Kleiner Chipmunk

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Kleiner Chipmunk

Systematik
Ordnung: Nagetiere (Rodentia)
Unterordnung: Hörnchenverwandte (Sciuromorpha)
Teilordnung: Sciurida
Überfamilie: Hörnchenartige (Sciuroidea)
Familie: Hörnchen (Sciuridae)
Unterfamilie: Erd- und Baumhörnchen (Sciurinae)
Tribus: Streifenhörnchen (Tamiini)
Gattung: Chipmunks (Tamias)
Art: Kleiner Chipmunk
Wissenschaftlicher Name
Tamias minimus
Bachman, 1839

IUCN-Status
Least Concern (LC) - IUCN

Der Kleine Chipmunk (Tamias minimus) zählt innerhalb der Familie der Hörnchen (Sciuridae) zur Gattung der Chipmunks (Tamias).

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Der Kleine Chipmunk erreicht eine Körperlänge von 18 bis 22 cm sowie ein Gewicht von 45 bis 50 g. Männchen bleiben ein wenig kleiner als Weibchen. Der Kleine Chipmunk gehört innerhalb der Gattung der Chipmunks zu den kleinsten Arten. Das Fell weist eine überwiegend graubraune bis gelblichbraune Färbung auf. Markantes Merkmal sind die dunkel eingefassten, weißen Streifen auf dem Rücken und den Kopfseiten. An den Kopfseiten zeigen sich die weißen Streifen über und unterhalb des Auges. Der Streifen über den Augen beginnt an der Nasenspitze, beide Streifen enden am Ohransatz. Die drei weißen Streifen auf dem Rücken beginnen im unteren Nacken und enden am Schwanzansatz. Jeder der weißen Streifen ist an den seitlichen Kanten braun eingefasst. Das ventrale Fell weist eine weißliche, stellenweise auch gräuliche Färbung auf. Der sehr lange Schwanz erreicht in etwa die Länge des Körpers, ist von buschiger Form und weist eine braune Färbung auf. Die Extremitäten enden in Zehen, die mit kleinen Krallen versehen sind.

Kleine Chipmunks leben einzelgängerisch oder in kleinen Familiengruppen. Sie sind tagaktiv und verbringen die Nacht über in selbst gebauten Baumnestern. Hier halten sie während der kalten Jahreszeit auch ihre Winterruhe. Die Winterruhe erstreckt sich in den meisten Verbreitungsgebieten von Ende Oktober bis in den März hinein. Die Länge der Winterruhe kann allerdings variieren. Die Nester entstehen in der Regel in natürlichen Baumhöhlen oder in verrottendem Totholz. Jedoch kann es auch vorkommen, dass die Winterquartiere auch in verlassenen Erdbauten errichtet werden. Die Nester werden mit weichen Pflanzenteilen ausgepolstert. In den Nestern wird zudem ein Vorrat an Nahrung angelegt. In den Wachphasen ernähren sie sich von diesem Vorrat. Kleine Chipmunks gelten als ausgezeichnete Kletterer und verbringen den Großteil ihres Lebens in den Bäumen. Sie kommen aber auch durchaus oft auf den Waldboden herab. Kleine Chipmunks bilden die Nahrungsgrundlage für eine Reihe von Räubern, dazu gehören Raubvögel wie Adler und große Eulen, Rotfüchse, Marderartige und Katzen.

Verbreitung

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Der Kleine Chipmunk ist hauptsächlich in den westlichen Bundesstaaten der USA und im westlichen Teil Kanadas verbreitet. Hier lebt er in den Wäldern der Prärie und der Mittelgebirge. Halboffene Landschaften wie tundraartige und steinige Habitate sowie Waldlichtungen und Waldränder werden dabei bevorzugt.

Ernährung

Kleine Chipmunks ernähren sich als Allesfresser (omnivor) von Früchte und Beeren, Pilzen, Schnecken, Insekten und deren Larven. Vor Vogeleiern und die Brut von Vögeln machen sie auch keinen Halt. Wie alle Hörnchen, so verfügen Kleine Chipmunks über Backenbeutel, in denen sie die Nahrung zwischenspeichern können. Im Herbst legen sie umfangreiche Nahrungsvorräte für ihre Winterruhe an. Sie suchen in ihrem Streifrevier immer bestimmte Fressplätze auf. Ihre Nahrung finden sie hauptsächlich in den Wipfeln der Bäume, suchen aber auch auf dem Boden nach Nahrung. Auf Nahrungssuche gehen Kleine Chipmunks in der Regel in den frühen Morgen- und Abendstunden sowie am späten Nachmittag.

Fortpflanzung

Der Kleine Chipmunk erreicht die Geschlechtsreife mit rund zehn Monaten. Zur ersten Paarung kommt es meist aber erst im zweiten Lebensjahr. Die Paarungszeit beginnt in der Regel kurz nach der Winterruhe im April. Die Geschlechter leben in einer polygamen Beziehung. Die genaue Funktion des Männchens bei der Aufzucht des Nachwuchses ist noch nicht abschließend erforscht. Nach einer Tragezeit von rund 32 bis 35 Tagen bringt das Weibchen zwei bis fünf Jungtiere in ihrem Winternest zur Welt. Dieses befindet sich im Totholz oder in Erdbauten. Die Jungtiere sind bei der Geburt nackt und blind. Sie weisen eine Länge von etwa fünf Zentimeter auf und wiegen nur wenige Gramm. Im Alter von etwa 35 Tagen verlassen die Jungtiere ihren Bau für erste kleine Ausflüge. Mit zwei Monaten sind sie selbstständig, bleiben aber noch einige Zeit bei der Mutter. Ein Großteil der Jungtiere erreichen aufgrund der zahlreichen Feinde nicht das erste Lebensjahr. Die Lebenserwartung dürfte bei sechs bis acht Jahren liegen.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999

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