Umgänge, voп denen der letzte sich in der letzten Hälfte seiner Länge schnell erweitert, wodurch der Nabel außer den Mittelpunkt zu stehen kommt. Die Mündung ist gedrückt, schiefmondförmig, fast breiter als hoch. Der Mundsaum ist einfach, scharf und etwas geschweift. Der Nabel ist ziemlich weit und tief. Der Körper der Keller-Glanzschnecke ist sehr schlank und weißlich getönt. Am Kopf und voп den Fühlern nach dem Rücken hin sowie die Spitze des Fußes weisen eine schieferblaue Färbung auf. Diese Färbung ist jedoch nicht beständig.

Lebensweise

Keller-Glanzschnecke
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Keller-Glanzschnecke

Wie die Bezeichnung dieser Art schon andeutet, lebt die Keller-Glanzschnecke in feuchten Kellern, allerdings kommt sie auch im Freien und in Höhlen vor, wo sich die Keller-Glanzschnecke unter Moos, am Fuß von Mauern, auf steinigem Boden, unter feuchtem Gebüsch aufhält. Nach einem warmen Regen ist die Keller-Glanzschnecke an Mauern und auf Steinen zu beobachten.

Verbreitung

Die Keller-Glanzschneke ist im westlichen und im mittleren Europa weit verbreitet und ist in Parks, Gärten, unter Steinen, Müll, Holz, Keller und auch unter Pflanzen in Gewächshäusern zu finden.

Ernährung

Die Keller-Glanzschnecke lebt räuberisch und ernährt sich von kleineren Insekten (Insecta) und von den Eiern und Larven anderer Schnecken (Gastropoda).

Fortpflanzung

Zu dem Geschlechtsapparat dieser Schnecke, die ein sich gegenseitig befruchteter Zwitter ist, gehört auch ein längliches Säckchen, in welchem sich ein 2,2 Millimeter langer Kalkpfeil (Liebespfeil) befindet, der abgeschossen zur Stimulierung der Begattung dient. Der Kalkpfeil ist länglich, gekrümmt, nach der Spitze zu verschmälert und an der Spitze selbst platt gedrückt und mit zwei stumpfen Schneiden versehen, wodurch die Spitze eher einem Myrtenblatt ähnelt. Die Keller-Glanzschnecke kann das ganze Jahr über reproduzieren. Im Allgemeinen findet die Reproduktion im Herbst statt. Sie produziert oft kleine weiße Eier, die etwa 1,5 Millimeter im Durchmesser sind. Die Eier der Keller-Glanzschnecke bestehen aus einer dünnen, oft nur häutigen oder kalkigen Schale.

Anhang

Literatur und Quellen

  • Michael P. Kerney, Robert A. D. Cameron, Dr. Dr. Jürgen H. Jungbluth: Die Landschnecken Nord- und Mitteleuropas. Ein Bestimmungsbuch für Biologen und Naturfreunde. Hamburg und Berlin, Verlag Paul Parey, 1983 ISBN 3-490-17918-8
  • Dr. Václav Pfleger: Schnecken und Muscheln Europas. Land- und Süßwasserarten. Kosmos Gesellschaft der Naturfreunde Franckh'sche Verlagshandlung Stuttgart 1984 ISBN 3-440-05261-3
  • Prof. Dr. Dr. hc Bernhard Grzimek, Prof. Dr. Otto Kraus, Prof. Dr. Rupert Riedl, Prof. Dr Erich Thenius: Weichtiere Stachelhäuter. Dritter Band. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG, Oktober 1993 ISBN 3-423-05970-2
  • Rosina Fechter/Gerhard Falkner: Weichtiere. Europäische Meeres- und Binnenmollusken. Herausgegeben von Gunter Steinbach, Illustriert von Fritz Wendler. 1990 Mosaik Verlag GmbH, München 54321, Gesamtherstellung Mohndruck Graphische Betriebe GmbH, Gütersloh. Printed in Germany. ISBN 3-570-03414-3
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