Kirk-Dikdik

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Kirk-Dikdik

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Lebendgebärende Säugetiere (Theria)
Teilklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Paarhufer (Artiodactyla)
Unterordnung: Wiederkäuer (Ruminantia)
Familie: Hornträger (Bovidae)
Unterfamilie: Böckchen (Neotraginae)
Gattung: Dikdiks (Madoqua)
Art: Kirk-Dikdik
Wissenschaftlicher Name
Madoqua kirki
Günther, 1880

IUCN-Status
Least Concern (LC) - IUCN

Das Kirk-Dikdik (Madoqua kirki) zählt innerhalb der Familie der Hornträger (Bovidae) zur Gattung der Dikdiks (Madoqua).

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen, Maße

Das Kirk-Dikdik lebt seit rund zwölf Millionen Jahren in Zentral- und Ostafrika. Die Größe der Tiere stellt in ihrer Evolution eine Anpassung an ihren Lebensraum dar. Sie leben hauptsächlich im dichten Unterholz. Das Kirk-Dikdik erreicht eine Körperlänge von 52 bis 65 Zentimeter, eine Körperhöhe von 30 bis 35 Zentimeter, eine Schwanzlänge von vier bis sechs Zentimeter sowie ein Gewicht von 4.000 bis 6.000 Gramm. Das kurze Fell weist eine gelblich graue bis rotbraune Grundfärbung auf. Ventral ist das Fell cremefarben bis fast weißlich. Männchen verfügen über kleine Hörner, die aber meist im Fell verborgen liegen. Das Fell auf dem Kopf schaut aus wie ein Schopf und ist deutlich länger als das restliche Fell. Die zerbrechlich wirkenden Extremitäten enden in kleine und schmale Hufe. Der Kopf ist klein und ist deutlich sichtbar länglich. Die längliche Schnauze dient zum Abkühlen des Blutes. Das Blut fließt durch den nasalen Raum und kühlt durch Abgabe von Verdampfung der Hitze ab.

Verhalten

Kirk-Dikdiks sind ausgesprochen scheue Tiere, die sich die meiste Zeit im dichten Unterholz verborgen halten. Ihr Sehsinn ist gut entwickelt und warnt sie meist frühzeitig vor Gefahren. Bei nicht abwendbaren Gefahren flüchten sie in hoher Geschwindigkeit (über 40 km/h) in zickzack-artigen Sprüngen. Die Tiere leben in festen Revieren und sind meist auch auf den selben Routen zu finden. Aktiv wird ein Kirk-Dikdik erst mit Einbruch der Nacht. Zu dieser Zeit sind sie vor den meisten Fressfeinden in Sicherheit. Kirk-Dikdiks leben in kleinen Familien. Die Reviere werden mit Urin markiert. Kirk-Dikdiks sind territorial. Aber zu richtigen Kämpfen kommt es selten. Die Begegnungen zwischen Männchen enden nur in ritualisiertem Gehabe wie Kopfnicken. Zu den natürlichen Hauptfeinden zählen insbesondere Leoparden, Schakale, Schimpansen und Paviane sowie größere Raubvögel und gelegentlich größere Würgeschlangen wie Pythons.

Verbreitung

Das Kirk-Dikdik lebt heute nur noch in kleineren Gebieten Zentral- und Südostafrikas. Sie sind insbesondere im südlichen Somalia, in Kenia, Tansania, Angola und Namibia anzutreffen. Die Tiere leben in halbtrockenem bis trockenem Buschland und am Rand von Wäldern. Trockene Savannen ohne ausreichende Deckung werden nicht besiedelt. Meist halten sich Kirk-Dikdiks in dichtem Gebüsch auf und kommen nur in der Nacht hervor.

Bedrohung, Schutz

Im Laufe der letzten Jahrzehnte wurde ein Großteil der natürlichen Habitate vernichtet. Von daher trifft man sie heute nur noch in kleinere Gebieten an, die obendrein nicht zusammenhängend sind. Die Art steht noch nicht vor der Ausrottung, aber die fortschreitende Lebensraumvernichtung wird dies auf absehbare Zeit ändern. In der Roten Liste des IUCN wird das Kirk-Dikdik noch nicht geführt. Auch das Washingtoner Artenschutzabkommen stellt sie nicht unter Schutz. Eingeborene bejagen die Tiere wegen ihres Fells.

Nahrung

Das Kirk-Dikdik ernährt sich vorwiegend von Blättern der Bäume und Sträucher. Hier und da werden aber auch Gräser, Seggen und Kräuter gefressen. Stark faserhaltige Nahrung wird hingegen nicht gefressen. Die Nahrung wird aufgrund der geringen Größe des Kirk-Dikdik nur in den unteren Vegetationsschichten gefunden. Auf Nahrungssuche gehen die Tiere in der Dämmerung und in der Nacht. Zu dieser Zeit sind sie vor den meisten Feinden sicher. Auf Trinkwasser sind nicht nur bedingt angewiesen, da sie ihren Wasserbedarf über die Nahrung und Tau auf Blättern stillen.

Fortpflanzung

Die Weibchen der Kirk-Dikdiks erreichen die Geschlechtsreife mit bereits sechs Monaten, Männchen hingegen erst mit etwa zwölf Monaten. Die Paarbildung geschieht auf Dauer, sie leben in monogamer Einehe, die meist ein Leben lang hält. Die Paarungszeit beginnt in der Regel in der Trockenzeit, die Geburt liegt in der beginnenden Regenzeit. Nach einer Tragezeit von 170 bis 175 Tagen bringt das Weibchen ein Jungtier zur Welt. Anders als bei den meisten Wiederkäuern, so erfolgt die Geburt des Jungtieres mit den Vorderbeinen voran. Das Geburtsgewicht eines Kalbes liegt bei 600 bis 800 Gramm. Männlicher Nachwuchs wiegt bei der Geburt etwas mehr. Die Säugezeit erstreckt sich über sechs bis sieben Wochen. Bereits nach sieben Monaten erreicht ein Jungtier die Größe der Eltern. Man schätzt die Überlebensrate im ersten Lebensjahr auf rund 50 Prozent. Im Alter von sechs bis sieben Monaten verlassen Jungtiere ihre Eltern und werden selbständig.

Anhang

Literatur und Quellen

  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999

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