Kielschwanz-Halsbandleguan

aus Tierdoku, der freien Wissensdatenbank

Kielschwanz-Halsbandleguan
Bild:Copyright.jpg Aufnahme von Biggilisa

Systematik
Klasse: Kriechtiere (Reptilia)
Ordnung: Eigentliche Schuppenkriechtiere (Squamata)
Unterordnung: Leguanartige (Iguania)
Familie: Kielschwanzleguane (Tropiduridae)
Gattung: Kielschwänze (Tropidurus)
Art: Kielschwanz-Halsbandleguan
Wissenschaftlicher Name
Tropidurus torquatus
(Wied-Neuwied, 1820)

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Der Kielschwanz-Halsbandleguan (Tropidurus torquatus), auch unter den Synonymen Agama brasiliensis, Agama operculata, Stellio torquatus und Strobilurus torquatus bekannt, gehört innerhalb der Familie der Kielschwanzleguane (Tropiduridae) zur Gattung der Kielschwänze (Tropidurus). Im Englischen wird der Kielschwanz-Halsbandleguan amazon lava lizard genannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Kielschwanz-Halsbandleguan erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von etwa 10,0 Zentimeter. Die Gesamtlänge beträgt etwa 25,0 Zentimeter. Wie der Name schon andeutet sind die Schwanzschuppen bei dieser Art gekielt. Im Allgemeinen ist der Kopf geschildet. Die Zähne erscheinen kegelförmig. Der Ohrrand ist glatt, die Kehle ist schuppig, ohne Kehlsack, jedoch mit einer Querfalte versehen. Der Schwanz ist regelmäßig. Des Weiteren zeigen sich abgesetzte sehr breite, abgestutzte, große Querringe. An ihrem Vorderteil zeigen sich aufgerichtete Stachel, die mit Schuppen versehen sind. Der Rücken sowie der Bauch sind schuppig. Insgesamt wirkt der Körper gedrungen, der Hals ist ziemlich kurz geraten. Der Kopf ist mäßig groß, kurz und von oben gesehen erscheint der Kopf ziemlich eiförmig. Die Schnauze ist stumpf und mäßig abgerundet. Die Ohröffnung ist senkrecht und länglich eiförmig, der äußere Rand wirkt glatt beschuppt. Das Trommelfell ist vertieft. Die Augen sind mäßig groß. Die Nasenlöcher sind klein und rundlich und befinden sich an jeder Seite der Schnauzenspitze. Die Färbung ist im Allgemeinen ein blasses bräunliches Grau. Am Kopf, an den Beinen, den Seiten, am Bauch und am Rücken geht die Färbung in eine gelbbräunliche Tönung über. Der Schwanz ist dunkel gelbbräunlich gefärbt. Der Hals, die Oberarme sowie die Seiten sind mit verloschenen, rundlichen, mehr weißlichen Flecken marmoriert. Vom Oberhals bis zur Mitte des Rückens bemerkt man etwa fünf bis sechs regelmäßig verlaufende gefleckte weißliche und schwarze Querstreifen. Der untere Bereich des Rückens sowie der gesamte Schwanz sind mit regelmäßig verlaufenden gefleckten schwarzen Querstreifen versehen. <1>

Lebensweise

Laut der Roten Liste der IUCN ist der Kielschwanz-Halsbandleguan in Brasilien, Guyana, Surinam, Französisch-Guayana, Kolumbien, Bolivien (in den Bundesstaaten Beni, Chuquisaca, Cochabamba, La Paz, Santa Cruz und Tarija) sowie in Nord-Argentinien beheimatet.
Kielschwanz-Halsbandleguan
vergrößern
Kielschwanz-Halsbandleguan
Der tagaktive Kielschwanz-Halsbandleguan ist überwiegend in freier Wildbahn in den Cerrado(Savannen in Brasilien)-Lebensräumen zu finden, wo er sich hauptsächlich von wirbellosen Tieren und Pflanzen ernährt.

Verbreitung

Laut der Roten Liste der IUCN kommt der Kielschwanz-Halsbandleguan in folgenden Ländern vor: Argentinien, Bolivien, Brasilien, Kolumbien, Französisch-Guayana, Guyana und Suriname. Der Kielschwanz-Halsbandleguan hält sich bevorzugt im subtropischen und im tropischen trockenen Buschland sowie in den Trockenwäldern auf. Auch in den Bergregionen ist der Kielschwanz-Halsbandleguan zu finden.

Ernährung

Der Kielschwanz-Halsbandleguan ernährt sich hauptsächlich in freier Wildbahn von wirbellosen Tieren. Des Weiteren zählen zu seinem Nahrungsspektrum auch allerlei Pflanzen.

Fortpflanzung und Terrarienhaltung

Kielschwanz-Halsbandleguan
vergrößern
Kielschwanz-Halsbandleguan

Seit 2 Jahren pflege ich diese Leguanart, über die man in der Fachliteratur fast nichts findet. Das ist schade, denn diese Echsen sind sehr interessant zu beobachten und besitzen einige besondere Eigenarten, die ich hier näher beschreiben möchte. Gegen die gängige Meinung, daß diese ihre Schlüpflinge mit ihrem Futter verwechseln und diese fressen habe ich eine gegenteilige Beobachtung gemacht. Das Weibchen legt bei meinen Echsen immer 4 Eier in der Größe einer handelsüblichen Penicillinkapsel. Diese Eier dehnen sich im Laufe der Zeitigung bis auf das 4-fache aus. Sobald die Kleinen ihr Ei verlassen, beginnen diese mit intensiven Kopfnicken. Das Muttertier und auch der Vater erwiedern dies und erkennen die Kleinen als Ihresgleichen an. Wie man auf dem Bild erkennen kann, können die Kleinen ohne Angst auf das Vatertier klettern. Er und auch die Mutter sind sehr geduldige Eltern. Die Kleinen fressen ab dem 2. Tag kleine Fruchtfliegen, wobei man diese etwa nur 14 Tage geben soll. Dann müssen kleine Heimchen gefüttert werden, da diese sonst nicht satt werden. Vernachlässigen darf man auch die Gabe von Kalzium und Vitamin D3 in Pulverform auf keinen Fall. In einer der wenigen Artikel habe ich gelesen, daß die Zeitigung der Echsen 178 Tage beträgt. Da ich hier nur von in Gefangenschaft lebenden Kielschwänzen Erfahrungswerte habe, liegt hier die Zeitigung bereits bei 120 bis 140 Tagen. Die Kleinen sind voll entwickelt, absolut selbständig und Ebenbilder ihrer Eltern. Sie wachsen sehr schnell. In 4 Wochen haben sie die doppelte Größe erreicht. Diese Echsenart mag Gesellschaft sehr gerne. Das Vatertier war in der Vergangenheit sehr kränklich, (diverse Magen- Darminfektionen, Augenentzündungen etc.) Seit die Kleinen da sind, geht es ihm richtig gut und er fühlt sich wohl. <2>

Gefährdung und Schutz

Laut der Roten Liste der IUCN gehört der Kielschwanz-Halsbandleguan heute noch nicht zu den bedrohten Leguanarten. Er ist in weiten Teilen des Verbreitungsgebietes häufig anzutreffen. Nur in wenigen Regionen kommt der Kielschwanz-Halsbandleguan selten oder nur spärlich vor. In der Roten Liste der IUCN wird er als least concern (nicht gefährdet) geführt.

Anhang

Literartur und Quellen

  • [1] Repertorium für Anatomie und Physiologie. Kritische Darstellung fremder und Ergebnisse eigener Forschung. Von G. Valentin. Fünfter Band. Jahrgang 1840. Bern und St. Gallen. Verlag von Huber und Comp. Körber.
  • [2] Fortpflanzung und Terrarienhaltung von Biggilisa: Member von tierdoku.de
  • Oliver Drewes: Terrarientiere von A bis Z, Gräfe und Unzer Verlag GmbH, 2004 ISBN 3-7742-6316-7

Qualifizierte Weblinks

'Persönliche Werkzeuge