Kleiner Weiden-Glasflügler

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Kleiner Weiden-Glasflügler

Systematik
Klasse: Insekten (Insecta)
Unterklasse: Geflügelte Insekten (Pterygota)
Überordnung: Neuflügler (Neoptera)
Ordnung: Schmetterlinge (Lepidoptera)
Unterordnung: Ditrysia
Familie: Glasflügler (Sesiidae)
Unterfamilie: Sesiinae
Gattung: Synanthedon
Art: Kleiner Weiden-Glasflügler
Wissenschaftlicher Name
Synanthedon formicaeformis
Esper , 1783

Der Kleine Weiden-Glasflügler (Synanthedon formicaeformis) zählt innerhalb der Familie der Glasflügler (Sesiidae) zur Gattung Synanthedon. Im Englischen wird der Kleine Weiden-Glasflügler red-tipped clearwing genannt. Die Art ist monotypisch, demnach sind keine Unterarten bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Kleine Weiden-Glasflügler erreicht eine Flügelspannweite von 17 bis 20 Millimeter. Der Körper ist schlank gebaut und weist eine schwärzliche Grundfärbung auf. In der Mitte des Abdomens ist deutlich eine rote Binde erkennbar. Eine dichte Behaarung überzieht den gesamten Körper. Die Flügel, die im mittleren Bereich des Thorax sitzen, sind überwiegend milchig durchsichtig und weisen an den Kanten eine leicht ausgefranste Beschuppung auf. Die äußeren Spitzen der Flügel sind rot gefärbt. Die Fühler sind mit sieben bis acht Millimeter mittellang und schwärzlich gefärbt. Die Spitzen der Fühler sind weißlich. An Ende des Abdomens befindet sich eine charakteristische Quaste, die aus längeren Haaren besteht.

Lebensweise

Die Flugzeit des Kleinen Weiden-Glasflüglers erstreckt sich von Mai bis August.

Verbreitung

Der Kleine Weiden-Glasflügler ist in weiten Teilen Mittel- und Südeuropas sowie in weiten Teilen Asiens verbreitet. In Höhenlagen kann man den Kleinen Weiden-Glasflügler bis in die Mittelgebirge, bis in Höhen von 1.500 Metern antreffen. Er kommt hauptsächlich in feuchten Gebieten wie Moore und Sümpfe mit entsprechender Vegetation vor. Eine Bewachsung mit Weiden der Gattung Salix ist unerläßlich.

Ernährung

Die fertigen Falter des Kleinen Weiden-Glasflüglers ernähren sich überwiegend vom Nektar blütentragender Pflanzen. Die Raupen ernähren sich in den angelegten Frassgängen von holzigen Pflanzenteilen. Bevorzugt werden von den Raupen Weiden der Gattung Salix, insbesondere die Korbweide (Salix viminalis).

Fortpflanzung

Die Paarungszeit der Kleinen Weiden-Glasflügler beginnt im Juni. Das Weibchen legt die Eier in die Rinde von Weiden. Hier schlüpfen aus den Eiern kleine Raupen, die fortan zwischen dem Holz und der Rinde leben. Die Entwicklungszeit der Raupen kann sich über mehrere Jahre erstrecken. Als Raupe erfolgen auch eine oder zwei Überwinterungen. Gegen Ende ihrer Entwicklung verpuppt sich die Raupe in einem Frassgang. Im Mai schlüpft aus der Puppe der fertige Falter und dringt an die Oberfläche. Nach einer kurzen Trocknung der Flügel fliegt der Schmetterling frei.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Heiko Bellmann: Der neue Kosmos-Schmetterlingsführer. Schmetterlinge, Raupen und Futterpflanzen. Kosmos, 2003 ISBN 3440093301
  • Leon Rogez: Schmetterlinge und Raupen. Ensslin im Arena Verlag, 2006 ISBN 3401452541
  • Thomas Ruckstuhl: Schmetterlinge und Raupen. Gondrom Verlag, 2001 ISBN 3401452541
  • Dr. Helgard Reichholf-Riem: Steinbachs Naturführer. Insekten. Mit Anhang Spinnentiere. München: Mosaik Verlag GmbH, München 1984. ISBN 3-570-01187-9
  • Michael Chinery: Pareys Buch der Insekten: Ein Feldführer der europäischen Insekten. Übersetzt und bearbeitet von Dr. Irmgard Jung und Dieter Jung. Verlag Paul Parey 1987. Hamburg und Berlin. ISBN 3-490-14118-0
  • Kurt Günther, Hans-Joachim Hannemann, Fritz Hieke: Urania Tierreich, 6 Bde., Insekten . Deutsch Harri GmbH; Auflage: 5, 1990 ISBN 387144944X
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