Kleine Hausbaldachinspinne

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-Die Kleine Hausbaldachinspinne lebt hauptsächlich an Baumstämmen, auch an gefällten, liegenden Stämmen. Sie kommt aber gelegentlich auch in Häusern vor. +Die Kleine Hausbaldachinspinne lebt hauptsächlich an Baumstämmen, auch an gefällten, liegenden Stämmen. Sie kommt aber gelegentlich auch in Häusern vor. Sie webt ihr Netz zwischen der Basis von Zweigen und dem Baumstamm. Die Spinne sucht Unterschlupf in loser Rinde oder in Ritzen und Spalten von Baumstämmen. Das Netz selbst befindet sich in einer Höhe von etwa 2 Metern.
==Verbreitung== ==Verbreitung==
- +Die Kleine Hausbaldachinspinne ist in Europa weit verbreitet. In Deutschland wurden vor allem östlich von Schleswig-Holstein einschließlich Hamburg Funde nachgewiesen. Die Nachweise sind aber mäßig häufig, etwa 20 bis 100 Nachweise. Die Fundorte sind: Außenfassade alter Gemäuer, unter Rinde, an Fassade und Gebäudeumfeld, in Backsteinkirche, an Backsteinfassaden, im Nadel- und Laubwald an Stämmen unter loser Rinde, unter Rindenschuppen stehender Nadelbäume, unter Eichenwurzeln, auf Laubzweigen, unter Rinde gesunder Bäume, unter Rinde stehenden Totholzes, in Laubstreu sowie auf Ackerflächen umschlossener Wäldchen. Nach der Roten Liste Schleswig-Holstein ist eine Gefährdung der Kleinen Hausbaldachinspinne anzunehmen.
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==Fortpflanzung== ==Fortpflanzung==
-Die Paarung findet vorzugsweise im Juni statt. Bei der Paarung führt das Männchen abwechselnd beide Taster in die weibliche Epigyne (äußeres weibliches Geschlechtsorgan) ein. Nach der Paarung legt das Weibchen die Eier in einen Kokon ab, den das Weibchen mit ihrer Seide webt. Bis zum Schlupf der Jungspinnen wird der Kokon gegen Fressfeinde und Artgenossen verteidigt. Je nach Umgebungstemperatur können die Jungspinnen nach einigen Tagen oder nach einigen Wochen schlüpfen.+Bei der Paarung führt das Männchen abwechselnd beide Taster in die weibliche Epigyne (äußeres weibliches Geschlechtsorgan) ein. Nach der Paarung legt das Weibchen die Eier in einen Kokon ab, den das Weibchen mit ihrer Seide webt. Bis zum Schlupf der Jungspinnen wird der Kokon gegen Fressfeinde und Artgenossen verteidigt. Je nach Umgebungstemperatur können die Jungspinnen nach einigen Tagen oder nach einigen Wochen schlüpfen.
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* ''Lepthyphantes minutus'' - {{Kap|[[Tyschchenko|Tyschchenko]]}}, 1971 * ''Lepthyphantes minutus'' - {{Kap|[[Tyschchenko|Tyschchenko]]}}, 1971
* ''Lepthyphantes minutus'' - {{Kap|[[Miller|Miller]]}}, 1971 * ''Lepthyphantes minutus'' - {{Kap|[[Miller|Miller]]}}, 1971

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Kleine Hausbaldachinspinne

Systematik
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Teilordnung: Echte Webspinnen (Araneomorphae)
Überfamilie: Radnetzspinnen (Araneoidea)
Familie: Baldachinspinnen (Linyphiidae)
Gattung: Lepthyphantes
Art: Kleine Hausbaldachinspinne
Wissenschaftlicher Name
Lepthyphantes minutus
(Blackwall, 1833)

LSID-Kennung
LSID: [urn:lsid:amnh.org:spidersp:011245]

Die Kleine Hausbaldachinspinne (Lepthyphantes minutus) gehört innerhalb der Familie der Baldachinspinnen (Linyphiidae) zur Gattung Lepthyphantes.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die Kleine Hausbaldachinspinne erreicht als Männchen eine Körperlänge von etwa 3,5 Millimeter und als Weibchen eine Körperlänge von etwa 4 Millimeter. Die dunkelbraun gefärbte Art zeigt auf dem Hinterleib charakteristische goldfarbene Punkte. Der Rückenschild ist breit-oval und wird nach vorne zu schmäler, er weist eine dunkelbraun glänzende Färbung auf. Der Hinterleib ist länglich-oval geformt und recht hochgewölbt. Seine Färbung ist beige bis rötlichbraun mit schwarzen Flecken und den typischen goldfarbenen Punkten an den Seiten, die mit vielen kurzen hellen Härchen bedeckt sind. Die Beine sind lang und dünn und sind gelbbraun bis rötlichbraun und schwarz geringelt. An den Beinen befindet sich eine ziemlich dichte Bestachelung aus ganz geraden Borsten. Die Lade an der Pedipalpancoxa ist deutlich länger als breit. Bei dem Weibchen fällt die schräg vorstehende, zungenförmige Epigyne (äußeres weibliches Geschlechtsorgan) auf, die unten weit über den Umriß des Hinterkörpers hinausragt. Diese Art ist vor allem im Herbst anzutreffen.

Lebensweise

Die Kleine Hausbaldachinspinne lebt hauptsächlich an Baumstämmen, auch an gefällten, liegenden Stämmen. Sie kommt aber gelegentlich auch in Häusern vor. Sie webt ihr Netz zwischen der Basis von Zweigen und dem Baumstamm. Die Spinne sucht Unterschlupf in loser Rinde oder in Ritzen und Spalten von Baumstämmen. Das Netz selbst befindet sich in einer Höhe von etwa 2 Metern.

Verbreitung

Die Kleine Hausbaldachinspinne ist in Europa weit verbreitet. In Deutschland wurden vor allem östlich von Schleswig-Holstein einschließlich Hamburg Funde nachgewiesen. Die Nachweise sind aber mäßig häufig, etwa 20 bis 100 Nachweise. Die Fundorte sind: Außenfassade alter Gemäuer, unter Rinde, an Fassade und Gebäudeumfeld, in Backsteinkirche, an Backsteinfassaden, im Nadel- und Laubwald an Stämmen unter loser Rinde, unter Rindenschuppen stehender Nadelbäume, unter Eichenwurzeln, auf Laubzweigen, unter Rinde gesunder Bäume, unter Rinde stehenden Totholzes, in Laubstreu sowie auf Ackerflächen umschlossener Wäldchen. Nach der Roten Liste Schleswig-Holstein ist eine Gefährdung der Kleinen Hausbaldachinspinne anzunehmen.

Ernährung

Die Kleine Hausbaldachinspinne lebt als Lauerjägerin. Sie ernährt sich hauptsächlich von Geflügelten Insekten (Pterygota) wie zum Beispiel von Fliegen (Brachycera) und von Mücken (Nematocera).

Fortpflanzung

Bei der Paarung führt das Männchen abwechselnd beide Taster in die weibliche Epigyne (äußeres weibliches Geschlechtsorgan) ein. Nach der Paarung legt das Weibchen die Eier in einen Kokon ab, den das Weibchen mit ihrer Seide webt. Bis zum Schlupf der Jungspinnen wird der Kokon gegen Fressfeinde und Artgenossen verteidigt. Je nach Umgebungstemperatur können die Jungspinnen nach einigen Tagen oder nach einigen Wochen schlüpfen.

Synonyme und Chresonyme nach Norman I. Platnick

Update 13. Juni 2008 <1>

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

'Persönliche Werkzeuge