Kitfuchs

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Kitfuchs

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Lebendgebärende Säugetiere (Theria)
Teilklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
Überfamilie: Hundeartige (Canoidea)
Familie: Hunde (Canidae)
Tribus: Echte Füchse (Vulpini)
Gattung: Vulpes
Art: Kitfuchs
Wissenschaftlicher Name
Vulpes velox
Say, 1823

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Der Kitfuchs (Vulpes velox) zählt innerhalb der Familie der Hunde (Canidae) zur Gattung Vulpes.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Der Kitfuchs erreicht eine Körperlänge von rund 40 Zentimeter, ein Stockmaß von 30 Zentimeter sowie ein Gewicht von bis zu zwei bis drei Kilogramm. Der buschige Schwanz erreicht eine Länge von 35 bis 40 cm. Das weiche Fell ist auf der Oberseite und den Flanken gräulich bis leicht orangebraun. Die Bauchseite sowie der Kehlbereich sind cremefarben bis weiß. Der Kopf ist insgesamt spitz zulaufend und endet in einer langen Schnauze. Seitlich der Schnauze zeichnen sich schwärzliche Flecken. Die großen drehbaren Ohren sind von stehender und spitzer Form. Die Ohren sind deutlich größer als beim Rotfuchs. Die Geschlechter weisen nur einen geringen Geschlechtsdismorphismus auf, man kann sie allenfalls an der Größe unterscheiden, da das Männchen etwas größer wird als das Weibchen.

Aufgrund seiner Nachtaktivität hat der Kitfuchs ein sehr gut entwickeltes Seh-, Hör-, und Riechvermögen. Außerhalb der Paarungszeit lebt der Kitfuchs meist einzelgängerisch und schließt sich nur sehr selten zu Familien- oder Jagdverbänden zusammen. Er ist territorial und beansprucht ein Revier von einigen dutzend Hektar. Kitfüchse leben tagsüber in zum Teil weitflächigen Bauten. Sie verfügen über einen Wohnkessel und über mehrere Ein- und Ausgänge. Die Gänge können durchaus eine Länge von vier bis fünf Metern haben. Bei der Jagd oder auf der Flucht kann der Kitfuchs beachtliche 50 km/h erreichen. Zu den natürlichen Hauptfeinden zählen insbesondere Kojoten und in einigen Verbreitungsgebieten auch der Rotfuchs.

Verbreitung

Das natürliche Verbreitungsgebiet erstreckt sich über weite Teile Nordamerikas. Es reicht vom südwestlichen Kanada bis ins nördliche Mexiko. Im Süden reicht das Verbreitungsgebiet bis zur Wüste Sonora. Der Kitfuchs lebt überwiegend in reinen Wüsten und Savannen der Prärie. In Kanada galten sie seit 1930 als ausgestorben, sind aber mittlerweile wieder angesiedelt worden. Die Bestände sind hier aber noch als recht dürftig einzustufen.

Nahrung

Als primärer Fleischfresser ernährt sich der Kitfuchs bevorzugt von kleinen Nagetieren wie Mäuse und dergleichen. Er jagt aber auch Hasen, Fasane und andere Vögel. Aber auch Insekten und kleine Reptilien werden nicht verschmäht. Darüber hinaus frisst er auch Eier, Beeren, Gräser Früchte und sogar Aas. Er gehört zur "Gesundheitspolizei" in seinem Lebensraum. Flüssigkeit wird hauptsächlich über die Nahrung aufgenommen.

Fortpflanzung

Die Geschlechtsreife erreicht der Kitfuchs je nach Geschlecht mit einem bis zwei Jahren. Männchen benötigen für die Erlangung der Geschlechtsreife deutlich mehr Zeit. Die Ranzzeit erstreckt sich über die Monate Dezember und März. Meist verpaaren sich die Kitfüchse für ein Leben lang, selten hält ihre Ehe nur eine Saison. In Abhängigkeit vom Nahrungsangebot bringt das Weibchen zwischen drei und sechs Jungtiere in einem Erdbau zur Welt. Selten werden mehr als sechs Jungtiere geboren. Die Tragezeit beträgt rund 50 bis 55 Tage. Die Jungfüchse haben ein Geburtsgewicht von 100 bis 150 Gramm und sind noch blind. Mit Beginn der 3. Lebenswoche öffnen sie ihre Augen. Ab der fünften Woche kommen sie erstmals aus dem schützenden Bau heraus und erkunden die nähere Umgebung. Für die Nahrungsbeschaffung der Familie ist hauptsächlich das Männchen verantwortlich. Das Weibchen bleibt die meiste Zeit bei dem Nachwuchs.

Bereits nach sechs bis sieben Wochen werden die Jungfüchse entwöhnt. Mit Beginn der Entwöhnung werden sie bereits von der Mutter mit vorverdauter Nahrung gefüttert. Später fressen sie auch schon ganze Fleischbrocken. Mit rund fünf bis sechs Monaten sind sie selbständig und folgen der Mutter bei der Jagd. Nach rund einem Jahr verlassen sie den Familienverband. Der Kitfuchs kann in freier Wildbahn ein Alter von vier bis sieben Jahren erreichen. In Gefangenschaft ist auch ein Alter von bis zu 15 Jahren möglich.

Anhang

Siehe auch

  • Die Familie der Hunde (Canidae)
  • Die Ordnung der Raubtiere (Carnivora)

Literatur und Quellen

  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World: v. 1 & 2. B&T, Auflage 6, 1999, (engl.) ISBN 0801857899
  • Don E. Wilson & DeeAnn M. Reeder: Mammal Species of the World, a Taxonomic & Geographic Reference. J. Hopkins Uni. Press, 3rd ed., 2005 ISBN 0801882214
  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X

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