Kleine Fledermaus

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Kleine Fledermaus

Systematik
Klasse: Insekten (Insecta)
Unterklasse: Geflügelte Insekten (Pterygota)
Teilklasse: Neuflügler (Neoptera)
Ordnung: Schmetterlinge (Lepidoptera)
Familie: Ritterfalter (Papilionidae)
Unterfamilie: Schwalbenschwänze (Papilioninae)
Gattung: Pachliopta
Art: Kleine Fledermaus
Wissenschaftlicher Name
Pachliopta kotzebuea
(Eschscholtz, 1821)

Die Kleine Fledermaus (Pachliopta kotzebuea), auch unter den Synonymen Atrophaneura kotzebuea und Papilio kotzebuea bekannt, zählt innerhalb der Familie der Ritterfalter (Papilionidae) zur Gattung Pachliopta. Im Englischen wird die Kleine Fledermaus pink rose swallowtail genannt. Die Art wurde nach Otto von Kotzebue benannt, der Kommandeur des russischen Expeditionsschiffs Rurik war. Johann Friedrich von Eschscholtz diente als Arzt und Naturforscher der Rurik in den Jahren von 1815 bis 1818.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die Kleine Fledermaus zählt zu den tropischen Tagfaltern und erreicht eine Spannweite von etwa 120,0 bis 150,0 Millimeter. Die Farbe der Flügel ist schwarz und ist besonders den Hinterflügeln sehr dunkel ausgeprägt. Auf Vorderflügeln sind vier eher unmerklich graue gelbe Streifen in Richtung des hinteren Winkels erkennbar, die parallel mit der hinteren Kante verschmilzen. Die Hinterflügel liegen eng einander und der breite Schwanz ist am Ende abgerundet. Auf der Oberseite zeigt ein länglicher etwas wahrnehmbarer roter Fleck. Aber auf der Unterseite sind sechs mehr oder weniger purpurfarbene Flecken gut erkennbar. Ein breites Band von der gleichen Farbe erstreckt sich vom hinteren Winkel bis weit in die Mitte der Flügel und wird durch zwei schwarze Äderchen durchzogen. Auf der unteren Seite der Vorderflügel zeigen sich viele graugelbe Streifen. Die sehr kleinen Taster und die wollige Stirn weisen ein blasses Rot auf. Die Seiten des Halses und des Thorax sowie die Rillen an den Bauchseiten sind zinnoberrot und die beiden letzten Segmente des Bauches sind ganz rot. Die Augen und die fadenartigen Fühler weisen eine pechschwarze Färbung auf. Des Weiteren ist die Spitze der Fühler kolbenartig ausgeprägt.

Lebensweise

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Kleine Fledermaus

Die Kleine Fledermaus gehört zu den tagaktiven Faltern. Während der Nacht ruht sie an geschützter Stelle meist im Geäst von Bäumen oder Sträuchern. Ein sicheres Merkmal für Tagfalter sind die fadenartigen Fühler, die für gewöhnlich kolbenartig verdickt enden.

Unterarten

  • Pachliopta kotzebuea kotzebuea - (Eschscholtz, 1821)
  • Pachliopta kotzebuea bilara - (Page & Treadaway, 1995)
  • Pachliopta kotzebuea deseilus - (Fruhstorfer, 1911)
  • Pachliopta kotzebuea mataconga - (Page & Treadaway, 1995)
  • Pachliopta kotzebuea philippus - (Semper, 1891)
  • Pachliopta kotzebuea tindongana - (Page & Treadaway, 1995)

Verbreitung

Die Kleine Fledermaus kommt nur auf den Philippinen vor, darunter zählen unter anderem West-Luzon, Zentral-Luzon, Nordost-Luzon, Süd-Luzon, Samar, Leyte, Dinagar, Mindanao, Panaon, Camiguin de Mindanao, Siargao, Homonhon, Sarangani, Babuyanes, Mindoro, Marinduque, Masbate, Ticao, Panay, Negros, Sibuyan Island, Bohol sowie Cebu. Die Kleine Fledermaus hält sich vorwiegend in den Regenwäldern auf.

Ernährung

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Die Kleine Fledermaus ernährt sich von den Pflanzen aus der Gattung der Pfeifenblumen (Aristolochia).

Fortpflanzung

Die Eiablage beginnt kurz nach der Paarung. Das Weibchen legt die Eier einzeln oder in kleinen Gruppen auf die Blattunterseite der Futterpflanzen ab. Die Eier weisen eine längliche Form auf und sind von einer weißen Färbung. Die äußere Hülle der Eier, das sogenannte Chorion, besteht aus einer chitinartigen Substanz. Die Oberfläche der Eier weist nicht selten eine netzartige oder körnige Struktur auf, die zusätzlich zu den Längs- oder Querrippen der Stabilisierung sorgt. Die Eischale ist unmittelbar nach der Eiablage noch weiß. Die Schäle härtet jedoch sehr schnell aus und ist so widerstandsfähig. Die Entwicklung der Raupe setzt bereits mit der Befruchtung der Eier ein. Je nach Verbreitungsgebiet und klimatischen Bedingungen schlüpfen die fertig entwickelten Raupen nach 10 bis 20 Tagen. Die geschlüpften Raupen haben nur ein Ziel: fressen und so schnell wie möglich wachsen. Da die Haut der Raupen aus Chitin besteht, kann sie nicht mitwachsen. Es erfolgt also in regelmäßigen Abständen eine Häutung. Die Häutung wird dabei durch Hormone ausgelöst und gesteuert. Die Haut wird vom Kopf nach hinten hin abgestriffen. Unmittelbar nach der Häutung beginnt die Trocknung der neuen Haut. Während dieser Zeit verhält sich die Raupe regungslos und ist so schutzlos Fleischfressern ausgeliefert. Steht am Ende des Raupenstadiums die Verpuppung an, so begeben sich die Raupen an eine geschützte Stelle. Im Innern der Hülle erfolgt die von außen nicht sichtbare Metamorphose. Der eigentliche Schlüpfvorgang dauert für gewöhnlich nicht länger als wenige Sekunden, allenfalls jedoch nur wenige Minuten. Hat sich ein fertiger Falter aus der Hülle befreit, so hängt er sich meist kopfüber an eine Unterlage. Bevor er auffliegt, müssen sein Körper und seine Flügel trocknen. Das Blut wird über feine Äderchen in die noch faltigen Flügel gepumpt. Nach wenigen Minuten, spätestens jedoch nach 10 Minuten ist der Falter flugfähig.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Heiko Bellmann: Der neue Kosmos-Schmetterlingsführer. Schmetterlinge, Raupen und Futterpflanzen. Kosmos, 2003 ISBN 3440093301
  • Leon Rogez: Schmetterlinge und Raupen. Ensslin im Arena Verlag, 2006 ISBN 3401452541
  • Thomas Ruckstuhl: Schmetterlinge und Raupen. Gondrom Verlag, 2001 ISBN 3401452541
  • Kurt Günther, Hans-Joachim Hannemann, Fritz Hieke: Urania Tierreich, 6 Bde., Insekten . Deutsch Harri GmbH; Auflage: 5, 1990 ISBN 387144944X
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