Knoblauch-Glanzschnecke

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Knoblauch-Glanzschnecke

Systematik
Klasse: Schnecken (Gastropoda)
Ordnung: Lungenschnecken (Pulmonata)
Unterordnung: Landlungenschnecken (Stylommatophora)
Überfamilie: Gastrodontoidea
Familie: Glanzschnecken (Oxychilidae)
Gattung: Oxychilus
Art: Knoblauch-Glanzschnecke
Wissenschaftlicher Name
Oxychilus alliarius
(J. S. Miller, 1822)

Die Knoblauch-Glanzschnecke (Oxychilus alliarius), auch unter dem Synonym Helix alliaria bekannt, zählt innerhalb der Familie der Glanzschnecken (Oxychilidae) zur Gattung Oxychilus. Im Englischen wird die Knoblauch-Glanzschnecke garlic snail oder garlic glass-snail geannt. Die Art ist monotypisch, Unterarten sind demnach keine bekannt.

Die Deutsche Malakozoologische Gesellschaft wählte in Kooperation mit dem NABU die Knoblauch-Glanzschnecke zum Weichtier des Jahres 2014.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die Schale ist glatt, glänzend und schwach bis grünlich-braun gefärbt. Es zeigen sich 4,0 bis 4,5 leicht konvexe Windungen. Die letzte Windung ist oft schwach in der Nähe der Blende absteigend rötlich gefärbt. Der Nabel ist breit, etwa 1/6 im Durchmesser. Die Windungen sind etwa ab 2 Jahre enger gewickelt als bei der Keller-Glanzschnecke (Oxychilus cellarius). Die letzte Windung ist absteigend niedriger gewickelt. Das Tier ist schwärzlich-blau gefärbt und riecht, wenn es gestört wird, nach Knoblauch. Daher auch die Bezeichnung Knoblauch-Glanzschnecke. In der Regel befindet sich ein schwarz gefärbter Mantelrand und weist eine internale Ornamentik auf. Ferner zeigen sich nicht mehr als 4 Längsfalten am proximalen Penis. In der Regel gerade, manchmal leicht gewellt, aber nie seitlich verzweigt oder warzig. Das Gehäuse einer erwachsenen Knoblauch-Glanzschnecke misst etwa 3,5 bis 4,0 x 5,0 bis 7,0 Millimeter. Der Durchmesser beträgt in der Regel weniger als 7,0 Millimeter (0,9 bis 1,0 Millimeter bei einer Windung, 1,8 bis 2,1 Millimeter bei 2 Windungen, 3,4 bis 3,6 Millimeter bei 3 Windungen, 4,0 bis 4,5 Millimeter bei 3,5 Windungen, 5,5 bis 6,5 Millimeter bei 4 Windungen).

Lebensweise

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Knoblauch-Glanzschnecken

Die Knoblauch-Glanzschnecke erzeugt einen Knoblauch-Geruch, wenn man sie berührt. Dieser Geruch strömt aus einem Cluster von Zellen, die sich in der Nähe des Atemlochs an der rechten Seite des Mantels befinden. Hauptbestandteil des Knoblauch-Geruchs ist i-Propanthiol. Die Zellen sind mit proteinhaltigem Material angereichert, das Schwefelverbindungen enthält. In Niedersachsen und in Rheinland-Pfalz ist die Knoblauch-Glanzschnecke gefährdet und in Bayern sowie in Österreich ist die Knoblauch-Glanzschnecke seltener anzutreffen.

Verbreitung

Die gesellig lebende Knoblauch-Glanzschnecke ist im Nordwesten Europas verbreitet: Island, südlich von Skandinavien, Britische Inseln, nördlich von Deutschland, Schweiz (verstreut), westlich von Österreich (Vorarlberg), nördlich von Italien (Toscana), Cataluña, Açores. In vielen anderen Regionen wurde die Knoblauch-Glanzschnecke eingeführt. Die Knoblauch-Glanzschnecke hält sich überwiegend in sumpfigen Lebensräumen der Berghangwälder unter Moos auf und verträgt schwach saure Böden. Auch in feuchten und schattigen Felslebensräumen, wie zum Beispiel in Bach-Schluchten hält sich die Knoblauch-Glanzschnecke auf. Ferner findet man die Knoblauch-Glanzschnecke auf sumpfigen Wiesen, an Wasserrändern, in Gewächshäusern und auf Anbauflächen von Feuchtwiesen. In der Schweiz trifft man die Knoblauch-Glanzschnecke in Höhen bis zu 1.300 Metern an.

Ernährung

Die Knoblauch-Glanzschnecke lebt räuberisch und ernährt sich von anderen kleinen Schnecken und deren Eier. Ferner verbraucht die Knoblauch-Glanzschnecke lebendes und totes Pflanzenmaterial.

Fortpflanzung

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Knoblauch-Glanzschnecke

Die Knoblauch-Glanzschnecke erreicht mit etwa einem Jahr die Geschlechtsreife und kann zwei bis drei Jahre alt werden. Zu dem Geschlechtsapparat dieser Schnecke, die ein sich gegenseitig befruchteter Zwitter ist, gehört auch ein längliches Säckchen, in welchem sich ein 2,2 Millimeter langer Kalkpfeil (Liebespfeil) befindet, der abgeschossen zur Stimulierung der Begattung dient. Der Kalkpfeil ist länglich, gekrümmt, nach der Spitze zu verschmälert und an der Spitze selbst platt gedrückt und mit zwei stumpfen Schneiden versehen, wodurch die Spitze eher einem Myrtenblatt ähnelt. Die Knoblauch-Glanzschnecke kann das ganze Jahr über reproduzieren. Im Allgemeinen findet die Reproduktion im Herbst statt. Sie produziert oft kleine weiße Eier, die etwa 1,3 x 0,8 Millimeter im Durchmesser sind. Das Gelege besteht aus etwa 10 Eier. Die Eier der Knoblauch-Glanzschnecke bestehen aus einer dünnen, oft nur häutigen oder kalkigen Schale.

Anhang

Literatur und Quellen

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