Kleiner Kudu

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Kleiner Kudu

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Lebendgebärende Säugetiere (Theria)
Teilklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Paarhufer (Artiodactyla)
Familie: Hornträger (Bovidae)
Unterfamilie: Waldböcke (Tragelaphinae)
Gattung: Kudus (Tragelaphus)
Art: Kleiner Kudu
Wissenschaftlicher Name
Tragelaphus imberbis
Blyth, 1869

IUCN-Status
Near Threatened (NT)

Der Kleine Kudu (Tragelaphus imberbis) zählt innerhlab der Familie der Hornträger (Bovidae) zur Gattung der Kudus (Tragelaphus). Im Englischen wird der Kleine Kudu Lesser Kudu genannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Der Kleine Kudu erreicht eine Körperlänge von 160 bis 175 cm, eine Schulterhöhe von rund 100 cm sowie ein Gewicht von 60 bis 100 Kg. Der Schwanz weist eine Länge von 30 bis 40 cm auf. Weibchen bleiben deutlich kleiner als Männchen. Nur das Männchen verfügt über bis zu 75 cm lange Hörner, die eine geschraubte Form aufweisen. Insgesamt weist der Kleine Kudu eine schlanke Gestalt auf. Das Fell ist graubraun gefärbt. Über Rücken ünd Flanken verlaufen mehrere dünne weiße Querstreifen, die der Tarnung im Gelände dienen. Am Hals sind weiße Flecken erkennbar.

Die vorwiegend nacht- und dämmerungsaktiven Tiere ruhen am Tage im Schutz des Dickichts. Weibchen leben in kleinen Gruppen von bis zu drei Weibchen und deren Nachwuchs. Jüngere Männchen leben in Junggesellengruppen. Adulte Männchen führen ein einzelgängerisches Leben. Auf der Flucht können diese Tiere erstaunlich hohe und weite Sprünge absolvieren. Sie können durchaus zwei Meter hoch und über acht Meter weit springen. Zu den Hauptfeinden zählen neben Raubkatzen auch Hyänen, Paviane und Riesenschlangen. Die Bestände gingen in den letzten Jahren zwar leicht zurück, aber gefährdet ist die Art noch nicht

Unterarten

Verbreitung

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Der Kleine Kudu ist in einem relativ kleinem Verbreitungsgebiet zu Hause. Die Bestände verteilen sich in Ostafrika über Tansania, Kenia, Äthiopien und Somalia. Sie bewohnen Dornbuschsavannen mit mehr oder weniger dichter Bewachsung mit Akazien. Sie sind sowohl in der Ebene als auch in Hanglagen anzutreffen.

Nahrung

Der Kleine Kudu ernährt sich von Laub, Gräsern, Kräutern und Früchten. Auf Nahrungssuche geht er in den frühen Morgen- und Abendstunden.

Fortpflanzung

Die Tiere erreichen die Geschlechtsreife mit knapp zwei Jahren. Die Paarungszeit erstreckt sich über die Monate Oktober bis April. Während der Paarungszeit kommt es zu ritualisierten Kämpfen zwischen den Bullen, die aber selten mit Verletzungen enden. Nach einer Tragezeit von 210 bis 230 Tagen bringt das Weibchen an einer geschützten Stelle in der Regel ein Jungtier zur Welt. Das Jungtier weist ein Gewicht von sechs bis sieben Kg auf. Die Säugezeit beträgt rund sechs Monate. Die Lebenserwartung liegt in Gefangenschaft bei über 20 Jahre. In Freiheit dürfte das Alter zehn bis fünfzehn Jahre selten überschreiten.

Anhang

Literatur und Quellen

  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World: v. 1 & 2. B&T, Auflage 6, 1999, (engl.) ISBN 0801857899
  • Don E. Wilson & DeeAnn M. Reeder: Mammal Species of the World, a Taxonomic & Geographic Reference. J. Hopkins Uni. Press, 3rd ed., 2005 ISBN 0801882214
  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X

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