Klecksbaumsteiger

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Klecksbaumsteiger

Systematik
Klasse: Lurche (Amphibia)
Ordnung: Froschlurche (Anura)
Überfamilie: Echte Frösche und Verwandte (Ranoidea)
Familie: Baumsteigerfrösche (Dendrobatinae)
Gattung: Adelphobates
Art: Klecksbaumsteiger
Wissenschaftlicher Name
Adelphobates galactonotus
(Steindachner, 1864)

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Der Klecksbaumsteiger (Adelphobates galactonotus), auch unter den Synonymen Dendrobates galactonotus und Dendrobates paraensis bekannt, zählt innerhalb der Familie der Baumsteigerfrösche (Dendrobatidae) zur Gattung Adelphobates. Im Englischen wird der Klecksbaumsteiger splash-backed poison frog genannt. Die Art ist monotypisch, demnach sind keine Unterarten bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Klecksbaumsteiger erreicht eine Körperlänge von etwa 3,0 bis 4,0 Zentimeter, wobei das Männchen kleiner und schlanker ist als das Weibchen. Die Farben sind charakteristisch variabel und in extremen Fällen wird der Klecksbaumsteiger mit anderen Pfeilgiftfröschen verwechselt. Normalerweise sind der Rücken und die Hinterbeine gelb bis orange-rot oder manchmal orange gefärbt. Die übrigen Teile des Körpers weisen eine schwarze Färbung auf. Einige Exemplare haben eine fast gelbe bis orange Färbung, wobei die schwarze Färbung nicht vorhanden ist. Eine Variante ist sogar ganz weiß gefärbt. Diese Farben und Varianten sind mit dem Verbreitungsgebiet und der Umgebung verbunden, so dass aufgrund der Färbung des Frosches die Herkunft leicht zu bestimmen ist.

Lebensweise

Laut der Roten Lister der IUCN lebt der Klecksbaumsteiger im Laub der tropischen Regenwälder und reproduziert in temporären Pools. Die Eier werden im Laub auf dem Boden gelegt und nach dem Schlupf der Kaulquappen werden sie zum Wasser getragen. Die Tagestemperatur liegt bei etwa 24 bis 27 Grad Celsius und die Luftfeuchtigkeit ist immer höher als 80 Prozent. Trotz seiner kleinen Statur kann der Klecksbaumsteiger unter günstigen Lebensbedingungen etwa zehn Jahre alt werden. Nach etwa mehr als einem Jahr hat der Klecksbaumsteiger seine Geschlechtsreife erreicht. Mit seiner auffälligen und kräftigen Färbung signalisiert der Klecksbaumsteiger den natürlichen Feinden seine extreme Giftigkeit.

Verbreitung

Klecksbaumsteiger
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Klecksbaumsteiger

Laut der Roten Liste der IUCN kommt der Klecksbaumsteiger in den Auwäldern von Pará, Maranhão und Tocantins, Brasilien vor. In diesen Bundesstaaten tritt der Klecksbaumsteiger sehr häufig auf und ist weit verbreitet.

Ernährung

Klecksbaumsteiger sind überwiegend Insektenfresser, die sich von Ameisen, Termiten, Käfern und Fliegen in passender Größe ernähren. Hier und da werden auch Spinnentiere und kleinere Gliederfüßer erbeutet. Die Frösche fangen ihre Beutetiere mit Hilfe ihrer klebrigen Zunge. Die Larven und Jungfrösche ernähren sich zudem auch von Plankton und Kleinstlebewesen wie Insektenlarven.

Fortpflanzung

Die Weibchen sind bei höherer Bestandsdichte sehr territorial und kann demzufolge unter den Weibchen zu Revierkämpfen kommen. Während der Paarungszeit hört man die Männchen rufen, jedoch können die Weibchen die Rufe nicht erwidern. Das Weibchen legt etwa fünf bis zehn Eier in die Laubstreu. Nach etwa 10 bis 14 Tagen schlüpfen die Kaulquappen und werden vom Weibchen einzeln für die Weiterentwicklung zu einer nächsten stehenden Wasseransammlung getragen. Das können Astlöcher in Bäumen aller Art sein, die hohl sind und in denen sich Regenwasser angesammelt hat oder auch Bromeliengewächse mit trichterförmigen Blattrosetten, in denen sich dann ebenfalls Wasser angesammelt hat. Auch Blattachseln werden gerne für die Kaulquappen gewählt, da sie eine Menge Wasser aufnehmen können. Am Anfang ernähren sich die Kaulquappen von Insektenlarven und von Pflanzenmaterial. Die Jungfröschen wachsen sehr schnell und erreichen die Geschlechtsreife nach mehr als einem Jahr.

Gefährdung und Schutz

Klecksbaumsteiger
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Klecksbaumsteiger

Laut der Roten Liste der IUCN gehört der Klecksbaumsteiger heute noch nicht zu den bedrohten Arten. Er ist in weiten Teilen des Verbreitungsgebietes häufig anzutreffen. Nur in wenigen Regionen kommt der Klecksbaumsteiger selten oder nur spärlich vor. In der Roten Liste der IUCN wird er als least concern (nicht gefährdet) geführt. Bedroht wird die Art durch Abholzung der Wälder, Brandrodung und durch den internationalen Tierhandel. Die Populationen in Tocantins im mittleren Norden von Brasilien ist durch die Entstehung von Wasserkraftwerken stark bedroht.

Anhang

Literatur und Quellen

  • Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Fische 2, Lurche. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co.KG, München Oktober 1993. ISBN 3-423-05970-2
  • Kurt Deckert: Urania-Tierreich - Fische, Lurche, Kriechtiere. Urania-Verlag Leipzig - Jena - Berlin 1991. ISBN 3-332-00376-3
  • Kurt Brauer, Annette Bromma: Kröten. Urania, Freiburg (1991). ISBN 3332003798

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