Kleinasiatischer Laubfrosch

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Kleinasiatischer Laubfrosch

Systematik
Klasse: Lurche (Amphibia)
Unterklasse: Lissamphibia
Ordnung: Froschlurche (Anura)
Unterordnung: Moderne Froschlurche (Neobatrachia)
Familie: Laubfrösche i.w.S. (Hylidae)
Unterfamilie: Hylinae
Gattung: Laubfrösche (Hyla)
Art: Kleinasiatischer Laubfrosch
Wissenschaftlicher Name
Hyla savignyi
Audouin, 1827

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Der Kleinasiatische Laubfrosch (Hyla savignyi), auch unter der Bezeichnung Mittelöstlicher Laubfrosch bekannt, zählt innerhalb der Familie der Laubfrösche i.w.S. (Hylidae) zur Gattung der Laubfrösche (Hyla). Der generische Name leitet sich aus dem Griechischen hyla (zum Holz gehörend) ab. Im Englischen wird der Kleinasiatische Laubfrosch yellow-lemon treefrog genannt. Die Art ist monotypisch, Unterarten sind demnach keine bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Taxonomie

Laut der Roten Liste der IUCN ist Hyla savignyi ein Mitglied der Hyla-arborea-Gruppe. Die Art wurde früher als eine Unterart der Hyla arborea zugeordnet. Eine neue Art, Hyla heinzsteinitzi, aus Israel ist eng verwandt mit Hyla savignyi.

Beschreibung

Aussehen und Maße

Das Männchen erreicht eine Körperlänge von etwa 33,0 Millimeter, während das Weibchen eine Körperlänge von etwa 36,0 Millimeter erreichen kann. Das Männchen bleibt dabei deutlich kleiner und leichter als das Weibchen. Der Kleinasiatische Laubfrosch ähnelt sehr dem Europäischen Laubfrosch (Hyla arborea), ist aber heller auf der Oberseite und weist mehr eine gelb-grüne als eine grasgrüne Färbung auf. Ferner zeigt sich eine dunkel gefärbte Seitenbinde, so dass die Fleckung noch stärker zur Geltung kommt. Die Unterseite weist eine weißliche Färbung auf. Der Kopf des Frosches ist etwas breit und die Schnauze endet stumpf. Die Augen treten deutlich sichtbar aus den Augenhöhlen hervor. Die Pupillen, die eine goldgelbe Färbung aufweisen, sind waagerecht geschlitzt. Bei Lichteinfall ziehen sie sich zusammen, bei Dunkelheit weiten sich die Pupillen deutlich. Die Extremitäten sind relativ kurz und enden an den vorderen Beinen in vier, an den hinteren Beinen in fünf Zehen. Die Zehen weisen an der Unterseite Haftlamellen auf, die eine rundliche Form besitzen. Mit den Haftlamellen kann sich der Kleinasiatische Laubfrosch an senkrechten und glatten Untergründen und Oberflächen festhalten. Das Männchen besitzt eine Schallblase, die als Resonanzkörper den Quak-Lauten dient. Der Klang des Männchens ähnelt eher einer Zikade.

Lebensweise

Laut der Roten Liste der IUCN lebt die Art in viel trockenen Landschaften als Hyla arborea, einschließlich Steppen, Wüsten und Halbwüsten. Ferner ist die Art auch in Gärten, im Buschland, an montanen Waldrändern, in offenen Eichen- und Wacholder-Wäldern sowie in Gebieten mit permanenten oder semi-permanenten Wasser-Quellen (einschließlich Oase) mit guter umgebender Vegetation (zum Beispiel Phragmites, Oleander) anzutreffen. Diese Art kann in beträchtlicher Entfernung von Gewässern in Trockenrasen-Umgebung wie felsige Hänge und Xerophyten-Büschen (zum Beispiel Alhagi pseudoalhagi) zurücklegen. Die Laich- und Larvalentwicklung erfolgt in kleinen stehenden Gewässern, Entwässerungsgräben und langsam fließenden Bächen mit dichter Kraut- und Strauch-Vegetation. Die Art ist in der Lage, sich Lebensraum-Bedingungen anzupassen und kann sich in ländlichen oder semi-urbanen Gebieten, in denen geeignete Feuchtbiotope existieren, aufhalten.

Verbreitung

Kleinasiatischer Laubfrosch
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Kleinasiatischer Laubfrosch

Laut der Roten Liste der IUCN ist die Art im westlichen Asien und im südlichen Transkaukasien verbreitet, darunter zählen unter anderem Zypern, südöstliche Türkei, die Arabische Halbinsel, südliches Saudi-Arabien, nördliches Jemen, Iran (Zagros-Region und eine isolierte Population im Golestan National Park), Nord-Irak, Talysh (Aserbaidschan), Armenien und nordwestliches Tiflis (Georgien). Ferner trifft man die Art auch in der nordöstlichen Region des Sinai, Ägypten, an. Die Art hält sich 400 Meter unter dem Meeresspiegel (Jordan) und bis über 1.800 Meter über dem Meeresspiegel auf. Nativ ist die Art in folgenden Ländern vertreten: Armenien (Armenien), Aserbaidschan, Zypern, Ägypten, Georgien, Iran, Islamische Republik, Irak, Israel, Jordanien, Libanon, Saudi-Arabien, Arabische Republik Syrien, Türkei und Jemen.

Ernährung

Die Nahrung besteht aus verschiedenen Arthropoden wie Spinnentiere, Wanzen, Käfer, Schmetterlinge, Fliegen und Ameisen, die aus dem Hinterhalt bei Tag und bei Nacht erbeutet werden.

Fortpflanzung

Die Laich- und Larvalentwicklung erfolgt in kleinen stehenden Gewässern, Entwässerungsgräben und langsam fließenden Bächen mit dichter Vegetation. Nach erfolreicher Paarung legt das Weibchen zwischen 200 und 1.000 Eier in einer kleinen Anzahl von Laichklumpen ab. Nach der Reifung der Eier schlüpfen die Larven. Dies geschieht in der Regel in zwei bis drei Tagen. Kurz nach dem Schlupf ernähren sie sich vom Dottersack ihres Eies. Kurz danach machen sie bereits Jagd auf Mikroorganismen und Plankton und zelluläre Abfallstoffe. Dabei sind sie keineswegs wählerisch. Erbeutet wird alles, was sich überwältigen läßt. Das Gebiss beteht aus hornartigen Kiefern, die mit feinen Raspelzähnen besetzt sind. Der Körper ist langgestreckt und setzt sich letztlich aus einem Kopf und Magen sowie kräftigem Schwanz zusammen. Der Schwanz dient den Kaulquappen zur Fortbewegung und Steuerung. Der Schwanz ist mit einem Saum versehen, der sich bis zum Kopf erstreckt. Die Augen liegen seitlich am Kopf. Die Atmung erfolgt über innere Kiemen, dem sognannten Spritzloch (Spiraculum). Gegen Ende der larvalen Entwicklung erfolgt die Ausbildung der Extremitäten. In der Übergangsphase hält sich der Jungfrosch meist noch in der Nähe des Laichgewässers auf, ehe er vollständig das aquatile Leben aufgibt. Während der Anfangsphase lebt der Jungfrosch noch von seinen Reserven, wobei der Schwanz vollständig resorbiert wird. Erst danach geht der Jungfrosch aktiv auf die Jagd und verläßt sein Heimatgewässer. Dabei stellt er seine Ernährungsgewohnheiten vollständig um.

Gefährdung und Schutz

Laut der Roten Liste der IUCN wird die Art als Least Concern gelistet im Hinblick auf ihre Verbreitung, Toleranz einer breiten Palette von Lebensräumen und aufgrund der großen Population. Es ist unwahrscheinlich, dass die Art bedroht in nächster Zukunft bedroht ist. Diese Art ist relativ häufig in geeigneten Lebensraum anzutreffen. Es ist die am häufigsten vorkommende Amphibienart in Israel. Ferner ist die Art häufig im Libanon vertreten. Dagegen ist die Art in Jordanien selten anzutreffen. Schwere Dürre, Überweidung und Verlust von Lebensraum könnten zum lokalisierten Rückgang führen. In der Arabischen Republik Syrien und auf der Arabischen Halbinsel könnte die Art durch Wasserverschmutzung und anthropogene Veränderungen des Lebensraums bedroht werden. In Israel sind verfügbare Brutplätze um bis zu 30 Prozent in den letzten Jahren zurückgegangen. Diese Art wird durch nationale Gesetzgebung in Israel geschützt. Ferner sind geschützte Gebiete für die Art in Georgien (Hoseov und Skibahoa Reserves), Armenien, Aserbaidschan, Jordanien (Dana und Al Mujib Wildlife Reserves) und in Libanon (Arz El-Shouf, Horj Ehden, Ammiq Sümpfen und Sandy Beach von Sour) eingerichtet. Mehrere Schutzgebiete sind auch in der Türkei vorhanden. Die Kontaktzone zwischen Hyla savignyi und Hyla arborea in Georgien erfordert besondere Aufmerksamkeit.

Anhang

Literatur und Quellen

  • Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Fische 2, Lurche. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co.KG, München Oktober 1993. ISBN 3-423-05970-2
  • Kurt Deckert: Urania-Tierreich - Fische, Lurche, Kriechtiere. Urania-Verlag Leipzig - Jena - Berlin 1991. ISBN 3-332-00376-3

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